{"id":144042,"date":"2026-09-22T05:03:07","date_gmt":"2026-09-22T03:03:07","guid":{"rendered":"https:\/\/news.abusizz.ch\/dieselmarkt-unter-druck-hoffen-auf-trump-xi-gipfel-der-hellmeyer-der-woche-kw39\/"},"modified":"2026-09-22T05:03:07","modified_gmt":"2026-09-22T03:03:07","slug":"dieselmarkt-unter-druck-hoffen-auf-trump-xi-gipfel-der-hellmeyer-der-woche-kw39","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/news.abusizz.ch\/en\/dieselmarkt-unter-druck-hoffen-auf-trump-xi-gipfel-der-hellmeyer-der-woche-kw39\/","title":{"rendered":"Dieselmarkt unter Druck \u2013 hoffen auf Trump-Xi-Gipfel! Der Hellmeyer der Woche KW39"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"iframe-youtube-container\"><\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Die Treibstoff-Engp\u00e4sse infolge der Konflikte im Nahen Osten belasten die Weltwirtschaft, in Frankreich wird Diesel knapp, in den USA bewegen sich die Dieselpreise auf H\u00f6chstst\u00e4nden. Die Fed hat letzte Woche auf die Inflation reagiert und die Zinsen hochgesetzt.<\/p>\n<p>Geopolitisch liegt Hoffnung auf dem Treffen zwischen Trump und Xi am Donnerstag. M\u00e4rkte und Anleger schauen in dieser Woche zudem unter anderem auf das Verbrauchervertrauen in der Eurozone, die Einkaufsmanagerindizes in den gro\u00dfen Wirtschaftsnationen und das ifo-Gesch\u00e4ftsklima f\u00fcr Deutschland.<\/p>\n<h3>Makro\u00f6konomie und Geopolitik: Energieversorgung unter Druck<\/h3>\n<p>Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen halten die internationalen M\u00e4rkte in Atem. J\u00fcngste Berichte verzeichnen beispiellose Drohnen- und Raketenangriffe der Ukraine auf russisches Territorium, bei denen unter anderem eine wichtige Raffinerie nahe Moskau getroffen wurde.<\/p>\n<p>Parallel dazu droht im Nahen Osten eine weitere milit\u00e4rische Eskalation. Den USA und ihren Verb\u00fcndeten wird nachgesagt, neue Angriffswellen zu planen, woraufhin der Iran mit einer drastischen Ausweitung seiner regionalen Ziele droht.<\/p>\n<p>Diese doppelte geopolitische Krise hat unmittelbare und schwerwiegende Folgen f\u00fcr die Energiem\u00e4rkte. Bereits \u00fcber das Wochenende sind die \u00d6ltransfers durch die strategisch entscheidende Stra\u00dfe von Hormus massiv eingebrochen.<\/p>\n<p>Besonders kritisch ist dabei nicht prim\u00e4r die Versorgung mit Roh\u00f6l, sondern der Mangel an Destillaten wie Diesel. In den USA markierte der Dieselpreis ein Rekordhoch, w\u00e4hrend in Frankreich erste Tankstellen g\u00e4nzlich ohne Kraftstoffe auskommen mussten.<\/p>\n<p>F\u00fcr westliche Volkswirtschaften, die im Gegensatz zu den USA nicht energieautark sind, stellt diese Verknappung eine erhebliche Gefahr dar. Die Deutsche Bundesbank warnt in ihrem j\u00fcngsten Monatsbericht ausdr\u00fccklich vor den inflation\u00e4ren Zweitrundeneffekten.<\/p>\n<p>H\u00f6here Kosten an den Zapfs\u00e4ulen fressen sich unweigerlich durch die globalen Lieferketten und zwingen Notenbanken potenziell zu dauerhaft h\u00f6heren Leitzinsen, was wiederum die Finanzierungskosten f\u00fcr langfristige Investitionen in die H\u00f6he treibt.<\/p>\n<h3>Wirtschaft in Europa: Frankreich und Deutschland straucheln<\/h3>\n<p>Die Energiekrise offenbart auch die tiefen strukturellen Risse innerhalb Europas. J\u00fcngste Signale aus Norwegen verdeutlichen den Unmut \u00fcber die deutsche Energiepolitik, da man in Oslo nicht bereit ist, Defizite bedingungslos auszugleichen.<\/p>\n<p>In Frankreich spiegeln sich die wirtschaftlichen Verwerfungen in einer alarmierenden Staatsverschuldung wider. Das Finanzministerium in Paris musste eingestehen, dass die gesetzten Wachstumsziele verfehlt werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr das laufende Jahr wird eine Schuldenquote von \u00fcber 119 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet \u2013 der h\u00f6chste Wert seit dem Jahr 1978. Ein dringend ben\u00f6tigtes Reformpaket im Umfang von 54 Milliarden Euro f\u00fcr das Jahr 2027 steht auf der Kippe.<\/p>\n<p>Sowohl das linke Lager als auch die politische Rechte kn\u00fcpfen ihre Zustimmung an harte Bedingungen. Zusammen mit den akuten Engp\u00e4ssen bei der Kraftstoffversorgung droht in Frankreich ein sp\u00fcrbarer R\u00fcckgang der gesamten Wirtschaftsleistung.<\/p>\n<p>Auch in Deutschland k\u00f6nnte sich die Lage eintr\u00fcben. Die Experten der Bundesbank rechnen mit einer weiteren Abk\u00fchlung der Wachstumskr\u00e4fte von zuvor 0,3 Prozent auf lediglich 0,1 Prozent im Quartalsvergleich.<\/p>\n<p>Dass in Deutschland ein Wachstum erzielt wird, ist vor allem staatlichen Interventionen zu verdanken, die etwa 0,5 bis 0,7 Prozent zur Wirtschaftsleistung beitragen, sowie einem positiven Kalendereffekt von 0,3 Prozent.<\/p>\n<p>Obwohl Institutionen wie das Institut der deutschen Wirtschaft und der Bundesverband der Deutschen Industrie ihre Prognosen auf 1,0 bis 1,2 Prozent leicht angehoben haben, f\u00e4llt Deutschland im globalen Vergleich weiter zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Der Reformstau f\u00fchrt zu sp\u00fcrbaren Wohlstandsverlusten, die sich in politischer Instabilit\u00e4t entladen k\u00f6nnen, wie die j\u00fcngsten Wahlergebnisse in verschiedenen Bundesl\u00e4ndern deutlich machten. Zudem drohen Besserverdienern ab dem Jahr 2027 monatliche Mehrbelastungen bei den Sozialabgaben von mindestens 102 Euro.<\/p>\n<h3>Zins-Dilemma an der B\u00f6rse: Divergenz der Notenbanken<\/h3>\n<p>Ein Blick auf die internationalen Zentralbanken zeigt eine gef\u00e4hrliche Zweiteilung der Geldpolitik, die sich auf die Finanzm\u00e4rkte auswirkt. Die Bank of England pausierte erwartungsgem\u00e4\u00df, bietet aber bei einer Inflation von 3,1 Prozent und einem Leitzins von 3,75 Prozent immerhin einen positiven Realzins von plus 0,65 Prozent.<\/p>\n<p>Die US-Notenbank hob die Zinsen zuletzt um 0,25 Prozent auf eine Zielzone von 3,75 bis 4 Prozent an, was ebenfalls einen positiven Realzins von rund plus 0,5 Prozent generiert.<\/p>\n<p>V\u00f6llig anders stellt sich die Situation in der Eurozone und in Japan dar. Die Europ\u00e4ische Zentralbank erh\u00f6hte den Einlagenzins zwar auf 2,5 Prozent, bei einer Teuerungsrate von 3,2 Prozent resultiert daraus jedoch ein negativer Realzins von minus 0,7 Prozent.<\/p>\n<p>Auch die Bank of Japan h\u00e4lt die Zinsen bei 1,25 Prozent, was bei 1,9 Prozent Inflation einen Kaufkraftverlust von minus 0,65 Prozent bedeutet. Wer in diesen W\u00e4hrungsr\u00e4umen Kapital bindet, verliert de facto Geld.<\/p>\n<p>Trotz dieser eklatanten Schw\u00e4che Europas und der immensen Abh\u00e4ngigkeit von den USA in den Bereichen IT, Energie und Milit\u00e4r \u2013 was sich exemplarisch an der US-Dominanz \u00fcber gr\u00f6nl\u00e4ndische Investitionen zeigt \u2013 preisen die Devisenm\u00e4rkte dieses Risiko noch nicht vollumf\u00e4nglich ein.<\/p>\n<p>Gleichzeitig verharren die Renditen an den Rentenm\u00e4rkten auf langj\u00e4hrigen H\u00f6chstniveaus, was hochverschuldete Staaten wie Italien zunehmend in fundamentale Finanzierungsn\u00f6te bringt.<\/p>\n<h3>Vergangene Woche: US-Einzelhandel schl\u00e4gt Immobilienmarkt<\/h3>\n<p>Die j\u00fcngsten Wirtschaftsdaten zeichnen ein ambivalentes Bild. In den USA \u00fcberraschte die Industrieproduktion mit einem soliden Plus von 1,42 Prozent im Jahresvergleich. Der Einzelhandel wuchs nominell sogar um 6,01 Prozent.<\/p>\n<p>Bereinigt man diesen Wert um die Inflation, verbleibt ein beachtliches reales Wachstum von 2,6 Prozent. Einzig der Immobilienmarkt erweist sich als massive Schwachstelle: Der entsprechende Branchenindex brach auf 32 Punkte ein und n\u00e4hert sich damit bedrohlich seinem Allzeittief von 30 Punkten.<\/p>\n<p>In der Eurozone stagnierte die Industrieproduktion bei 0,0 Prozent, w\u00e4hrend die Erzeugerpreise in Deutschland mit einem Anstieg von 4,6 Prozent negativ \u00fcberraschten. Einen kleinen Lichtblick lieferte hingegen Gro\u00dfbritannien mit einem starken Einzelhandelsplus von 2,4 Prozent.<\/p>\n<h3>Prognose f\u00fcr die Berichtswoche: Wichtige Termine f\u00fcr die B\u00f6rse<\/h3>\n<p>In der aktuellen Kalenderwoche stehen richtungsweisende Indikatoren auf der Agenda. Den Auftakt macht das Verbrauchervertrauen der Eurozone, das mit minus 16,5 weiterhin stark durch die hohen Energiekosten belastet sein d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Spannend wird es bei den Einkaufsmanagerindizes: F\u00fcr Deutschland wird ein Wert von rund 51,8 erwartet, f\u00fcr die Eurozone ein leichter R\u00fcckgang auf 51,5. Die USA d\u00fcrften mit Werten zwischen 55 und 55,5 ihre f\u00fchrende Rolle in der westlichen Welt untermauern.<\/p>\n<p>Besondere Aufmerksamkeit verlangen der Ifo-Gesch\u00e4ftsklimaindex und das deutsche Konsumklima, das weiter im negativen Bereich verharrt.<\/p>\n<p>In den USA wird ein R\u00fcckgang der Auftragseing\u00e4nge f\u00fcr langlebige Wirtschaftsg\u00fcter um 9,3 Prozent erwartet. Zudem d\u00fcrfte das Michigan-Verbrauchervertrauen mit mageren 47,5 Punkten die schlechte Stimmung der US-B\u00fcrger widerspiegeln, die massiv unter den hohen Kraftstoffpreisen leiden.<\/p>\n<div class=\"infobox\">\n<p><strong>The Hellmeyer of the Week: Key Takeaways at a Glance<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"><strong>Geopolitics<\/strong> Die milit\u00e4rischen Eskalationen in Osteuropa und dem Nahen Osten bedrohen die globale Energieversorgung massiv.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"><strong>Energiepreise:<\/strong> Rekordpreise bei Destillaten wie Diesel treiben die Inflation weltweit und gef\u00e4hrden die Lieferketten.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"><strong>Europa:<\/strong> Rekordverschuldung in Frankreich und Reformstau in Deutschland lassen den Kontinent wirtschaftlich zur\u00fcckfallen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"><strong>Geldpolitik:<\/strong> Die Eurozone und Japan bestrafen Anleger mit negativen Realzinsen, w\u00e4hrend die USA und Gro\u00dfbritannien Kaufkraft erhalten.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"><strong>Rentenm\u00e4rkte:<\/strong> Langfristige H\u00f6chstrenditen bringen hochverschuldete Staaten zunehmend in Refinanzierungsschwierigkeiten.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<h3>Fazit: Resilienz leicht r\u00fcckl\u00e4ufig, Hoffen auf Deeskalation<\/h3>\n<p>Die Widerstandskraft der internationalen Finanzm\u00e4rkte k\u00f6nnte angesichts der anhaltenden Krisen langsam br\u00f6ckeln. Der permanente Druck durch restriktive Rentenm\u00e4rkte und sich versch\u00e4rfende geopolitische Konflikte darf von Investoren nicht l\u00e4nger ignoriert werden.<\/p>\n<p>Ein Hoffnungsschimmer f\u00fcr die B\u00f6rse und die Realwirtschaft ruht nun auf dem anstehenden Treffen in den USA. Sollte der Dialog in Washington konkrete Schritte zur Deeskalation hervorbringen, k\u00f6nnte dies die dringend ben\u00f6tigte Erleichterung f\u00fcr die globalen M\u00e4rkte bedeuten.<\/p>\n<p>The economic overview with current assessment short and concise \u2013 only here at <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/der-hellmeyer-der-woche\/\">Hellmeyer of the Week<\/a>.<\/p>\n<p class=\"p1\">M\u00f6chten Sie jede Woche mit Folker Hellmeyer starten? 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