Der Goldene Tempel Harmandir Sahib in Amritsar. Die indische Binnenwirtschaft zählt zu den wichtigsten Einnahmequellen vieler börsennotierter Unternehmen. (Foto: Freepik, rsapmech)
Indien hinkte 2025 vielen Schwellenländern hinterher. Während andere Märkte wie etwa der polnische Markt oder auch der südkoreanische Markt zweistellige Renditen lieferten, zählt der indische Markt mit seiner Performance von minus 8,6 Prozent zu den Verlierern. Doch genau diese Schwäche schafft Chancen. 2026 könnte zum Jahr der Aufholbewegung werden. Hat Indien denselben Wendepunkt vor sich wie zuvor andere wachsende Märkte?
Der indische Aktienmarkt blieb hinter den Erwartungen zurück
Indiens Aktienmarkt entwickelte sich 2025 ungewöhnlich schwach. Der MSCI India ETF bewegte sich kaum. Investoren reagierten auf politische Unsicherheiten. Die deutlich höheren Zölle (bis zu 50 Prozent) auf indische Exportwaren in die USA, trübten nicht nur die Stimmung, sondern schlugen sich auch in schlechten Zahlen wider. Zwischen Mai und Oktober 2025 gingen die Exporte um teilweise 20 bis 30 Prozent zurück. Nicht nur der Optimismus bei den großen Exportunternehmen ging zurück, sondern auch bei Unternehmen, die auf den indischen Binnenmarkt ausgerichtet sind.
Neben dieser angespannten wirtschaftlichen und politischen Lage gab es in vielen Schwellenmärkten günstigere Bewertungen. Der indische Markt wirkte hingegen mit einem Ratio cours-bénéfice von 22 ausgereizt und wenig attraktiv. Doch diese oberflächliche Betrachtung greift zu kurz: Die hohe Bewertung ist seit Jahren typisch für Indien. Hintergrund sind das überdurchschnittliche Gewinnwachstum und die solide Kapitalmarktstruktur. Für Investoren ist daher weniger das absolute KGV entscheidend, sondern das Verhältnis von Wachstum zu Risiko. Das Fazit: Ein teurer Markt, der sich dennoch lohnt, weil er schneller wächst und politisch stabiler ist als viele andere Märkte.
Strukturelle Vorteile suggerieren Wachstum
Indien bietet strukturelle Faktoren, die nur wenige große Volkswirtschaften heute besitzen. Dazu zählen die junge Bevölkerungsschicht, das steigende Einkommen, die wachsende urbanisierte Mittelschicht und Fortschritte in der Digitalisierung und in der Infrastruktur. Die jährliche Wachstumsrate von 6 bis 7 Prozent liegt weiterhin deutlich über dem globalen Schnitt von 3 Prozent.
Die Binnenwirtschaft zählt inzwischen zu den wichtigsten Einnahmequellen vieler börsennotierter Unternehmen. Die Abhängigkeit vom Welthandel ist somit rückläufig. Der Konsum bleibt die zentrale Kraft für das indische Wachstum, doch auch die Investitionsquote steigt und liegt nun bei bereits 30,4 Prozent des BIP. Letztlich laufen auch Reformen zur Modernisierung des Kapitalmarkts und einen vereinfachten Zugang für ausländische Investoren weiter.
Auf eine zyklische Schwäche folgt gewöhnlich eine strukturelle Stärke
2025 ging die Inflation deutlich zurück. Während im Mai 2025 die Verbraucherpreisinflation bei 2,6 Prozent lag, erreichte die Inflation im Oktober 2025 aufgrund günstiger Vergleichswerte ein sehr niedriges Niveau von 0,25 Prozent. Die Zentralbank senkte die Zinsen im gesamten Jahr um 1,25 Prozent. Die Wirtschaft reagierte jedoch stabiler als gedacht. Das Zusammenspiel aus niedriger Inflation, fallenden Finanzierungskosten und anhaltendem Wachstum schafft eine günstige Ausgangslage für Anleger, denn dieses Zusammenspiel könnte bereits eine Marktumkehr einleiten, wenn Kapital wieder vermehrt in den Aktienmarkt fließt. 2026 könnte damit der Startpunkt einer Erholung sein.
MSCI India mit Sektor-Konzentration
Die indische Börse ist stark innenorientiert. Das unterscheidet sie von anderen asiatischen Märkten und sollte von Anlegern bedacht werden. 3 Bereiche dominieren den MSCI India.
- Finanzsektor: Lokale Banken profitieren von steigender Kreditnachfrage und einer stabilen Zinsstruktur.
- Konsum: Der Binnenmarkt wächst kontinuierlich. Haushalte geben mehr für Waren und Dienstleistungen aus.
- Industrie und Energie: Niedrigere Finanzierungskosten und steigende Investitionen treiben die Nachfrage nach Rohstoffen, Infrastruktur und Fertigung an.
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Risiken bleiben, doch der Markt kennt sie
Indien steht im Spannungsfeld zwischen Ost und West. Handelskonflikte und Zölle führten 2025 zu kurzfristigen Rücksetzern. Doch der Effekt ist begrenzt. Der größte Teil der Unternehmensgewinne entsteht im Inland. Indien pflegt zudem mehrere geopolitische Partnerschaften gleichzeitig. Das macht die Wirtschaft robuster gegenüber einzelnen politischen Entscheidungen.
Risiken bestehen aufgrund möglicher Währungsschwäche und schwankenden Kapitalzuflüssen aus dem Ausland. Doch diese Risiken wurden in der jüngsten Seitwärtsphase voraussichtlich eingepreist. Dadurch erhöht sich wiederum das Aufholpotenzial, sofern keine überraschenden Ereignisse auftreten.
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