Arbeitsmarkt USA: Job-Rückgang im Februar. (Foto: Freepik, user8647581)
Washington – Überraschender Einbruch! Der starke Job-Zuwachs im Januar war wohl eine Ausnahme. Für Februar hat das US-Arbeitsministerium einen Verlust von 92.000 Arbeitsverhältnissen außerhalb der Landwirtschaft errechnet – Ökonomen hatten einen Zuwachs von 60.000 prognostiziert. Die Arbeitslosenquote steigt leicht auf 4,4 Prozent.
Die 130.000 neuen Stellen im Januar korrigierten die Statistiker zudem nach unten, auf nun 126.000. Auch die Zahl für Dezember wurde revidiert, und zwar kräftig von plus 48.000 auf minus 17.000.
ADP-Report: mehr Jobs als erwartet – nur wenige Branchen
Ein Stellenplus meldete hingegen am Mittwoch der Report des Lohndienstleisters ADP. 63.000 neue Jobs sind demnach im Februar in privaten Betrieben entstanden (nach 11.000 im Vormonat). Ökonomen hatten nur 48.000 erwartet. Das Jobwachstum betrifft vor allem die Branchen Bau, Bildung und Gesundheit.
“Wir haben einen Anstieg der Neueinstellungen beobachtet, und die Gehaltssteigerungen sind weiterhin stabil”, kommentierte ADP-Chefvolkswirtin Nela Richardson. Aber Neueinstellungen gebe es nur in wenigen Branchen. Ein flächendeckender Gehaltsvorteil für Jobwechsler sei nicht festzustellen.
Inflation weiter in Fokus – Fed ist aktuell zurückhaltend
Eine nachhaltige Belebung des US-Arbeitsmarkts 2026 ist nicht ausgemacht – zugleich bewegt sich die Inflation weiter über dem 2-Prozent-Ziel der Fed. Der Consumer Price Index verzeichnete im Januar 2,4 Prozent Preisauftrieb, die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel lag bei 2,5 Prozent.
Die US-Notenbank agiert daher momentan vorsichtig und hat im Januar die Zinsen weder gesenkt – was den Arbeitsmarkt stützen würde – noch erhöht, um die Inflation einzudämmen. Der Leitzins steht vor dem nächsten Zinsentscheid am 18. März aktuell bei einer Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent.
Neue Preisrisiken durch Iran-Krieg – Debatte über KI-Effekte
Der Iran-Krieg macht die Aufgabe der Fed nicht leichter. Blockierte Tanker in der Straße von Hormus, explodierende Weltmarktpreise für Öl und Gas – der Flächenbrand im Nahen Osten dürfte auch die Inflation in den USA wieder anheizen. Worauf die Notenbank mit Zinsanhebungen reagieren müsste.
Ein anderes Fed-Thema ist die Künstliche Intelligenz. Notenbanker und Ökonomen diskutieren aktuell, ob KI womöglich einen “Boom ohne Arbeitsplätze” hervorrufe, weil Automatisierung die Menschen ersetzt. Zugleich läuft eine Debatte, ob der KI-bedingte Produktivitätsanstieg die Inflation senkt.
Warsh-Bestätigung in der Schwebe – Prognose des FedWatch Tools
Aktuell schwächt das Theater um die Nachfolge von Fed-Präsident Jerome Powell die US-Notenbank. Die Einsetzung von Nachfolger Kevin Warsh stockt. Der Grund: ein republikanischer Abweichler im Kongress. Ohne ihn verfehlt der Trump-Kandidat die Mehrheit. Powells Amtszeit endet am 15. Mai.
Was erwarten die Märkte beim Zinsentscheid am 18. März? Die Chance für eine Zinspause beziffert das Outil FedWatch auf 95,3 Prozent. Dass auch nach der Sitzung am 29. April die Zinsen bei einer Spanne von 350 bis 375 Basispunkten stehen, ist zu 85,5 Prozent wahrscheinlich. (Stand 14.43 Uhr MEZ)
Aktualisiert nach Bekanntgabe der Arbeitsmarktzahlen am 6. März 2026 um 14.43 Uhr (MEZ).
La contribution Arbeitsmarkt USA heute: Daten für Februar 2026 – Prognose Zins-Entscheid der Fed est apparu en premier ftd.de.