Das Atomium in Brüssel: Ein Wahrzeichen Europas. (Foto: Freepik, user21859082)
Panzer statt Pazifismus, Staatsmilliarden statt Sparpolitik, Industriepolitik statt Globalisierungsromantik: Europa erfindet sich neu – und die Börse feiert mit. Der Londoner ETF-Anbieter HANetf gießt diese Zeitenwende mit dem Making Europe Great Again ETF in ein UCITS-Anlageprodukt. Doch wer hier investiert, kauft womöglich mehr Erwartung als Realität.
Europa entdeckt die Macht – und die Börse entdeckt Europa
Die Geschichte Europas an den Kapitalmärkten war lange eine des Hinterherlaufens. Während die USA Tech-Giganten hervorbrachten, verwaltete Europa seine Vergangenheit: solide, aber selten spektakulär. Sicherheit kam aus Washington, Wachstum aus China, Energie aus Russland. Ein bequemes Modell – bis es zerbrach.
Jetzt wird Europa gezwungen, erwachsen zu werden. Der Ukraine-Krieg, eskalierende geopolitische Spannungen und eine zunehmend erratische Weltordnung haben den Kontinent aus seiner Komfortzone gerissen. Plötzlich geht es nicht mehr um Effizienz, sondern um Kontrolle. Nicht mehr um Kostenoptimierung, sondern um Versorgungssicherheit.
Und genau auf diese neue Realität setzt der HANetf Making Europe Great Again UCITS ETF (ISIN: IE0007WMHDE3). Er ist kein Produkt für Schönwetterphasen, sondern für eine Welt, in der Politik wieder der wichtigste Treiber für Märkte ist.
Ein Indexfonds als politische Wette
Der ETF bildet keinen Markt ab – er erzählt eine Geschichte. Die Geschichte eines Europas, das sich neu aufstellen muss: militärisch, industriell, energiepolitisch.
Der zugrunde liegende VettaFi Making Europe Great Again Index bündelt Unternehmen aus Verteidigung, Energie, Infrastruktur und Nearshoring. Das klingt nach Diversifikation, ist aber in Wahrheit eine klare Wette: dass staatlich getriebene Investitionsprogramme die Gewinner von morgen definieren.
Die Auswahlkriterien sind entsprechend streng. Wer dabei ist, verdient sein Geld zu großen Teilen genau in diesen strategischen Feldern. Das Ergebnis ist kein breit gestreutes Europa-Portfolio, sondern ein konzentriertes Exposure auf politische Prioritäten. Oder anders gesagt: Dieser ETF investiert nicht in Europa, wie es ist – sondern in Europa, wie es künftig sein soll.
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Die neue Industrie: weniger Glamour, mehr Macht
Die Namen im Portfolio lesen sich nicht wie das Who’s who der globalen Börsenelite. Keine Plattformökonomie, keine KI-Fantastereien, keine digitalen Monopole. Stattdessen: Energieprojekteure, Infrastrukturbetreiber und Industrieunternehmen.
Holdings wie Technip Energies, Getlink, Ørsted oder Aéroports de Paris stehen für eine andere Art von Wirtschaft: weniger visionär, dafür systemrelevant. Es geht um Strom, Transport und Versorgung – um das Rückgrat eines Kontinents. Auch Akteure wie Equinor oder Aker BP zeigen, wohin die Reise geht: Energie ist wieder strategisch wichtig, nicht nur ökonomisch. Das ist die stille Revolution dieses ETFs: Er setzt nicht auf das nächste große Ding, sondern auf das, was zwingend benötigt wird.
Rüstung ist zurück – und diesmal gewollt
Der Bruch mit der Vergangenheit zeigt sich am deutlichsten im Verteidigungssektor. Europa rüstet auf – und das nicht zögerlich, sondern strukturell. Was jahrzehntelang politisch heikel war, ist heute Konsens. Unternehmen wie Rheinmetall sind vom Börsenrand ins Zentrum der Kapitalmärkte gerückt. Panzer, Luftabwehr und Sensorik sind keine Randthemen mehr, sondern Wachstumstreiber mit politischer Rückendeckung.
Doch der ETF denkt größer. Er begreift, dass militärische Stärke ohne industrielle Basis nicht möglich ist. Deshalb sind Infrastruktur und Energie keine Ergänzung, sondern Voraussetzung. Wer Armeen bewegen will, braucht Straßen. Wer Systeme betreiben will, braucht Strom.
Die Börse hat die Story längst gekauft
So überzeugend die Erzählung ist – die Märkte waren schneller. Die Kurse europäischer Verteidigungs- und Infrastrukturwerte sind in den vergangenen Jahren förmlich explodiert. Der ETF profitiert davon sichtbar. Mit einem Plus von 50 Prozent auf Jahressicht und mit 18 Prozent Plus seit Jahresbeginn (Stand: 19. April 2026) Das Problem: Geschichten, die jeder kennt, sind selten günstig.
Viele der enthaltenen Unternehmen handeln inzwischen auf Bewertungsniveaus, die viel Zukunft vorwegnehmen. Die große Europa-Wette ist damit längst kein Geheimtipp mehr, sondern ein Konsenstrade. Oder anders formuliert: Anleger steigen hier nicht früh ein, sondern mitten in der Party.
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So schlüssig die Story klingt – an der Börse ist sie längst gespielt. Europäische Verteidigungs- und Infrastrukturwerte haben in den vergangenen Jahren eine Rally hingelegt, die kaum Raum für Zweifel lässt – und ebenso wenig für günstige Einstiegsniveaus. Der ETF reitet diese Welle sichtbar mit: Rund 50 Prozent Plus auf Jahressicht und etwa 18 Prozent seit Jahresbeginn (Stand: 19. April 2026) sprechen eine klare Sprache.
Das Problem: Geschichten, die jeder kennt, sind selten günstig. Viele der enthaltenen Unternehmen handeln inzwischen auf Bewertungsniveaus, die viel Zukunft vorwegnehmen. Die große Europa-Wette ist damit längst kein Geheimtipp mehr, sondern ein Konsenstrade. Oder anders formuliert: Anleger steigen hier nicht früh ein, sondern inmitten der Party.
Europa: günstig bewertet – oder strukturell unterschätzt?
Natürlich gibt es Gegenargumente. Europa ist im Vergleich zu den USA weiterhin günstiger bewertet. Während amerikanische Tech-Giganten mit Premium-Multiples gehandelt werden, wirken viele europäische Industrieunternehmen fast bodenständig. Doch genau darin liegt die Krux. Europa war lange günstig, weil es strukturell schwächer wuchs. Die These dieses ETFs ist, dass sich genau das ändert – durch massive staatliche Investitionen und eine neue industrielle Dynamik. Wenn diese Wette aufgeht, sind die aktuellen Bewertungen gerechtfertigt. Wenn nicht, bleibt Europa das, was es lange war: solide, aber kein Renditetreiber.
Das größte Risiko: Wenn die Politik liefert – oder eben nicht
Dieser ETF hängt stärker an politischen Entscheidungen als die meisten anderen Produkte. Verteidigungsbudgets, Infrastrukturprogramme, Energiepolitik – all das sind keine Marktmechanismen, sondern politische Prozesse. Das schafft einerseits Planungssicherheit.
Andererseits bedeutet es: Wenn die Politik ihre Versprechen nicht einlöst oder Prioritäten verschiebt, bricht die Investmentstory schneller weg, als vielen Anlegern lieb ist. Hinzu kommt die typische Branchenvolatilität. Große Aufträge, komplexe Lieferketten, Fachkräftemangel – das alles sorgt dafür, dass selbst volle Auftragsbücher keine ruhigen Kurse garantieren.
Eine große Wette – mit viel eingepreister Hoffnung
Der HANetf Making Europe Great Again UCITS ETF ist kein defensives Investment. Er ist eine klare, fast schon provokante Positionierung: Europa wird stärker, unabhängiger, industrieller – und die Märkte werden das honorieren. Das kann aufgehen.
Die politischen Signale sind eindeutig, die Investitionsprogramme historisch. Aber: Ein erheblicher Teil dieser Hoffnung steckt bereits in den Kursen. Wer hier investiert, setzt nicht nur auf Europa. Er setzt darauf, dass Europa diesmal tatsächlich liefert. Und genau das ist die eigentliche Wette.
Clause de non-responsabilité:
Pas de conseils en investissement. Aucun appel pour acheter ou vendre des titres.
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