Rendite aus Fernost: Welche Asien-Fonds den Markt schlagen – das ftd-Ranking!

Die wirtschaftliche Entwicklung Asiens basiert maßgeblich auf technologischen Innovationen und einer wachsenden Mittelschicht. (Foto: Freepik KI Suite)

Demografie, Digitalisierung, Industriewandel: Asien bleibt der Taktgeber der Weltwirtschaft. Doch die Dynamik ist uneinheitlich – und genau darin liegen Chancen. Welche Märkte überzeugen und welche Fonds über 5 und 10 Jahre die Nase vorn haben.

Asien ist kein homogener Block, sondern ein Spannungsfeld aus Boom, Reform und strukturellem Wandel. Mit rund 4,85 Milliarden Menschen – knapp 60 Prozent der Weltbevölkerung – bleibt der Kontinent das demografische Zentrum der globalen Ökonomie. Laut Internationalem Währungsfonds stammen inzwischen mehr als 60 Prozent des weltweiten Wachstums aus der Region.

Der Treiber dahinter: eine schnell wachsende Mittelschicht, steigende Einkommen und eine rasante Digitalisierung. Vom E-Commerce bis zur Künstlichen Intelligenz entsteht ein gigantischer Binnenmarkt, der zunehmend unabhängig vom Westen funktioniert. Für Investoren ist das eine Steilvorlage – allerdings keine einfache. Denn die Unterschiede zwischen den Ländern sind gravierend.

China, Indien, Japan: 3 Wege, ein Kontinent

China befindet sich mitten in einer strategischen Neujustierung. Mit dem neuen Fünfjahresplan rückt „hochwertiges Wachstum“ in den Fokus. Statt Masse zählt künftig Klasse: Halbleiter, KI, Robotik und Raumfahrt sollen das Rückgrat der Wirtschaft bilden. Gleichzeitig bleiben Risiken – die Immobilienkrise, geopolitische Spannungen und eine vergleichsweise schwache Nachfrage.

Gerade deshalb wirkt der Markt für viele Investoren reizvoll: niedrige Bewertungen treffen auf staatliche Unterstützung und technologische Ambitionen. Besonders spannend ist Chinas Rolle in der grünen Transformation – von Solarenergie bis zu Batterierohstoffen dominiert das Land zentrale Wertschöpfungsketten.

Indien dagegen ist die große Wachstumsstory – zumindest makroökonomisch. Mit rund 1,47 Milliarden Einwohnern und prognostizierten Wachstumsraten von bis zu 7 Prozent zählt das Land zu den dynamischsten Volkswirtschaften weltweit. Steuererleichterungen und Reformen treiben den Konsum.

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Doch an der Börse zeigte sich zuletzt Ernüchterung: hohe Bewertungen, schwächeres Gewinnwachstum und die Abwesenheit im globalen KI-Hype bremsten. Perspektivisch könnte sich das ändern – etwa durch staatliche Initiativen zum Aufbau eigener KI-Infrastruktur. Bis dahin bleiben klassische Sektoren wie Banken und Finanzdienstleister im Fokus.

Japan schließlich ist die stille Reformgeschichte. Strukturreformen, bessere Corporate Governance und ein wirtschaftsfreundlicher Kurs der Regierung sorgen für frischen Wind. Für Investoren ist das Land ein Hybrid: industrialisierte Stabilität mit zyklischem Potenzial.

Die große Lehre aus der regionalen Divergenz: Wer auf Asien setzt, sollte nicht auf Einzelmärkte wetten. Länderübergreifende Fonds bieten den Zugang zu strukturellen Trends – und gleichen zugleich politische und wirtschaftliche Risiken aus. Ein Blick auf die erfolgreichsten Produkte zeigt, wie unterschiedlich die Strategien sein können.

Die besten Asienfonds über 10 Jahre: Qualität setzt sich durch

Allianz Oriental Income – Der Allrounder mit Qualitätsfokus

An der Spitze steht der Allianz Oriental Income (ISIN: LU0348783233). Über 10 Jahre legte der Fonds um rund 250 Prozent zu (13,3 Prozent p.a.) – ein Ausreißer nach oben. Manager Stuart Winchester setzt kompromisslos auf Einzeltitel: Entscheidend sind Cashflows, Bilanzqualität und Bewertung, nicht Länderquoten.

 


Auffällig ist die starke Gewichtung Japans (rund ein Drittel), gefolgt von Taiwan, China und Südkorea. Der Fonds ist breit über Branchen diversifiziert, mit Schwerpunkten in Industrie, Finanzwerten und Technologie. Zu den zentralen Positionen zählen unter anderem Aspeed Technology, Mitsubishi Heavy Industries sowie Ping An und PetroChina. Die vergleichsweise geringe Indien-Quote zeigt, dass der Manager bewusst auf Bewertungsdisziplin achtet und nicht jedem Wachstumsnarrativ folgt.

Invesco Asian Equity Fund – Antizyklisch gegen den Markt

Deutlich dahinter, aber immer noch überzeugend, folgt der Invesco Asian Equity Fund (ISIN: LU1775950980) mit rund 182 Prozent Wertzuwachs. Der Ansatz ist klassisch antizyklisch: investiert wird dort, wo Bewertungen niedrig und Erwartungen gedämpft sind.

 


Regional dominieren China, Taiwan und Südkorea, während entwickelte Märkte wie Japan bewusst ausgeklammert werden. Das Portfolio ist mit rund 60 Titeln relativ konzentriert und stark technologiegetrieben. Schwergewichte wie Taiwan Semiconductor, Samsung Electronics und Tencent machen einen signifikanten Teil des Fonds aus. Gleichzeitig sucht das Management gezielt nach unterbewerteten Unternehmen abseits des Konsenses, etwa in zyklischen Industrien oder im Finanzsektor.

Schroder Emerging Asia – Der Klassiker mit China-Schwerpunkt

Ebenfalls bei rund 182 Prozent liegt der Schroder Emerging Asia (LU0181495838). Fondsmanagerin Louisa Lo verwaltet den Fonds seit vielen Jahren mit klarem Fokus auf die Schwellenländer Asiens.

 


China bildet mit rund einem Drittel den Schwerpunkt, ergänzt durch Taiwan und Südkorea. Der Fonds investiert gezielt in strukturelle Gewinner der Region – insbesondere in den Bereichen Internet, Halbleiter und Konsum. Zu den wichtigsten Positionen zählen Alibaba, Contemporary Amperex Technology (CATL), Taiwan Semiconductor und Samsung Electronics. Der Ansatz kombiniert langfristige Wachstumsthemen mit einer disziplinierten Titelauswahl und hat sich über den Zyklus hinweg bewährt.

Die besten Asienfonds über 5 Jahre: Neue Schwerpunkte, neue Gewinner

Über 5 Jahre zeigt sich ein anderes Bild – auch weil geopolitische Spannungen und China-Risiken stärker ins Gewicht fallen.

Carmignac Portfolio Asia Discovery – Chancen abseits von China

Vorne liegt der Carmignac Portfolio Asia Discovery (ISIN: LU0336083810) mit rund 79 Prozent Plus. Das Besondere: Der Fonds meidet China komplett. Stattdessen setzt Managerin Naomi Waistell auf Taiwan, Südkorea und Indien – und investiert gezielt auch in kleinere, weniger bekannte Unternehmen.

 


Neben Large Caps wie TSMC oder Samsung finden sich zahlreiche Mid- und Small Caps im Portfolio, etwa aus den Bereichen Industrie, Digitalisierung und Plattformökonomie. Beispiele sind das indische Logistiknetzwerk Blackbuck oder der taiwanische Automatisierungsspezialist All Ring Tech. Diese Mischung sorgt für ein höheres Renditepotenzial, bringt aber auch spürbare Schwankungen mit sich.

Robeco Asia Pacific Equities – Value trifft Momentum

Auf Platz 2 folgt der Robeco Asia Pacific Equities (ISIN: LU0871827209) mit etwa 74 Prozent. Der Fonds kombiniert einen Value-orientierten Ansatz mit Momentum-Elementen und investiert breit über Industrie- und Schwellenländer hinweg.

 


Japan ist mit rund einem Drittel der größte Markt, gefolgt von China und Südkorea. Das Portfolio umfasst 60 bis 90 Titel und ist klar auf Einzeltitelselektion ausgerichtet. Zu den größten Positionen zählen Taiwan Semiconductor, Samsung Electronics und Mizuho Financial Group. Auffällig ist die sektorale Balance zwischen Technologie, Finanzwerten und zyklischen Industrien, die dem Fonds eine robuste Struktur verleiht.

M&G Asian Fund – Fundamentale Bewertung im Fokus

Dahinter rangiert der M&G Asian Fund (ISIN: LU1670618187), der auf klassische Bewertungsunterschiede setzt und rund 70 Prozent Rendite erzielte. Der Fonds konzentriert sich auf Asien ex Japan und kombiniert Wachstums- und Substanzwerte.

 


Regionale Schwerpunkte liegen in China, Südkorea und Taiwan. Große Technologiewerte wie TSMC, Tencent und Samsung bilden das Rückgrat des Portfolios, werden aber durch ausgewählte Titel aus Industrie und Konsum ergänzt. Fondsmanager Carl Vine verfolgt einen langfristigen Ansatz mit intensiver Unternehmensanalyse und sucht gezielt nach Diskrepanzen zwischen Marktpreis und fundamentaler Entwicklung.

Fazit: Asien bleibt Pflicht – aber nur mit Strategie

Asien ist und bleibt der Wachstumsmotor der Welt. Doch die Zeiten einfacher Storys sind vorbei. China transformiert sich, Indien muss Erwartungen erfüllen, Japan reformiert sich langsam.

Für Anleger bedeutet das: Chancen sind reichlich vorhanden – aber sie liegen im Detail. Die besten Fonds zeigen, dass konsequente Titelauswahl, flexible Gewichtung und ein langer Atem entscheidend sind.

Oder anders gesagt: Wer in Asien investiert, investiert nicht in einen Markt – sondern in viele Geschichten gleichzeitig. Und genau das macht den Reiz aus.

 

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