Die weltweite Modernisierung der Stromnetze sorgt bei ASTA Energy für Rekordaufträge und ein starkes Umsatzwachstum. (Foto: Magnific.com, joni3atmojo)
Relativ unauffällig, aber höchst erfolgreich vollzog der vertikal integrierte Kupferleiterproduzent ASTA Energy aus Österreich zu Jahresbeginn seinen Börsengang in Frankfurt. Die Aktie stieß auf eine hohe Nachfrage bei institutionellen Investoren. Mit Transaktionsvolumen von rund 190 Millionen Euro und der vollständigen Zuteilung der Aktien wurden die finanziellen Ziele der Emission voll erreicht. Nach nur wenigen Monaten an der Börse, konnte das Papier rund 75 Prozent an Wert gewinnen. Ist ASTA Energy eine Hype-Aktie oder rechtfertigt das Zahlenwerk diese Entwicklung?
Das Fundament: 210 Jahre Know-how und globale Nischenführerschaft
ASTA Energy produziert an weltweit 6 Standorten hochpräzise, isolierte Kupferleiter für die energieintensive Branchen. Zum Kundenkreis zählen globale Marktführer im Bereich der Stromübertragung und Stromerzeugung. Die Kunden vertrauen auf ASTAs 210-jährige Expertise, die auf aktuell 40 Patenten beruht.
ASTA besticht vor allem durch seine tiefe Fertigungskompetenz im Mikrometerbereich. Komplexe Produktanwendungen führen dazu, dass ASTA eine marktführende Position in einer technologisch anspruchsvollen Nische einnehmen konnte.
Kernmarkt: Stromübertragung und Stromerzeugung
Der Fokus liegt dabei auf 2 Kernmärkten. Für die Stromübertragung fertigt ASTA spezialisierte Drillleiter, die vor allem im Bau von großen Leistungstransformatoren in Umspannwerken benötigt werden. Für die Stromerzeugung produziert das Unternehmen sogenannte Roebelstäbe. Diese starren, vorgefertigten Bauteile werden exakt in die Wicklungen von großen Generatoren der Wasser- oder Turbinenkraftwerke eingesetzt. Auch die Elektromobilität gewinnt als Zusatzgeschäft an Bedeutung. Hier positioniert sich ASTA mit speziellen Kupferwicklungen für elektrische Antriebe.
Volle Auftragsbücher durch den globalen Netzausbau
Der Börsengang fällt in eine Phase, die für das Unternehmen mit Rückenwind einhergeht. Die weltweite Modernisierung der Stromnetze und der Ausbau der erneuerbaren Energien erfordern massive Investitionen in die Infrastruktur. Große Industriekonzerne wie Siemens Energy, Hitachi Energy und GE Vernova verzeichnen Höchststände bei ihren Auftragseingängen. Diese Entwicklung schlägt direkt auf ASTA durch.
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Seit dem Jahr 2022 hat sich der Auftragsbestand von ASTA in Europa mehr als versiebenfacht. Das Management spricht aufgrund dieser Dynamik von einem strukturellen Superzyklus, der weit über das Jahr 2030 hinaus anhalten dürfte. Hinzu kommt der Vorteil der globalen Unterversorgung an kritischen Energiekomponenten, weshalb ASTA mehr Preissetzungsmacht bei Langfristverträgen hat. Zuletzt wurde die vertragliche Vereinbarung mit Siemens Energy, übrigens auch Ankeraktionär von ASTA, bis 2032 verlängert.
Rohstoffsicherung und Risikominimierung im Fokus
ASTA ist stark von Rohstoffpreisen abhängig. Um sich von den volatilen Preisen, geopolitischen Risiken und potenziellen Lieferengpässen zu entkoppeln, konzentriert sich ASTA auf eine eigene Kreislaufwirtschaft. Mittlerweile stammt fast 40 Prozent des verarbeiteten Kupfers aus recycelten Materialien. Um diesen Anteil weiter anzuheben und die Unabhängigkeit zu stärken, wird der Ausbau eigener Recyclinganlagen an den Produktionsstandorten in Brasilien und Asien forciert.
Zudem werden Kundenbeauftragung und Rohstoffeinkauf aneinander gekoppelt. Damit wird das Preisrisiko für rund 80 Prozent des Umsatzvolumens komplett ausgeschaltet. Die weiteren Preisschwankungen werden mit einem vertraglichen Weitergabe-Mechanismus abgefedert.
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Das erste Zahlenwerk auf dem Prüfstand
Im 1. Quartal steigerte ASTA den Umsatz um 15,3 Prozent. Bereinigt um weitergereichte Materialkosten fiel das Wachstum mit 35,7 Prozent jedoch deutlich stärker aus. Treiber dieser Entwicklung waren eine anhaltend hohe Nachfrage, spürbare Preissetzungsmacht und eine hohe Kapazitätsauslastung. Entsprechend verbesserte sich auch die Marge auf 8,8 Prozent des Umsatzes und der Gewinn je Aktie kletterte im 1. Quartal von 0,09 Euro im Vorjahr auf 0,49 Euro.
Das Management hält am Expansionskurs fest und setzt Investitionen in den Ausbau der Produktionsstandorte in Indien, China und Bosnien fort. Für das Gesamtjahr peilt ASTA einen Umsatz von 790 Millionen Euro an, was einem Wachstum von rund 13 Prozent entsprechen würde. Zusätzliche Langfristverträge mit führenden globalen Erstausrüstern (OEMs) stärken darüber hinaus die Vorhersehbarkeit der künftigen Umsatzentwicklung.
Erstes Fazit zum Börsenneuling
ASTA Energy ist ein spannender Small-Cap-Neuzugang an der Börse. Der hohe Auftragsbestand und die langfristigen Verträge sorgen bereits für eine gewisse Visibilität, doch erst die kommenden Quartalszahlen werden eine belastbarere Einschätzung ermöglichen und zeigen, ob ASTA tatsächlich Teil eines nachhaltigen Superzyklus ist.
Pas de conseils en investissement. Aucun appel pour acheter ou vendre des titres.
La contribution ASTA Energy Aktie: Österreichs IPO-Star sieht sich in einem Superzyklus est apparu en premier ftd.de.