Action Elis : Linge et autres services par abonnement – les coulisses de l'activité

Dank hoher Kundenbindung und langlaufenden Service-Verträgen profitiert die Elis-Aktie von stabilen Cashflows im textilen B2B-Geschäft. (Foto: Magnific.com, arinahabich)

Tag für Tag liefert ein Unternehmen am Morgen frische Ärztekittel in Dutzende Krankenhäuser, reinigt die Bettwäsche in Hunderten von Hotels und sorgt dafür, dass die Schutzkleidung in Automobilwerken am Fließband hängt, bevor die erste Schicht beginnt.

All das läuft fast schon unsichtbar im Hintergrund. Kein Wunder, dass der Name dieses Unternehmens nicht weitläufig bekannt ist: Elis SA. Gegründet 1883 in Frankreich, bedient der Konzern heute 400.000 Kunden in 31 Ländern und erzielte zuletzt einen Umsatz von knapp 5 Milliarden Euro. An der Pariser Börse fristet die Aktie ein Dasein unterhalb des Radars der meisten Privatanleger – zu Unrecht, wie ein näherer Blick zeigt.

Das Wichtigste zur Elis Aktie

  • Elis überzeugt durch ein krisenresistentes B2B-Geschäftsmodell mit hoher Kundenbindung und monatlichen Servicepauschalen.
  • Die Quartalszahlen im 1. Halbjahr zeigen ein solides Umsatzwachstum von 4,9 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro.
  • Trotz operativer Stärke bestehen Risiken durch juristische Altlasten in Brasilien und den Verlust von Regierungsaufträgen in Mexiko.

Textil-Service: Simples Prinzip, starke Wirkung

Um Elis zu verstehen, muss man zunächst begreifen, was das Unternehmen eigentlich verkauft. Die überraschende Antwort darauf lautet: gar nichts. Vielmehr vermietet Elis. Allerdings nicht nur Textilien, sondern auch die gesamte Dienstleistung drumherum.

So schließt ein Krankenhaus, das mit Elis zusammenarbeitet, nicht etwa einen Kaufvertrag für OP-Mäntel oder Patientenwäsche ab. Stattdessen zahlt es eine monatliche Servicepauschale, um im Gegenzug die wiederaufbereiteten oder gegebenenfalls ausgebesserten Kleidungsstücke zur sofortigen Weiternutzung geliefert zu bekommen.

Dasselbe Prinzip gilt für Hoteliers, die keine eigene Wäscherei betreiben wollen oder für Industrieunternehmen, die ihren Mitarbeitern Schutzkleidung stellen müssen. Elis übernimmt all das und rechnet es im Abonnementpaket ab.

Obwohl die Dienstleistung zunächst wie ein einfacher Wäscheservice anmuten mag, ist sie in Wirklichkeit ein kapitalintensives und doch robustes Geschäftsmodell. Das Erfolgsrezept liegt in den langen Vertragslaufzeiten und der hohen Kundenbindung.

Wer einmal mit Elis kooperiert, wechselt selten, weil es zu aufwändig wäre, einen neuen Anbieter zu suchen, der an 400 eigenen Standorten Wäschereien betreibt, Touren fährt und die gesamte dahinterstehende Logistik problemlos beherrscht.

Quartalszahlen unterstreichen operative Stabilität

Erst Ende Juli legte Elis seinen Halbjahresbericht vor, der sich sehen lassen kann. In den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres stieg der Umsatz um 4,9 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro, wovon 3,2 Prozent aus echtem organischem Wachstum stammen, der Rest hingegen auf Zukäufe oder Währungseffekte zurückzuführen ist.

Ebenfalls um 4,9 Prozent legte das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 853,8 Millionen Euro zu, sodass die Marge bei konstanten 37,7 Prozent verharrt. Zuwächse gab es derweil auch beim Nettogewinn (7,3 Prozent auf 163,6 Millionen Euro) sowie beim bereinigten Gewinn je Aktie, der nun bei 0,89 Euro liegt (plus 5,1 Prozent).

 


Prognose: Langfristige Aussichten bleiben vielversprechend

In den kommenden Jahren dürfte sich die Wachstumsstory von Elis vermutlich kaum abschwächen, denn Unternehmen aller Art lagern immer mehr Unterstützungsprozesse an spezialisierte Dienstleister aus. Von dieser Entwicklung profitieren die Franzosen unmittelbar, weil sie genau das anbieten, was andere ungern erledigen: aufwändige, regulierte Routinen rund um Hygiene und Arbeitskleidung.

In Märkten wie Spanien, Italien oder Osteuropa ist der Outsourcing-Grad gegenwärtig noch deutlich niedriger als in Frankreich oder Skandinavien, was Elis erhebliches Expansionspotenzial durch eine entsprechende geografische Ausrichtung eröffnet.

Zudem hat das Unternehmen sein Angebotsportfolio in jüngster Zeit gezielt um Bereiche wie beispielsweise Schädlingsbekämpfung oder Reinraumkleidung für die Halbleiterindustrie erweitert, die höhere Margen versprechen und gleichzeitig die Abhängigkeit vom klassischen Wäschegeschäft sukzessive reduzieren sollen.

Smartbroker Dashboard / Quelle: Smartbroker Presse

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Risiken für Investoren sind nicht wegzureden

So klar die Stärken von Elis sind, so offen sollte auch über die Schwachstellen gesprochen werden. Die wohl größte Herausforderung ist die derzeitige Situation in Mexiko. Nachdem die dortige Regierung das öffentliche Gesundheitssystem umstrukturiert und alle Verträge neu ausgeschrieben hat, verlor Elis rund die Hälfte seiner Aufträge in dem nordamerikanischen Land. Dieses Beispiel zeigt eindringlich, wie abhängig der Konzern von staatlichen Entscheidungen sein kann.

Schwerer einzuschätzen sind die juristischen Altlasten in Brasilien. Mehrere der dort in den vergangenen Jahren übernommenen Unternehmen sind in behördliche Untersuchungen wegen möglicher Korruptionsvorfälle aus der Zeit vor dem Erwerb verwickelt. Die Verfahren laufen seit Jahren, das maximale Haftungsrisiko liegt schätzungsweise bei umgerechnet rund 66 Millionen Euro.

Zumindest nicht aus dem Blick verlieren sollten Investoren auch die Nettoverschuldung, die infolge des Aktienrückkaufprogramms auf das 2,1-fache des Ebitda gestiegen ist. Das mag zwar ein vertretbares Verhältnis sein, lässt andererseits aber nicht mehr die großen Spielräume für potenzielle Akquisitionen.

Elis Fazit: Etwas Geduld ist unabdingbar

Gewiss ist Elis keine Aktie, die von einem Quartal zum anderen spektakuläre Kursgewinne verspricht. Dafür wächst das Unternehmen aber moderat, erwirtschaftet Jahr für Jahr solide Cashflows und gibt einen Teil davon über Dividendes und Rückkaufprogramme wieder an seine Anteilseigner zurück.

Alles in allem präsentiert sich Elis als ein defensiv aufgestellter europäischer Titel mit einem schwer angreifbaren Geschäftsmodell, der für Investoren interessant sein kann, die einen mehrjährigen Anlagehorizont mitbringen und sich von eventuellen Rücksetzern nicht abschrecken lassen.

 

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