Bitcoin: KI-Hacker räumen Millionen ab! Wird Künstliche Intelligenz zum Problem?

KI-Tools beschleunigen Krypto-Hacks massiv, doch die Bitcoin-Blockchain wurde noch nicht kompromittiert. (KI-Bild: Magnific.com, Who is Danny)

Es wird immer wilder, immer heftiger: Eine Hacking-Welle erfasst die Krypto-Märkte – diesmal mit KI-Turbo! Angreifer erbeuten Coins im Wert von hunderten Millionen Dollar – und empfindliche Nutzerdaten. Ein bekannter Krypto-Influencer zieht bereits die Reißleine: Eigenverwahrung von Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum oder Solana sei „nicht mehr sicher“. Wie ernst ist die Lage?

Hack-Welle mit KI-Turbo: Angriffe erschüttern die Branche

Millionen-Diebstähle, Online-Betrugsmaschen, gewaltsame Überfälle: Die Krypto-Branche gerät verstärkt ins Visier von Kriminellen – Künstliche Intelligenz hilft mit. Der große Hardware-Wallet-Hersteller Trezor etwa räumt diese Woche kleinlaut ein: Der E-Mail-Dienstleister des Unternehmens ist gehackt. Erneut. Die Folge: Kunden erhalten täuschend echte Warnmails mit betrügerischem Link – bereits der dritte Vorfall binnen weniger Wochen. Mehr als 80.000 Nutzerdaten sind betroffen – die befinden sich nun in den Händen der Hacker.

 


Für den Krypto-Influencer CryptoBitlord ein klarer Fall: „Eigenverwahrung ist nicht mehr sicher. Endlose Hacks, Abzocke, Phishing und Wrench-Angriffe“, schreibt er seinen fast 500.000 Followern auf X. Letztgenanntes meint: Überfälle, bei denen Besitzer mit Gewalt zur Herausgabe ihrer Coins gezwungen werden. Tatsächlich liest sich die Bilanz brutal:

  • Februar 2025: Nordkoreanische Hacker manipulieren bei der Kryptobörse Bybit die Freigabe einer einzigen Überweisung. Rund 1,5 Milliarden Dollar verschwinden – der bis dato größte Krypto-Diebstahl.
  • 2025: Die Handelsplattform Cetus (223 Millionen Dollar), Balancer (128 Millionen), die iranische Börse Nobitex (rund 90 Millionen) und Phemex (rund 80 Millionen) werden leergeräumt.
  • 2026: Diebe entdecken eine Schwachstelle im Hardware-Wallet Coldcard, stauben mehr als 2.000 Bitcoin ab.
  • Februar-Mai 2026: Ein Paar wird in Frankreich von Tätern überfallen, die sich als Polizisten ausgeben, verliert Bitcoin im Wert von rund einer Million Dollar. In einem weiteren Fall werden die Mutter und der elfjährige Sohn eines bekannten Krypto-Unternehmers als Geiseln genommen: Die Täter fordern 400.000 Euro, bis eine Spezialeinheit eingreift. Teil eines größeren Trends: Frankreich entwickelt sich 2026 zum europäischen Brennpunkt solcher Angriffe.
  • September 2026: Ein Software-Bug im Bitcoin-Nebennetz Liquid macht es Hackern möglich, Fake-Bitcoin zu erzeugen und gegen echte einzutauschen – 4.000 BTC fließen ab. Immerhin: Laut einem Bericht von Bloomberg geben die selbsternannten „Whitehat“-Hacker 3.400 Coins zurück.

Ledger, Coldcard & Trezor: Sind Hardware-Wallets unsicher?

Mitverantwortlich für die zahlreichen Hacks: Künstliche Intelligenz á la Claude, ChatGPT und Co. Denn: Leistungsstarke KI-Modelle durchkämmen innerhalb kürzester Zeit riesige Mengen an Programmcode – und entdecken dabei Fehler, die jahrelang unbemerkt geblieben sind. Damit nicht genug: Auf Wunsch liefert die Software den Angriffsweg gleich mit. Im Coldcard-Fall beispielsweise geht der Hersteller davon aus, dass Hacker eine KI auf alte Software-Versionen angesetzt haben.

Kleiner Lichtblick: Die Verteidiger nutzen inzwischen dieselben Werkzeuge. Wer zuerst und an der richtigen Stelle sucht, gewinnt. Doch was bedeutet das für Anleger? Wie sicher sind die eigenen Coins, wenn man sie nicht auf Börsen parkt, sondern eigenständig verwahrt – eine Praxis, zu der Sicherheitsexperten seit Jahren raten?

Grundsätzlich gilt: Ruhe bewahren. Hardware-Wallets sind nach wie vor vergleichsweise sicher: Einen großflächigen Hack der Geräte von zum Beispiel Ledger oder Trezor, den bekanntesten Anbietern, gibt es bis heute nicht. Kompromittiert wurden lediglich Kundendaten bei Dienstleistern – Namen, Adressen, Kontakte –, und das auch nur bei einem vergleichsweise kleinen Teil der Käufer. Die überwältigende Mehrheit der Anleger ist nicht betroffen. Übrigens: Die Bitcoin-Blockchain selbst ist bis heute nicht kompromittiert worden. Aktueller BTC-Kurs nach einem Wochenverlust von mehr als 5 Prozent: 77.010 Dollar.

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Google macht Fruchtfliegen-KI zum Krypto-Trader

Die Natur als Open-Source-Projekt: Google hat in Kooperation mit einem Forschungsinstitut das komplette Gehirn einer Fruchtfliege kartiert – 166.700 Nervenzellen, 25,6 Millionen Verbindungen, frei zugänglich für jedermann. US-Software-Entwickler Alex Wormuth kommt umgehend auf eine verrückte Idee: „Ich habe dem Fliegenhirn 100 Dollar gegeben, um Bitcoin zu handeln“, verrät der Programmierer auf X.

Die Konstruktion ist so simpel wie bizarr: Die Aktivität der Nervenzellen entscheidet über Kauf und Verkauf, die Aufträge laufen über ein echtes Konto bei Coinbase, der weltgrößten Kryptobörse. Und immer, wenn das Depot im Plus liegt, stimuliert der Mechanismus 15 Dopamin-Zellen – die Fliege wird für Gewinne also belohnt wie für eine gefundene Frucht. Der Code liegt offen im Netz, jeder kann sich sein persönliches Fliegengehirn bei Bedarf nachbauen.

Ob das Insekt mit seinen neu erworbenen Skills nun reich wird, bleibt abzuwarten. Immerhin: Es kennt weder Angst noch Gier und klickt garantiert auf keine Phishing-Mail. Damit hat das Fliegenhirn manchem womöglich bereits eine Disziplin voraus.

 

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