Globale Versorgungskrise spitzt sich zu! Der Hellmeyer der Woche KW38

 

Neue Höchstmarken für Öl- und Treibstoffpreise, prekäre Renditen an den Anleihemärkten, weitere Zuspitzung im Ukraine-Konflikt – in den vergangenen Tagen hat sich die Weltlage nicht verbessert. In Deutschland machen die Füllstände der Gasspeicher weiterhin große Sorgen. Nachdem vergangene Woche die Europäische Zentralbank die Leitzinsen um 0,25 Prozent erhöht hat, wird nach Einschätzung von Beobachtern am Mittwoch voraussichtlich die US-Notenbanken Fed denselben Schritt vollziehen. Keine Zinsveränderung zeichnet sich am Donnerstag bei der Bank of England ab.

Wirtschaft unter Druck: Geopolitik und schwache Konjunkturdaten

Die globalen Konflikte wirken sich zunehmend auf die Makroökonomie aus. Besonders die Energieversorgung in Europa bleibt angespannt, zumal die Gasspeicherstände ungewöhnlich niedrige Niveaus aufweisen. Eine potenzielle Energiekrise im kommenden Winter könnte die europäische Wirtschaft gravierend belasten. Gleichzeitig umgehen zahlreiche Staaten bestehende Sanktionen, was die internationale Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen spürbar schwächt.

Auch die hohen Energiekosten spiegeln sich in der Realwirtschaft deutlich wider. In den Vereinigten Staaten hat der Preis für Dieselkraftstoff jüngst die Marke von 6 US-Dollar pro Gallone überschritten. Diese Entwicklung treibt nicht nur die Inflation weiter an, sondern dämpft auch das weltweite ökonomische Wachstum spürbar.

An den internationalen Rentenmärkten zeigt sich eine scharfe Zuspitzung. Die Renditen für 10-jährige Staatsanleihen haben in den westlichen Industrienationen Höchststände erreicht, die teilweise seit über einem Jahrzehnt nicht mehr verzeichnet wurden. Im Gegensatz dazu profitiert China von extrem niedrigen Renditen bei rund 1,68 Prozent für 10-jährige Papiere, was auf eine höhere strukturelle Resilienz hindeutet.

Die jüngsten Konjunkturdaten zeichnen ein durchwachsenes Bild. Während in den Vereinigten Staaten das Haushaltsdefizit im August mit 167 Milliarden US-Dollar überraschend gering ausfiel, trübt sich die Stimmung der Verbraucher ein. In Deutschland schrumpfte die Industrieproduktion im Jahresvergleich um 1,63 Prozent. Die Dynamik der deutschen Wirtschaft bleibt schwach und wird derzeit primär durch kalendarische Sondereffekte sowie Sonderhaushalte gestützt.

Prognose für diese Woche: Notenbanken und Finanzmärkte im Fokus

Für die laufende Woche erwarten Analysten richtungsweisende Impulse für die Börse. Der Fokus liegt dabei auf den Maßnahmen der Zentralbanken zur Bekämpfung der anhaltenden Preissteigerungen.

Mittwoch: Die US-Notenbank entscheidet über den Leitzins, wobei eine Erhöhung um 0,25 Prozent auf eine Zielspanne von 3,75 bis 4 Prozent erwartet wird. Zudem werden Daten zur Industrieproduktion der Eurozone und zu den US-Einzelhandelsumsätzen veröffentlicht.

Donnerstag: Die finalen Verbraucherpreise der Eurozone stehen an, für die ein Anstieg von 3,3 Prozent prognostiziert wird. Die Bank of England wird voraussichtlich auf eine weitere Zinsanhebung verzichten und den Leitzins bei 3,75 Prozent belassen, da der reale Zins dort bereits im positiven Bereich liegt.

Freitag: Zum Wochenabschluss rücken die Erzeugerpreise in Deutschland in den Mittelpunkt, für die ein Plus von 4,1 Prozent erwartet wird. Neue Daten zur US-Industrieproduktion gewähren zudem weitere Einblicke in die globale Konjunktur.

Der Hellmeyer der Woche: Kernaussagen auf einen Blick

  • Le Geopolitik dominiert das makroökonomische Umfeld und gefährdet die europäische Energiesicherheit.
  • Weltweit drastisch steigende intérêt für Staatsanleihen deuten auf wachsende systemische Risiken hin.
  • Europa verliert im globalen Standortwettbewerb weiter an Boden, während die Vereinigten Staaten und asiatische Märkte wirtschaftlich robuster dastehen.

Fazit: Treiber für Entwicklung an Märkten

Die Analyse der aktuellen Marktlage verdeutlicht, dass die Energiepolitik und die Reaktionen der Notenbanken die maßgeblichen Treiber für künftige Entwicklungen an den Finanzmärkten sind. Europa droht im internationalen Vergleich den Anschluss zu verlieren, sofern keine tiefgreifenden strukturellen Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

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Clause de non-responsabilité:
Dieser Artikel basiert ausschließlich auf dem Transkript der Sendung Hellmeyer der Woche, Kalenderwoche 18. Die Inhalte dienen der journalistischen Information und stellen keine Anlageberatung dar.

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