Neue Serverprozessoren sollen das Wachstum bei AMD befeuern und ambitionierte Kursziele für 2027 rechtfertigen. (KI-Symbolbild: ftd.de-Redaktion, Codex-Bildmodell)
Der US-amerikanische Halbleiterhersteller AMD wächst mit Prozessoren und Beschleunigern für Rechenzentren. Neue Serverchips sollen das Geschäft weiter voranbringen. Für Anleger zählt jedoch, ob daraus genügend Gewinn entsteht, um die hohe Bewertung der Aktie zu tragen.
Die Mitteilung zu neuen Serverprozessoren vom 18. September liefert den aktuellen Anlass für diese Prognose. Analystenziele, Unternehmensausblick und unsere eigenen Szenarien haben dabei unterschiedliche Horizonte. Faktenstichtag ist der 21. September 2026 um 18.43 Uhr (MESZ).
Der Nasdaq-Schlusskurs beträgt laut StockAnalysis am 18. September 2026 559,82 US-Dollar. Die vollständig abgeschlossene Freitagssitzung ist die Kursbasis für unsere Überlegungen.
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Wie hat sich der AMD-Kurs zuletzt entwickelt?
Le Kurshistorie von ChartExchange zeigt einen deutlichen Anstieg. Über eine Woche gewann die Aktie 8,46 Prozent, über 2 Wochen 17,22 Prozent und über 4 Wochen 18,29 Prozent. Damit zahlen Anleger bei unveränderten Gewinnschätzungen einen höheren Preis für die erwarteten Erträge. Diesen Bewertungsanstieg muss der Geschäftsverlauf erst rechtfertigen.
Alle Vergleiche enden am 18. September 2026. Berechnet wird die Kursrendite aus Endschlusskurs geteilt durch Startschlusskurs, abzüglich 1, multipliziert mit 100. Dividenden sind nicht enthalten. Aus den kurzen Zeiträumen lässt sich keine Jahresrendite ableiten. Für ein Depot in Euro kommt die Veränderung des Wechselkurses hinzu.
AMD-Kursentwicklung bis 18. September 2026
| Zeitraum | Startschlusskurs | Endschlusskurs | Kursveränderung |
|---|---|---|---|
| 1 Woche | 516,13 US-Dollar am 11. September 2026 | 559,82 US-Dollar | plus 8,46 Prozent |
| 2 Wochen | 477,57 US-Dollar am 4. September 2026 | 559,82 US-Dollar | plus 17,22 Prozent |
| 4 Wochen | 473,25 US-Dollar am 21. August 2026 | 559,82 US-Dollar | plus 18,29 Prozent |
Betrachtet wird die Stammaktie von Advanced Micro Devices an der Nasdaq, Kürzel AMD, Handelswährung US-Dollar, ISIN US0079031078.
Aktuelle Kursziele der AMD-Aktie
Le Analystenhistorie von StockAnalysis führt für den 15. September bestätigte positive Urteile von Piper Sandler, Truist Financial und Bank of America auf. Die Tabelle verwendet die vereinheitlichten Urteile des Datenanbieters. Sie zeigt eine Auswahl datierter Ziele und bildet nicht die gesamte Bandbreite der Analystenmeinungen ab.
Eine höhere Gewinnerwartung erläutert Investing.com im Bericht über CLSA vom 9. September: Das Haus hob sein Ziel von 575 auf 710 US-Dollar an und behielt Outperform bei. CLSA erwartet höhere Absatzmengen und Preise für AMDs MI-455-Grafikprozessoren zur KI-Berechnung. Für 2027 nennt der Bericht 20,25 US-Dollar bereinigten Gewinn je Aktie und einen Bewertungsfaktor von 35. Das ist eine einzelne Analystenmeinung, keine Vorgabe des Unternehmens. Vollständige Originalanalysen der Banken liegen dieser Übersicht nicht zugrunde.
Ausgewählte Analystenziele für AMD
| Institut | Kursziel | Urteil laut Anbieter | Datum und Veränderung |
|---|---|---|---|
| Piper Sandler | 600 US-Dollar | Kaufen | 15. September 2026, bestätigt |
| Truist Financial | 594 US-Dollar | Kaufen | 15. September 2026, bestätigt |
| Banque d'Amérique | 620 US-Dollar | Kaufen | 15. September 2026, bestätigt |
| Bernstein | 650 US-Dollar | Kaufen | 14. September 2026, bestätigt |
Prognose: Wo steht die AMD-Aktie 2027?
Le S&P-Global-Konsens bei StockAnalysis umfasst 55 Analysten mit einem mittleren 12-Monats-Ziel von 616,51 US-Dollar. Die Spanne reicht von 365 bis 1.250 US-Dollar. Das Mittel liegt rechnerisch 10,13 Prozent über unserer Schlusskursbasis. Der Anbieter nennt den 15. September als Aktualisierungsstand; der Abruf erfolgte am 21. September 2026.
Für das Geschäftsjahr 2027 werden 15,57 US-Dollar bereinigter Gewinn je Aktie erwartet, nach geschätzten 7,58 US-Dollar für 2026. Damit müsste sich der Gewinn mehr als verdoppeln. Die Non-GAAP-Kennzahl bereinigt bestimmte Ergebniseinflüsse. Es handelt sich um eine Analystenschätzung, keine Unternehmensprognose. Die öffentlich sichtbaren Angaben nennen keine Teilnehmerzahl für diese Gewinnschätzung; die 55 Analysten gehören zum Kurszielpanel.
Unser eigenes Modell bewertet die Aktie zum 31. Dezember 2027 anhand des erwarteten Jahresgewinns 2027. Dieser Modellstichtag ist kein behaupteter Bilanzstichtag. Die separat genannten Analystenziele haben dagegen einen rollierenden 12-Monats-Horizont. Im Basisfall multiplizieren wir 15,57 US-Dollar mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 32 bis 38. Das ergibt gerundet 498 bis 592 US-Dollar.
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Auf den Gewinnkonsens bezogen beträgt das KGV an unserer Kursbasis rund 35,96. Es liegt damit innerhalb des gewählten Basisbands. Mehr Gewinn allein garantiert keinen höheren Aktienkurs: Sinkt der Bewertungsfaktor, kann er den Ergebnisanstieg aufzehren. Wer nur auf das erwartete Wachstum blickt, übersieht den Preis, den die Börse dafür bereits verlangt.
Im Bull-Fall setzen wir den Gewinn 10 Prozent höher an, bei rund 17,13 US-Dollar. Mit einem KGV von 40 bis 45 folgen 685 bis 771 US-Dollar. Im Bear-Fall liegt der Gewinn 15 Prozent unter der Ausgangsschätzung, bei rund 13,23 US-Dollar. Ein KGV von 24 bis 28 ergibt 318 bis 371 US-Dollar. Die Gewinnfaktoren und Bewertungsbänder sind eigene Annahmen. Wir rechnen mit ungerundeten Modellgewinnen und runden erst die Kurskorridore auf ganze US-Dollar. Eintrittswahrscheinlichkeiten vergeben wir nicht.
Die Korridore beschreiben unterschiedliche Kombinationen von Gewinn und Bewertung. Sie sind weder Kursgarantien noch eine empirisch ermittelte Schwankungsbreite. Im Bull-Fall müssten bessere Ergebnisse mit einer höheren Zahlungsbereitschaft des Marktes zusammenkommen. Der Bear-Fall unterstellt dagegen 2 Belastungen zugleich. Die tatsächliche Entwicklung kann über diese Beispiele hinausgehen.
Szenarien für die AMD-Aktie 2027
| Szenario | Kurskorridor 2027 | Voraussetzungen | Risiken |
|---|---|---|---|
| Bull | 685 bis 771 US-Dollar | Modellgewinn 17,13 US-Dollar; KGV 40 bis 45; Gewinn 10 Prozent über der Ausgangsschätzung | Höherer Gewinn und höhere Bewertung müssen zusammenkommen |
| Basis | 498 bis 592 US-Dollar | Modellgewinn 15,57 US-Dollar; KGV 32 bis 38; Gewinn entspricht der Ausgangsschätzung | Die hohe Gewinnschätzung muss erreicht werden |
| Bear | 318 bis 371 US-Dollar | Modellgewinn 13,23 US-Dollar; KGV 24 bis 28; Gewinn 15 Prozent unter der Ausgangsschätzung | Gewinnenttäuschung und niedrigeres KGV verstärken sich |
Rechenzentren tragen den Wachstumsschub
AMD meldete für das 2. Quartal 2026 11,536 Milliarden US-Dollar Umsatz, 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Sparte Data Center für Rechenzentren steuerte 6,718 Milliarden US-Dollar bei, ein Plus von 107 Prozent. Dabei helfen EPYC-Serverprozessoren und Instinct-Grafikbeschleuniger, mit denen AMD Rechenaufgaben der künstlichen Intelligenz bedient.
Der ausgewiesene Gewinn je Aktie betrug 1,38 US-Dollar, der bereinigte 1,66 US-Dollar. Der Vorjahresvergleich profitiert von einer niedrigen Ausgangsbasis: Damals belasteten 800 Millionen US-Dollar an Vorrats- und verwandten Kosten infolge der Exportbeschränkungen für MI308-Produkte das Ergebnis. Der Gewinnsprung darf deshalb nicht vollständig als wiederholbares operatives Wachstum verstanden werden.
Für das 3. Quartal erwartet das Management 12,7 bis 13,3 Milliarden US-Dollar Umsatz und rund 56 Prozent bereinigte Bruttomarge. Diese Vorgaben betreffen 2026 und sind noch keine erreichten Ergebnisse. Im 2. Quartal flossen operativ rund 2,37 Milliarden US-Dollar zu. Nach Sachinvestitionen von 808 Millionen US-Dollar bleiben rechnerisch rund 1,56 Milliarden US-Dollar freier Cashflow.
Für die Prognose zählt, ob Umsatzwachstum und Geldzufluss zusammenpassen. Steigende Erlöse können die Bewertung stützen, wenn nach Entwicklung, Herstellung und laufenden Ausgaben mehr Mittel übrig bleiben. Ein höherer Auftragsbestand allein wäre dafür kein Ersatz. Unser Modell setzt auf den erwarteten Gewinn; die Quartalsberichte müssen zeigen, ob dessen wirtschaftliche Grundlage tragfähig bleibt.
Neue Serverprozessoren müssen sich im Alltag bewähren
In seiner Mitteilung vom 18. September beschreibt AMD die neue EPYC-Generation mit dem Entwicklungsnamen Venice. Diese Prozessoren übernehmen allgemeine Rechen- und Steuerungsaufgaben in Servern. Sie ergänzen spezielle KI-Beschleuniger. Nach Unternehmensangaben läuft die Produktion; führende Cloudanbieter sollen noch im Jahresverlauf mit dem Einsatz beginnen.
Die neuen Produkte geben Anlass, die Gewinnannahmen für 2027 zu prüfen. Ihre wirtschaftliche Bedeutung hängt aber nicht nur von der Rechenleistung ab. Kunden müssen Systeme kaufen, einsetzen und weiter betreiben. Lieferfähigkeit, Software und die Kosten des gesamten Systems beeinflussen, wie viel der technischen Verbesserung am Ende beim Anbieter als Gewinn ankommt.
Für den Basisfall reicht es, wenn AMD die bereits hohe Gewinnschätzung erreicht. Das Bull-Szenario verlangt mehr. Dafür müssten neue Produkte oder eine günstigere Kostenentwicklung zusätzlichen Ertrag bringen. Die Unternehmensmitteilung belegt den Entwicklungsstand und den geplanten Einsatz, aber keinen garantierten Umsatz- oder Gewinnbeitrag für 2027.
Herstellervergleiche ersetzen keine Kundenabrechnung
Tom’s Hardware ordnet AMDs Leistungsvergleiche kritisch ein. Der Bericht vom 18. September weist auf unterschiedliche Datenquellen und Versionen der Übersetzungssoftware für Programme hin. Solche Unterschiede können Messergebnisse beeinflussen. Die veröffentlichten Vergleichswerte sind daher kein unabhängiger Nachweis dafür, welchen wirtschaftlichen Vorteil Kunden im konkreten Betrieb erzielen.
Für die Aktie ergeben sich daraus 2 Risiken. Fallen die Gewinne geringer aus, sinkt die rechnerische Bewertungsgrundlage. Gleichzeitig könnte der Markt für jeden verbleibenden Gewinndollar weniger bezahlen. Genau diese Kombination bildet unser Bear-Szenario ab. Sie kann auch dann auftreten, wenn AMD weiter wächst, das Wachstum aber hinter den hohen Erwartungen zurückbleibt.
Umgekehrt ist ein starker Prozessor allein noch keine Begründung für jedes Kursziel. Entscheidend bleibt, wie viel zusätzlichen Ertrag das Unternehmen damit erwirtschaftet und welcher Teil davon bereits in der Bewertung steckt. Unser Basisfall verlangt keine erneute Ausweitung des Bewertungsfaktors über das gewählte Band hinaus.
Alle Szenarien lauten auf US-Dollar. Für deutsche Anleger kann ein fallender Dollar gegenüber dem Euro einen Kursgewinn schmälern oder aufzehren. Dividenden, persönliche Steuern und Transaktionskosten sind in den Korridoren nicht enthalten. Die Modellwerte beschreiben damit mögliche Aktienkurse, keine individuelle Depotrendite.
Fazit: Die hohe Gewinnerwartung muss erfüllt werden
Le Quartalspräsentation von AMD weist zum Ende des 2. Quartals 13,111 Milliarden US-Dollar an Zahlungsmitteln und kurzfristigen Anlagen sowie 3,226 Milliarden US-Dollar Schulden aus. Rechnerisch ergibt das 9,885 Milliarden US-Dollar Nettofinanzmittel. Dieser Puffer hilft, kann die erwarteten künftigen Erträge aber nicht ersetzen. Als nächster messbarer Prüfstein dienen die Umsatz- und Margenvorgaben für das 3. Quartal.
Unser Basisband von 498 bis 592 US-Dollar zum 31. Dezember 2027 setzt 15,57 US-Dollar bereinigten Gewinn je Aktie und ein KGV von 32 bis 38 voraus. Der Bull-Korridor von 685 bis 771 US-Dollar verlangt mehr Gewinn und eine höhere Bewertung. Bei schwächeren Ergebnissen und sinkendem Bewertungsfaktor ergibt das Bear-Modell 318 bis 371 US-Dollar. AMDs Wachstum bietet Chancen; ein günstiger Kaufpreis folgt daraus nicht automatisch.
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Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI erstellt und vor Veröffentlichung durch die Redaktion geprüft. Alle Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität. Der Text stellt keine Handelsempfehlung oder Anlageberatung dar.
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