VW Quartalszahlen aktuell: Porsche belastet die Bilanz – Prognose und Überblick

Tiguan-Montage im Werk Wolfsburg: Volkswagen steht vor einem tiefgreifenden Konzernumbau. (Foto: Volkswagen AG)

Wolfsburg – Rund 6 Milliarden Euro: So schwer wiegt für Volkswagen der Abschied von alten Porsche-Hoffnungen. Die Abschreibung auf den Firmenwert der Sportwagentochter belastet das 3. Quartal, zugleich bricht China weg. Wie tief rutscht Europas größter Autobauer ins Minus?

Die Wertberichtigung ist laut Volkswagen nicht zahlungswirksam. Sie mindert also das Ergebnis, ohne unmittelbar Geld abfließen zu lassen. Die Zahlen für die ersten 9 Monate erscheinen am Donnerstag, 29. Oktober 2026. Die Terminvorschau von dpa-AFX nennt 7.30 Uhr MEZ.

Die VW-Vorzugsaktie liegt weit unter ihrem Rekordniveau. Ihr Allzeithoch markierte sie nach TradingView am 17. März 2015 bei 262,46 Euro, wenige Monate vor dem Dieselskandal. 69,44 Euro kostete sie am 28. Oktober gegen 15.30 Uhr auf Xetra. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 33,56 Prozent, binnen 12 Monaten auf 24,03 Prozent. Die längerfristigen Perspektiven behandelt die ftd.de-Analyse zur Volkswagen-Aktie 2027.

 

Volkswagen im 2. Quartal: mehr Umsatz, weniger Gewinn

Im 2. Quartal 2026 wuchs der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent auf 82,44 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis schrumpfte dagegen um 9,5 Prozent auf 3,47 Milliarden Euro, die operative Umsatzrendite lag bei 4,2 Prozent. Das zeigen die Halbjahreszahlen des Konzerns. Bereits zum Jahresauftakt hatte Volkswagen einen Gewinnrückgang gemeldet, wie der ftd.de-Bericht zum 1. Quartal erläutert.

Am 18. September folgte die Kehrtwende beim Ausblick. Für 2026 peilt Volkswagen nun rund 315 Milliarden Euro Umsatz an, nach 321,9 Milliarden Euro im Vorjahr. Die operative Umsatzrendite soll bei bis zu 1 Prozent liegen statt bei 4,0 bis 5,5 Prozent. Rund 10 Milliarden Euro Sondereffekte belasten das Gesamtjahr; bereinigt wären es rund 4 Prozent Rendite. Beim Netto-Cashflow im Autogeschäft bleibt es bei 3 bis 6 Milliarden Euro.

Blume baut um: Zukunftsplan 2030 und neue Exportstrategie aus Fernost

Oliver Blume setzt auf den großen Umbau. Nach dem einstimmigen Ja des Aufsichtsrats zum Zukunftsplan 2030 erklärte der VW-Chef am 3. September: „Das ist ein starkes Signal für die Zukunft des Volkswagen Konzerns.“ Der Plan sieht weltweit den Abbau von rund 50.000 Stellen vor. Für 2030 peilt der Konzern 9 Prozent operative Marge an.

Größter Bremsklotz bleibt China: Dort sanken die Auslieferungen im 3. Quartal um 38,5 Prozent auf 405.800 Fahrzeuge, weltweit um 14,3 Prozent auf 1,89 Millionen. Diese Zahlen nennt AD HOC NEWS unter Verweis auf die Konzern-Auslieferungen.

Die Antwort heißt „In China, Beyond China“. Volkswagen will mit seinen Gemeinschaftsunternehmen in der Volksrepublik künftig mehr Märkte in Südostasien, dem südlichen Afrika und Südamerika beliefern. Das berichtet dpa im Handelsblatt. Zugleich belastet laut Volkswagen die schnellere Verschiebung der Nachfrage hin zu Elektroautos die Ergebnisentwicklung, vor allem bei Audi und Volkswagen Pkw.

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4 Werke auf der Kippe, Porsche unter Druck

Der Umbau trifft die Heimat. Für Emden, Zwickau, Hannover und das Audi-Werk Neckarsulm kann Volkswagen nach dem Zukunftsplan aktuell keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gewährleisten, gestaffelt ab 2031 bis 2034. Alternative Nutzungen werden geprüft. In Europa bestehen Überkapazitäten von 500.000 Autos.

Und Porsche? Die Sportwagentochter setzt mittelfristig auf einen Renditekorridor von 10 bis 15 Prozent. Ihre aktualisierte Langfristplanung veranlasste Volkswagen, die Annahmen zur Bewertung des Geschäfts anzupassen. Daraus ergibt sich die Milliardenabschreibung auf den Firmenwert.

Morningstar-Analystin Rella Suskin erwartet trotz Einmaleffekten einen zumindest leicht positiven zugrunde liegenden freien Cashflow, berichtet Index Radar. Höhere Verkaufsanreize in Nordamerika und Europa drücken demnach zusätzlich auf die Marge. RBC rechnet für das 3. Quartal mit 5,8 Milliarden Euro operativem Verlust, wie MT Newswires unter Berufung auf eine Analystennotiz berichtet.

Analysten-Prognose für VW: Gewinn und Umsatz

Für das 3. Quartal von Juli bis September 2026 weist finanzen.net auf Basis von FactSet-Daten eine mittlere Gewinnschätzung von 2,75 Euro je Stammaktie aus. Sie beruht auf 2 Analysten. Als Vergleichswerte nennt die Seite 2,56 Euro für das 2. Quartal 2026 und minus 0,96 Euro für das Vorjahresquartal.

Rückläufige Erlöse verheißen die Umsatzprognosen: Rund 78,00 Milliarden Euro schätzen 7 Analysten im Mittel für das 3. Quartal. Das ist weniger als im Vorjahresquartal mit rund 80,31 Milliarden Euro und im 2. Quartal mit rund 82,44 Milliarden Euro. Das Geschäftsjahr endet am 31. Dezember.

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