Ein Milliarden-Polster sichert den Wandel von Biontech zum diversifizierten Pharma-Unternehmen. (Foto: Magnific.com, botlekostyabatler)
Mainz – Der Corona-Boom ist vorbei, das Krebsgeschäft trägt noch nicht: Biontech steckt mitten im Umbau. Am 3. November legte der Mainzer Impfstoffpionier seine Zahlen für das 3. Quartal vor. Der Umsatz schrumpfte zwar, übertraf aber die Erwartungen der Analysten deutlich.
- Umsatz: 1,29 Milliarden Euro (über der Analystenprognose)
- Gewinn pro Aktie (EPS): 1,76 Euro bereinigt und verwässert (über der Analystenprognose)
Analysten hatten im Schnitt mit 1,05 Milliarden Euro Umsatz und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 0,78 Euro gerechnet. Im Vorjahresquartal setzte Biontech noch 1,52 Milliarden Euro um, ein Minus von 15 Prozent. Als Hauptgrund nennt der Konzern die geringere Nachfrage nach Covid-19-Impfstoffen. Nach internationalen Bilanzregeln (IFRS) verdiente Biontech 184,5 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor stand noch ein Verlust von 28,7 Millionen Euro.
Biontech verfügte Ende September über 16,2 Milliarden Euro an liquiden Mitteln und Wertpapieren. Dieses Polster finanziert die teure Krebsforschung. Der Hoffnungsträger Gotistobart verdoppelte in einer Phase-3-Studie bei vorbehandeltem Lungenkrebs nahezu das mittlere Gesamtüberleben im Vergleich zur Chemotherapie. Einen Rückschlag gab es dagegen bei Autogene Cevumeran: Die Phase-2-Studie bei Darmkrebs wird vorzeitig beendet.
Biontech hebt die untere Grenze der Umsatzprognose für 2026 an. Der Konzern erwartet jetzt 1,7 bis 1,9 Milliarden Euro statt zuvor 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro. Die Mitte der Spanne steigt damit auf 1,8 Milliarden Euro. Für Forschung und Entwicklung plant Biontech unverändert 2 bis 2,3 Milliarden Euro ein. Für Vertrieb und Verwaltung bleibt es bei 700 bis 800 Millionen Euro.
„Die zahlreichen im Laufe des Jahres 2026 erreichten Meilensteine zeigen, dass wir unsere Onkologie-Pipeline entschlossen vorantreiben”, betonte Vorstandschef Ugur Sahin bei der Veröffentlichung des Berichts. Er gab ein klares Ziel aus: „Unser Ziel ist es, Biontech bis 2030 zu einem diversifizierten Unternehmen mit mehreren zugelassenen Produkten zu entwickeln”.
Anleger griffen zu. Die Aktie stieg im Xetra-Handel in der Spitze um über 3,4 Prozent. Biontech notierte um 13.50 Uhr (MEZ) bei 79 Euro und damit 1,09 Prozent im Plus. Den Ausschlag dürften die deutlich übertroffenen Erwartungen und die angehobene Prognose gegeben haben.
Biontech liefert besser als befürchtet, aber schwächer als im Vorjahr. Umsatz und bereinigter Gewinn liegen deutlich unter Vorjahresniveau, das Corona-Geschäft schrumpft. Die angehobene Untergrenze zeigt, dass das Management das Jahr besser kalkulieren kann. Für nachhaltiges Wachstum spricht das noch nicht. Investoren setzen auf die Krebsforschung und das Milliardenpolster.
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La contribution Biontech Aktie nach Quartalszahlen: Prognose angehoben – Kurs legt zu est apparu en premier ftd.de.