Der Palacio Real de Madrid: Jenseits des Tech-Hypes zeigt sich der spanische Aktienmarkt souverän. (Foto: Freepik, bearfotos)
Während Investoren gebannt auf KI, Halbleiter und die „Magnificent Seven“ blicken, spielt sich die eigentliche Überraschung abseits der großen Bühnen ab: in Madrid. Der spanische Aktienmarkt führt 2025 die globale Rangliste an – ganz ohne Tech-Hype, Cloud-Narrative oder Chip-Fieber. Stattdessen treiben Banken, Versorger, Tourismus und eine robuste Binnenkonjunktur die Kurse.
Es ist die Geschichte einer Renaissance der Old Economy, günstiger Bewertungen – und eines Marktes, den viele Anleger jahrelang übersehen haben. Über ausgewählte Fonds und ETFs lässt sich diese Erfolgsstory gezielt ins Depot holen.
Spaniens Wirtschaft: Vom Sorgenkind zum Wachstumsmotor Europas
Solche Entwicklungen fallen manchmal erst im Rückspiegel richtig auf. Spanien, lange Zeit der Inbegriff von Immobilienblase, Bankenkrise und Jugendarbeitslosigkeit, hat sich leise, aber konsequent neu erfunden. 2025 wächst die spanische Wirtschaft um kräftige 2,9 Prozent – mehr als doppelt so schnell wie der Durchschnitt der Eurozone. Auch für 2026 liegen die Prognosen mit rund 2 Prozent deutlich über dem europäischen Mittelmaß.
Der Wandel ist kein Zufall. Nach dem Platzen der Immobilienblase vor gut einem Jahrzehnt wurden Banken restrukturiert, faule Kredite abgebaut und Kapitalpolster gestärkt. Heute steigen Gewinne und Eigenkapitalrenditen wieder, die Staatsverschuldung sinkt, Ratingagenturen attestieren dem Land solide Bonität. Hinzu kommen Milliarden aus dem EU-Wiederaufbaufonds „NextGeneration EU“, die gezielt in Infrastruktur, Energie, Digitalisierung und Industrie fließen.
Ein weiterer Trumpf: Energie. Spanien profitiert von bis zu 330 Sonnentagen im Jahr und exzellenten Windverhältnissen. Der hohe Anteil erneuerbarer Energien sorgt für vergleichsweise niedrige Strompreise – ein Standortvorteil, der Industrie, Bauwirtschaft und Dienstleistungen gleichermaßen beflügelt. Kombiniert mit einer starken Zuwanderung, vor allem aus Lateinamerika, entsteht eine robuste Binnenkonjunktur, die den Konsum trägt.
Der IBEX 35: Europas bester Index – ganz ohne Tech-Story
Der Blick auf die Börse bestätigt das Bild. Während der Nasdaq Composite 2025 zwar präsent ist wie nie, mit rund 17 Prozent Plus aber „nur“ im Mittelfeld landet, zieht der IBEX 35 allen davon. Ein Kurszuwachs von rund 50 Prozent macht ihn zum besten Leitindex der Welt. Selbst der italienische MIB folgt mit Abstand, der DAX bleibt deutlich zurück.
Die eigentliche Pointe: Der Erfolg kommt nahezu ohne Technologieaktien zustande. Der Tech-Anteil im IBEX liegt bei gerade einmal rund 4 Prozent, vertreten im Wesentlichen durch Amadeus IT, einen Spezialisten für Buchungssoftware in der Reisebranche. Stattdessen dominieren Banken, Versorger, Energie- und Infrastrukturunternehmen – alles klassische Geschäftsmodelle der analogen Welt.
Rund 39 Prozent des Index entfallen auf den Bankensektor. Schwergewichte wie Santander, BBVA und CaixaBank profitieren von der Zinslandschaft, steigenden Margen und der stabilen Konjunktur. Energieversorger wie Iberdrola und Naturgy spielen ihre Stärke in der Energiewende aus, während Inditex mit Zara & Co. seit Jahren beweist, dass auch Mode ein hochprofitables, globales Geschäftsmodell sein kann.
Hinzu kommt der Tourismusboom. Für 2025 werden rund 97 Millionen Besucher erwartet. Unternehmen wie Meliá Hotels, Flughafenbetreiber Aena oder die Fluggesellschaftsgruppe IAG stehen exemplarisch für eine Branche, die rund 13 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) beiträgt und so etwas wie der heimliche Konjunkturanker des Landes ist.
Kurz gesagt: Dort, wo niemand hinschaut, läuft es. Oder wie es ein erfahrener Börsencontrarian formulieren würde: Die besten Investments sind oft nicht dort, wo alle hinschauen, sondern genau dort, wo niemand hinschaut.
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Ausblick: Solide Basis, günstige Bewertung, skeptische Investoren
Trotz der Rally sind spanische Aktien nicht teuer. Mit einem Ratio cours-bénéfice (KGV) von etwa 13 bis 15 handelt der IBEX deutlich günstiger als viele andere europäische Indizes – und erst recht als die US-Tech-Börse. Die Skepsis internationaler Investoren sitzt tief, europäische Aktienfonds sind in Spanien weiterhin untergewichtet.
Gerade das macht den Markt interessant. Banken und Versorger erzielen einen Großteil ihrer Umsätze im Inland und sind vergleichsweise wenig anfällig für geopolitische Spannungen oder neue US-Zölle. Analysten sprechen deshalb von der „Speerspitze Europas“. Spanien ist zyklisch, ja – aber heute auf einer deutlich stabileren Grundlage als noch vor 10 oder 15 Jahren.
Xtrackers Spain UCITS ETF – die konzentrierte Wette auf Spaniens Renaissance
Le Xtrackers Spain UCITS ETF (ISIN: LU0592216393) ist eine Wette mit klarer Handschrift. Er bildet den Solactive Spain 40 Index ab und bündelt damit die 40 größten und liquidesten Unternehmen des Landes. Breiter als der IBEX 35, aber dennoch alles andere als diversifiziert, spiegelt der ETF ziemlich exakt wieder, was Spaniens Börse derzeit antreibt: Banken, Versorger, Energie und Infrastruktur.
Die Konzentration ist hoch. Die Top-10-Titel vereinen rund 80 Prozent des Fondsvermögens auf sich, angeführt von Banco Santander, Iberdrola, BBVA, Inditex und CaixaBank. Wer hier investiert, setzt bewusst auf die großen nationalen Champions. Dafür bekommt der Anleger ein physisch replizierendes UCITS-Produkt mit ordentlicher Liquidität und einer attraktiven Dividendenrendite, die zuletzt im Bereich von rund 4 Prozent lag.
Performance-seitig zeigt der ETF ein klassisches Hoch-Beta-Profil. Läuft die spanische Konjunktur, laufen auch die Banken und Versorger – und der ETF überholt breite Europa-Indizes deutlich. In Stressphasen wirkt sich die Konzentration allerdings wie ein Hebel nach unten aus. Über ein Jahr erhöhte sich der Preis des ETFs um 53 Prozent. Als Satellitenposition für Investoren, die gezielt auf die „neue” Spanien-Story setzen wollen, ist der ETF dennoch ein scharfes Instrument.
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Amundi IBEX 35 UCITS ETF – der puristische Blue-Chip-Kern
Wer es noch klassischer mag, greift zum Amundi IBEX 35 UCITS ETF (ISIN: FR0010655746). Er bildet den spanischen Leitindex eins zu eins ab und fungiert als reiner Temperaturfühler der heimischen Wirtschaft. Banken, Versorger, Telekommunikation und Industrie dominieren das Bild, Technologie spielt praktisch keine Rolle.
Mit einer Kostenquote von rund 0,30 Prozent ist der ETF preislich attraktiv, die physische Vollreplikation sorgt für Transparenz. In Phasen des Aufschwungs liefert der IBEX eine beeindruckende Performance, in Abschwüngen zeigt sich allerdings auch seine Zyklik gnadenlos. Die Einjahresrendite liegt bei 50 Prozent. Der ETF ist kein Diversifikationswunder, sondern ein klarer Länder-Baustein – einfach zu verstehen, leicht zu handeln und gut geeignet für taktische Über- oder Untergewichtungen.
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Fidelity Iberia Fund – aktives Stock-Picking auf der iberischen Halbinsel
Le Fidelity Iberia Fund (ISIN: LU0048581077) schlägt bewusst einen anderen Weg ein. Statt einer mechanischen Indexabbildung setzen die Fondsmanager Alberto Chiandetti und Andrea Fornoni auf konsequentes, bottom-up getriebenes Stock-Picking in Spanien und Portugal. Im Zentrum steht dabei nicht die Frage, wie ein Unternehmen heute bewertet ist, sondern wie sich die Wahrnehmung seines Wachstums verändern könnte – ausgelöst durch externe Umbrüche, interne Transformationen oder strukturelle Verschiebungen im Geschäftsmodell.
Investiert wird bevorzugt in Firmen mit nachhaltiger Ertragskraft, solider Liquiditätsbasis und klaren Wettbewerbsvorteilen, die langfristig überdurchschnittliche Renditen ermöglichen sollen. Entsprechend fokussiert ist das Portfolio: Mit meist rund 30 Titeln weicht der Fonds deutlich von den gängigen Benchmarks ab.
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Die langfristige Bilanz kann sich sehen lassen. Seit seiner Auflage Anfang der 1990er-Jahre hat der Fidelity Iberia den Markt klar hinter sich gelassen. Ein kumulierter Wertzuwachs von über 2.670 Prozent, was einer annualisierten Rendite von knapp 10 Prozent entspricht, unterstreicht die Qualität des aktiven Ansatzes.
Banken und Versorger sind auch hier wichtige Bausteine, doch das Management nutzt seine Freiheitsgrade konsequent: Nebenwerte werden beigemischt, Portugal kann gezielt übergewichtet, Sektorcluster aktiv gesteuert werden. Zu den aktuell größten Positionen zählen Banco Santander und BBVA – klassische Schwergewichte, die im Portfolio jedoch bewusst akzentuiert werden.
Diese Flexibilität hat ihren Preis. Ausgabeaufschläge von über 5 Prozent und laufende Kosten von knapp 2 Prozent pro Jahr verlangen Anlegern eine klare Überzeugung ab. Der Fidelity Iberia eignet sich damit weniger als defensiver Core-Baustein, sondern vielmehr als gezielte Wette auf die Stock-Picking-Kompetenz von Fidelity – eine Wette, die sich historisch oft ausgezahlt hat, deren Erfolg aber auch künftig aktiv überprüft werden muss.
Fazit: Spanien ist zurück – leise, solide und unterschätzt
Der spanische Aktienmarkt ist die Antithese zum aktuellen Tech-Narrativ. Keine KI-Euphorie, keine Halbleiter-Fantasien, dafür Banken, Energie, Infrastruktur und Tourismus. Getragen von einer überraschend robusten Wirtschaft, niedrigen Energiekosten und immer noch moderaten Bewertungen hat sich Madrid zur europäischen Börsen-Speerspitze entwickelt. Vielleicht liegt die Zukunft eben nicht nur in der Cloud, sondern auch in Geschäftsmodellen, die man anfassen kann. Spanien liefert dafür derzeit eines der überzeugendsten Beispiele – und erinnert Anleger daran, dass Börsenerfolg eben oft dort entsteht, wo niemand hinschaut.
Clause de non-responsabilité:
Pas de conseils en investissement. Aucun appel pour acheter ou vendre des titres.
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