Bank of Ireland Aktie: Spannende Chancen im Westen Europas

Das prognostizierte Bevölkerungswachstum in Irland begünstigt das langfristige Geschäftsvolumen der „Bank of Ireland“-Aktie. (Foto: Freepik, kevers50)

Für den europäischen Bankensektor lief es 2025 an den Börsen nach langer Zeit wieder rund. Auf aggregierter Ebene stand ein Kursplus von fast 30 Prozent – deutlich mehr als in vielen anderen Branchen. Vor allem die geldpolitische Normalisierung in Kombination mit einer zunehmenden Kapitalmarktaktivität und einer sich bessernden Profitabilität trugen zu diesem Aufwärtstrend bei. Ein Titel zeigt sich dabei allerdings schon seit längerem sehr stabil, dürfte aber trotzdem längst noch nicht bei jedem auf dem Radar sein: die Bank of Ireland.

Der Blick aufs große Ganze

Mit mehr als 4 Millionen Kunden gilt die Bank of Ireland als einer der führenden Finanzdienstleister auf der grünen Insel. Ihr Aktionsradius umfasst sowohl das Privatkundengeschäft als auch diverse Versicherungsdienstleistungen, die Vermögensverwaltung und das Firmengeschäft mitsamt Kreditvergabe, Akquisitionsfinanzierung oder Risikomanagement.

Ihre zentrale Stellung lässt sich durch einige Fakten untermauern. So werden etwa 40 Prozent aller Zahlungen der irischen Wirtschaft über das Institut abgewickelt. Gleichzeitig liegt der Marktanteil im Bereich der Kreditvergaben an KMU bei über 50 Prozent und der im Bereich der Hypotheken ebenfalls bei soliden 42 Prozent. Auch die Vermögensverwaltung lässt sich sehen. Hier bringt es die Bank of Ireland auf mittlerweile gut 60 Milliarden Euro Assets under Management.

Überzeugende Gegenwart und vielversprechende Zukunft?

Anfang März stellte die Bank of Ireland ihre Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 vor. Unter anderem konnte man ein Kundenwachstum von 5 Prozent verzeichnen, das Volumen der vergebenen Kredite als auch die Einlagen kletterten um jeweils 6 Prozent.

Noch etwas besser sieht es derweil in der Vermögensverwaltung aus, die einen Mittelzufluss von 9 Prozent verglichen mit dem Vorjahr verbuchen kann. Damit setzt sich der positive Trend der vergangenen Jahre fort. Der Vorsteuergewinn zwischen 2023 und 2025 kumuliert sich inzwischen beispielsweise auf 5,2 Milliarden Euro.

Ob es künftig derart erfreulich weitergeht, lässt sich jetzt natürlich nur schwer voraussagen. Allerdings profitiert das Finanzinstitut von einigen positiven Rahmenbedingungen. Irland ist etwa einer der am schnellst wachsenden Volkswirtschaften in Europa mit einem prognostizierten Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes von durchschnittlich 3 Prozent in den Jahren 2026 bis 2028.

Außerdem gehen Schätzungen davon aus, dass Irlands Bevölkerung bis 2040 um 17 Prozent auf dann 6,2 Millionen Menschen ansteigen und sich das Haushaltsvermögen bis 2030 um knapp 7 Prozent jährlich erhöhen dürfte.

 


Hohe Ausschüttungen an Aktionäre angekündigt

Investoren der Bank of Ireland dürfen sich freuen. Das Institut gab vor wenigen Wochen bei der Veröffentlichung seiner Jahresergebnisse bekannt, gut 1,2 Milliarden Euro an seine Aktionäre ausschütten zu wollen. Diese Summe setzt sich im Wesentlichen aus 2 Komponenten zusammen: einer ordentlichen Dividende in Höhe von 70 Cent pro Aktie, was einer Erhöhung von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr gleichkommt, und zudem einem Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 530 Millionen Euro.

Gute Resultate erzielte die Bank of Ireland zuletzt mit ihren Provisionserträgen. Diese stiegen um 7 Prozent auf 816 Millionen Euro, vor allem dank eines starken Vermögensverwaltungs- und Versicherungsgeschäfts. Allerdings mussten auch Sonderbelastungen von 430 Millionen Euro verbucht werden, die unter anderem Kosten für Restrukturierungsmaßnahmen von über 150 Millionen Euro beinhalten.

Eigenen Prognosen zufolge rechnet die Bank of Ireland für das laufende Geschäftsjahr mit einem Nettozinsertrag von 3,4 Milliarden Euro, während die Kredite und Einlagen um 4 respektive um 3 Prozent zulegen sollen. Die Schätzung für die harte Kernkapitalquote, die mindestens bei 4,5 Prozent liegen muss, wurde derweil auf 14,5 Prozent angepasst.

Aus Anlegersicht spannend ist nicht zuletzt der angekündigte Rückzug aus dem US-Geschäft mit fremdfinanzierten Übernahmen und wie sich dieser perspektivisch auf die Eigenkapitalrendite, aber auch die Dividendenpolitik auswirken wird. Das 1,2 Milliarden Euro umfassende Kreditbuch jedenfalls soll in den kommenden 3 Jahren abgebaut werden.

Smartbroker Dashboard / Quelle: Smartbroker Presse

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Wie geht es weiter?

Im Rahmen ihrer Strategy 2028 legt die Bank of Ireland bereits die Weichen für die Zukunft. Dabei sollen das Kerngeschäft in Irland ausgebaut, gleichzeitig aber die weniger profitablen Nebenbereiche wie etwa das Firmenkundengeschäft in Großbritannien zurückgefahren werden, um dadurch Kapital freizusetzen.

Bis 2028 erhofft sich das Finanzinstitut eine Steigerung seiner Eigenkapitalrendite von heute rund 11 Prozent auf dann circa 16 Prozent. Durch Investitionen in Digitalisierung, Datensicherheit und Künstliche Intelligenz möchte man darüber hinaus die laufenden Kosten senken und dadurch Effizienzgewinne erzielen.

Wer in den zurückliegenden 5 Jahren in die Aktie der Bank of Ireland investiert hätte, dürfte sich heute über einen Zuwachs von mehr als 250 Prozent freuen. Eine solche Performance wäre auch für die Zukunft wünschenswert.

Zwar könnten gerade geopolitische Risiken den anhaltenden Aufwärtstrend zunächst abbremsen. Geduldige Anleger jedoch dürften langfristig vom insgesamt robusten irischen Markt, der starken Marktstellung der Bank of Ireland sowie ihrer disziplinierten und strategischen Kapitalnutzung profitieren.

 

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