Qualcomm-Aktie: Wie lautet die Prognose für 2027?

Symbolbild für Smartphone-Chips – erfüllt Qualcomm die Gewinnerwartungen? (KI-Bild: ftd.de-Redaktion, Codex-Bildmodell)

Qualcomm erneuert sein Smartphone-Angebot und wächst mit Chips für Autos. Zugleich belastet der erwartete Rückgang der Apple-Erlöse die Aussichten. Für 2027 kommt es darauf an, wie schnell neue Geschäfte den Ausfall ersetzen und welchen Gewinn sie liefern.

Die neuen Snapdragon-Prozessoren geben Anlass, die Erwartungen zu prüfen. Die Analystenziele reichen von 100 bis 400 US-Dollar; unser eigenes Modell trennt Gewinnschätzung und Bewertung. Faktenstichtag ist der 23. September 2026 um 14.13 Uhr (MESZ).

Der reguläre Nasdaq-Schlusskurs beträgt laut StockAnalysis am 22. September 2026 198,27 US-Dollar. Gegenüber 194,23 US-Dollar am vorherigen Handelstag ergibt sich ein Plus von 2,08 Prozent. Die reguläre Sitzung vom 22. September ist zum Faktenstichtag die letzte vollständig abgeschlossene Handelssitzung.

 


Wie hat sich der Qualcomm-Kurs zuletzt entwickelt?

Über eine Woche stieg die Aktie auf Basis der Kurshistorie von ChartExchange um 5,58 Prozent. Über 2 Wochen beträgt das Plus 13,89 Prozent, über 4 Wochen 23,49 Prozent. Der Anstieg erhöht die Anforderungen an die kommenden Ergebnisse: Wer heute kauft, bezahlt für denselben Anteil am Unternehmen mehr als an diesen Ausgangstagen.

Alle Vergleiche enden am 22. September 2026. Berechnet wird die reine Kursrendite: Endschlusskurs geteilt durch Startschlusskurs, abzüglich 1, multipliziert mit 100. Dividenden sind nicht enthalten. Die Tabelle verwendet unbereinigte Schlusskurse; sie beschreibt die vergangene Bewegung und keine erwartete Jahresrendite.

Qualcomm-Kursentwicklung bis 22. September 2026

Zeitraum Startschlusskurs Endschlusskurs Kursveränderung
1 Woche 187,80 US-Dollar am 15. September 2026 198,27 US-Dollar plus 5,58 Prozent
2 Wochen 174,09 US-Dollar am 8. September 2026 198,27 US-Dollar plus 13,89 Prozent
4 Wochen 160,56 US-Dollar am 25. August 2026 198,27 US-Dollar plus 23,49 Prozent

Betrachtet wird die Stammaktie von Qualcomm Incorporated an der Nasdaq, Kürzel QCOM, Handelswährung US-Dollar, ISIN US7475251036.

Aktuelle Kursziele der Qualcomm-Aktie

Le Analystenhistorie von StockAnalysis zeigt unterschiedliche Einschätzungen. Bernstein bestätigte am 22. September ein Halten-Urteil mit einem Ziel von 165 US-Dollar. StoneX führte am 15. September ein erneut bestätigtes Kaufen-Urteil mit 270 US-Dollar. Piper Sandler nahm die Beobachtung am 9. September mit Halten und 190 US-Dollar auf.

Die Auswahl enthält datierte Einzelmeinungen. Die Rating-Bezeichnungen sind die vereinheitlichten Angaben des Datenanbieters; die Tabelle enthält keine erfundene Begründung für das jeweilige Ziel. Gerade der Abstand zwischen den Zielen spricht dafür, die Gewinnannahmen und die Bewertung getrennt zu prüfen. Der folgende Konsens fasst einen größeren Kreis von Analysten zusammen.

Ausgewählte Analystenziele für Qualcomm

Institut Kursziel Urteil laut Anbieter Datum und Kernaussage
Bernstein 165 US-Dollar Halten 22. September 2026, Urteil bestätigt
StoneX 270 US-Dollar Kaufen 15. September 2026, Urteil erneut bestätigt
Piper Sandler 190 US-Dollar Halten 9. September 2026, Beobachtung aufgenommen

Prognose: Wo steht die Qualcomm-Aktie 2027?

Le S&P-Global-Konsens bei StockAnalysis umfasst 37 Analysten mit einem mittleren 12-Monats-Ziel von 194,13 US-Dollar. Die Spanne reicht von 100 bis 400 US-Dollar, das durchschnittliche Urteil lautet Halten. Das Mittel liegt rechnerisch 2,09 Prozent unter unserer Schlusskursbasis. Aktualisierungsstand ist der 22. September, Abrufdatum der 23. September 2026.

Für das Geschäftsjahr 2027 beträgt die Schätzung des bereinigten Gewinns je Aktie 10,20 US-Dollar, nach erwarteten 10,48 US-Dollar für 2026. Das ergibt auf Basis dieser Werte einen Rückgang von rund 2,67 Prozent. Es handelt sich um eine Analystenschätzung, keine Unternehmensprognose. Die Non-GAAP-Kennzahl bereinigt bestimmte Ergebniseinflüsse. Die 37 Analysten gehören zum Kurszielpanel; eine Teilnehmerzahl für die Gewinnschätzung 2027 ist nicht angegeben.

Unser eigenes Modell bewertet die Aktie zum 30. September 2027 anhand dieser Gewinnschätzung für das Geschäftsjahr 2027. Dieser redaktionelle Bewertungsstichtag ist vom rollierenden 12-Monats-Horizont der Analystenkursziele zu trennen. Wir legen keine Wahrscheinlichkeit fest, sondern rechnen 3 Kombinationen aus Gewinn und Bewertung durch.

Im Basisfall verwenden wir 10,20 US-Dollar und ein Ratio cours-bénéfice (KGV) von 16 bis 20. Daraus folgen gerundet 163 bis 204 US-Dollar. Bezogen auf denselben Gewinnkonsens beträgt das aktuelle KGV rund 19,44. Das eigene Basisband erlaubt damit vor allem eine niedrigere Bewertung; seine Obergrenze liegt nur etwas darüber.

Für den Bull-Fall setzen wir den Gewinn 15 Prozent höher an, bei 11,73 US-Dollar. Mit einem KGV von 21 bis 24 entstehen 246 bis 282 US-Dollar. Dafür müssten sowohl der Gewinn die Ausgangsschätzung übertreffen als auch Anleger ein höheres Vielfaches bezahlen. Eine gute Produktvorstellung allein erfüllt diese beiden Bedingungen noch nicht.

Im Bear-Fall liegt der Modellgewinn 20 Prozent unter dem Konsens, bei 8,16 US-Dollar. Ein KGV von 11 bis 14 ergibt 90 bis 114 US-Dollar. Die Gewinnfaktoren und KGV-Bänder sind eigene Annahmen, keine historischen Konfidenzintervalle. Wir rechnen mit ungerundeten Zwischenergebnissen und runden die Korridore auf ganze US-Dollar. Tatsächliche Kurse können außerhalb dieser Bereiche liegen.

Szenarien für die Qualcomm-Aktie 2027

Szenario Kurskorridor 2027 Voraussetzungen Risiken
Bull 246 bis 282 US-Dollar Modellgewinn 11,73 US-Dollar; KGV 21 bis 24; Gewinn 15 Prozent über der Ausgangsschätzung Mehr Gewinn und höhere Bewertung müssen zusammenkommen
Basis 163 bis 204 US-Dollar Modellgewinn 10,20 US-Dollar; KGV 16 bis 20; Gewinn entspricht der Ausgangsschätzung Die Gewinnschätzung muss erreicht werden
Bear 90 bis 114 US-Dollar Modellgewinn 8,16 US-Dollar; KGV 11 bis 14; Gewinn 20 Prozent unter der Ausgangsschätzung Gewinnenttäuschung und niedrigeres KGV verstärken sich

Das Autogeschäft wächst, Smartphones bleiben schwach

Qualcomms Ergebnisbericht für das 3. Quartal 2026 weist 9,947 Milliarden US-Dollar Umsatz aus, 4 Prozent weniger als im Vorjahr. Das Geschäftsquartal endete am 28. Juni. Der ausgewiesene Gewinn je Aktie lag bei 1,87 US-Dollar, der bereinigte bei 2,21 US-Dollar.

In Qualcomms Chipsparte QCT fiel der Smartphone-Umsatz um 20 Prozent auf 5,086 Milliarden US-Dollar. Der Bereich Automotive, der Halbleiter für Fahrzeuge liefert, wuchs dagegen um 61 Prozent auf 1,588 Milliarden US-Dollar. Das Geschäft mit vernetzten Geräten, als Internet of Things oder IoT bezeichnet, legte um 9 Prozent auf 1,830 Milliarden US-Dollar zu.

Für die Prognose kommt es auf diese Verschiebung an. Das schnell wachsende Autogeschäft startet von einer kleineren Umsatzbasis. Es kann einen Rückgang bei Smartphones deshalb nicht allein durch eine hohe prozentuale Wachstumsrate ausgleichen. Entscheidend ist, wie viele zusätzliche Erlöse tatsächlich hinzukommen und welcher Gewinn daraus entsteht.

Für das 4. Quartal stellte Qualcomm 9,7 bis 10,5 Milliarden US-Dollar Umsatz und 2,05 bis 2,25 US-Dollar bereinigten Gewinn je Aktie in Aussicht. Das ist der bestätigte kurzfristige Unternehmensausblick. Die nächste Ergebnisveröffentlichung erlaubt den Vergleich.

Smartbroker Dashboard / Quelle: Smartbroker Presse

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Neue Snapdragon-Chips sollen das Premiumgeschäft stützen

Am 22. September stellte Qualcomm 2 neue Smartphone-Plattformen vor: Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6 und Snapdragon 8 Elite Gen 6. Snapdragon ist Qualcomms Prozessorfamilie für Endgeräte. Beide neuen Plattformen entstehen in einem 2-Nanometer-Verfahren und sollen unter anderem KI-Anwendungen direkt auf dem Gerät ausführen.

Für die Aktie kommt es darauf an, ob Smartphone-Hersteller daraus verkäufliche Geräte machen und Qualcomm profitable Bestellungen gewinnt. Lokale KI-Verarbeitung kann ein Kaufargument sein. Sie garantiert jedoch weder höhere Stückzahlen noch eine bessere Marge. Unser Modell schreibt der Produktvorstellung deshalb keinen gesondert bezifferten Gewinnbeitrag zu.

Le Technikbericht von Notebookcheck vom 22. September beschreibt die neuen Plattformen ebenfalls und erwartet entsprechende Smartphones in den kommenden Wochen. Solche Geräteveröffentlichungen sind eine nahe Beobachtungsmarke. Erst danach lässt sich beurteilen, wie die technischen Neuerungen im Alltag ankommen.

Im Bull-Fall unseres Modells müsste sich die bessere Produktposition später in einem höheren Gewinn niederschlagen. Werden lediglich ältere Chips durch neue ersetzt, entsteht daraus noch kein entsprechend großer Zuwachs. Für Anleger ist daher die wirtschaftliche Entwicklung des Smartphone-Geschäfts aussagekräftiger als die Zahl neuer Funktionen.

Apple bleibt ein konkretes Risiko für 2027

Reuters berichtete am 29. Juli, dass Qualcomm mit einem schnelleren Rückgang der Apple-Erlöse rechnet. Der erwartete Anteil an Chips für das nächste iPhone-Modell sollte wegen Lieferengpässen deutlich unter der zuvor genannten Marke von 20 Prozent liegen. Zugleich setzt Qualcomm auf neue Geschäfte außerhalb von Smartphones.

Nach demselben Bericht erwartete das Management für das Geschäftsjahr 2027 rund 5 Milliarden US-Dollar Rechenzentrumsumsatz. Erlöse aus kundenspezifischen Chips für 2 große Cloudanbieter sollten ab dem Dezember-Quartal anlaufen.

Entscheidend ist dabei der zeitliche Verlauf. Neue Aufträge helfen dem Gewinn erst, wenn Produkte ausgeliefert und Umsätze mit ausreichender Marge erzielt werden. Wenn Apple-Erlöse früher wegfallen, als neue Geschäfte tragen, kann dazwischen eine Ergebnislücke entstehen. Unser Bear-Fall bildet eine Gewinnenttäuschung ab, ohne einen konkreten Ausfall einzelner Aufträge zu behaupten.

Umgekehrt würde ein planmäßiger Anlauf der neuen Geschäfte die Abhängigkeit von einzelnen Smartphone-Kunden verringern. Für einen höheren Aktienkurs muss dieser Fortschritt stärker ausfallen, als es in der Gewinnschätzung bereits enthalten ist. Neue Umsatzfelder sind deshalb zusammen mit dem Ergebnis je Aktie zu beurteilen.

Der freie Cashflow begrenzt den finanziellen Spielraum

Le Quartalsbericht bei der US-Börsenaufsicht SEC zeigt für die ersten 9 Monate bis 28. Juni 2026 einen operativen Geldzufluss von 8,405 Milliarden US-Dollar. Abzüglich 1,578 Milliarden US-Dollar Sachinvestitionen verbleiben rechnerisch 6,827 Milliarden US-Dollar freier Cashflow. Im Vorjahreszeitraum waren es nach derselben Rechnung 9,231 Milliarden US-Dollar.

Aktienrückkäufe und gezahlte Dividenden beanspruchten in diesen 9 Monaten zusammen 9,674 Milliarden US-Dollar. Sie lagen damit über dem so berechneten freien Cashflow. Das ist keine Aussage über eine bevorstehende Zahlungskrise. Es zeigt aber, dass diese Mittelverwendungen im betrachteten Zeitraum nicht vollständig durch den operativen Zufluss nach Sachinvestitionen gedeckt waren.

Dieser Unterschied muss in einer Gewinnprognose berücksichtigt werden. Bereinigter Gewinn und frei verfügbarer Geldzufluss sind verschiedene Größen. Investitionen oder ein höherer Bedarf an Vorräten können Geld binden, obwohl das Unternehmen Gewinn ausweist. Bei den nächsten Berichten ist daher zu prüfen, ob sich der Cashflow verbessert und wie sich die Investitionen entwickeln.

Die Modellkorridore beschreiben Aktienkurse in US-Dollar. Für ein Depot in Euro beeinflusst zusätzlich der Wechselkurs die Rendite. Dividenden, Steuern und Transaktionskosten sind in diesen Korridoren nicht enthalten. Ein schwächerer Dollar kann einen Kursgewinn aus deutscher Anlegersicht mindern.

Fazit: Neue Geschäfte müssen die Gewinnlücke schließen

Le am 29. Juli veröffentlichten Quartalsergebnisse liefern die Ausgangsbasis: Smartphones schwächeln, das Autogeschäft wächst. Die kommenden Gerätevorstellungen und der vom Management erwartete Anlauf neuer Rechenzentrumserlöse im Dezemberquartal bieten überprüfbare Anhaltspunkte. Entscheidend bleibt, ob diese Geschäfte den erwarteten Rückgang bei Apple wirtschaftlich auffangen.

Das Basisband von 163 bis 204 US-Dollar zum 30. September 2027 setzt 10,20 US-Dollar bereinigten Jahresgewinn je Aktie und ein KGV von 16 bis 20 voraus. Für das Bull-Band von 246 bis 282 US-Dollar müssten Gewinn und Bewertung darüber liegen. Bei schwächerem Ergebnis und niedrigerem KGV ergeben sich 90 bis 114 US-Dollar.

Nach dem jüngsten Kursanstieg ist besonders wichtig, ob Qualcomm die Gewinnerwartungen erfüllt. Der nächste Quartalsbericht sollte deshalb an der veröffentlichten Umsatz- und Gewinnspanne sowie am freien Cashflow gemessen werden.

 

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