Roland Busch auf der Technikmesse CES 2026 in Las Vegas (Foto: Siemens AG)
Siemens sucht für seine Fabriktechnik neue Absatzwege. Am 5. Oktober kündigt der Konzern eine globale Partnerschaft mit TD SYNNEX an. Der IT-Vertriebspartner soll helfen, Automatisierung, Software und künstliche Intelligenz (KI) zu mehr Kunden zu bringen, darunter kleinere Unternehmen. Es ist ein weiterer Schritt in die Richtung, die Vorstandschef Roland Busch vorgibt: Industrielle Technik und digitale Anwendungen sollen enger zusammenwachsen.
Der promovierte Physiker erklärt diesen Anspruch gern an konkreten Maschinen. Bereits 2018 beschreibt er im Tagesspiegel-Interview, wie Siemens anhand von Daten einen Defekt an einer Zugtür 10 Tage im Voraus erkennen könne. Damals ist Busch Technikvorstand. Ihn interessiert an KI vor allem der industrielle Einsatz: Daten sollen helfen, Ausfälle zu vermeiden.
Von der Forschung über Shanghai an die Spitze des Industriekonzerns
Busch wird 1964 in Erlangen geboren, studiert dort und in Grenoble Physik und promoviert. Laut offiziellem Lebenslauf beginnt er 1994 bei Siemens in der zentralen Forschung und Entwicklung. Später arbeitet er an Brennstoffzellen und im Infotainment-Geschäft für Fahrzeuge. Sein Weg durch den Konzern beginnt damit bei einzelnen Technologien, lange bevor er über die Ausrichtung ganzer Sparten entscheidet.
2005 wechselt Busch nach Shanghai und leitet Siemens VDO Automotive für den asiatisch-pazifischen Raum. Danach folgen Führungsaufgaben im Nahverkehrsgeschäft und in der Konzernstrategie. Der Lebenslauf dokumentiert den nächsten Aufstieg: 2011 zieht er in den Vorstand ein, 2019 wird er stellvertretender Vorstandschef. Seit Februar 2021 führt er Siemens. Busch kennt den Konzern damit aus Forschung, operativem Geschäft und strategischer Planung.
Seine Zuversicht in künstliche Intelligenz hat einen industriellen Kern
Dans le Interview von 2018 vertritt Busch eine optimistische Haltung zum Arbeitsmarkt: KI werde mehr Stellen schaffen als vernichten. Zugleich rechnet er mit veränderten Tätigkeiten und betont die Bedeutung der Weiterbildung. Er stellt technischen Fortschritt als etwas dar, auf das sich Beschäftigte vorbereiten müssen. Die Zuversicht und der Anspruch an Qualifizierung gehören in seiner damaligen Argumentation zusammen.
Auf der Technikmesse CES im Januar 2026 beschreibt Busch die nächste Stufe dieser Entwicklung. KI werde Teil von Produkten, Fabriken und Infrastruktur; Siemens wolle sie aus der Erprobung in den breiten industriellen Einsatz bringen. Der neue Vertriebspartner passt zu diesem Vorhaben. Die Vereinbarung vom Oktober zielt darauf, industrielle Anlagen und die Informationstechnik der Unternehmen enger zu verbinden und entsprechende Angebote leichter zugänglich zu machen.
Schwäche im Automatisierungsgeschäft
Für diese Ausrichtung setzt Busch Milliarden ein. Im März 2025 schließt Siemens den Kauf des Softwareanbieters Altair ab; der Unternehmenswert der Transaktion liegt bei rund 10 Milliarden US-Dollar. Altair ergänzt das Angebot unter anderem um Simulation und Datenanalyse. Damit lassen sich Produkte virtuell prüfen, bevor sie gebaut werden. Der vollzogene Zukauf ist ein greifbares Ergebnis von Buschs Strategie, das industrielle Softwaregeschäft auszubauen.
Derselbe Monat zeigt die Belastung im bestehenden Geschäft. Wegen schwacher Nachfrage kündigt Siemens laut Reuters den Abbau von 5.600 Stellen in der Automatisierung und 450 in der Ladeinfrastruktur für Elektroautos an. In Deutschland sollen betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden. Busch hatte den Abbau in der Automatisierung bereits im November zuvor angekündigt. Die Kürzungen zeigen die Grenze seiner Technikzuversicht: Trotz des Ausbaus der Softwareangebote musste Busch auf fehlende Nachfrage im bestehenden Geschäft reagieren.
Clause de non-responsabilité:
Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI erstellt und vor Veröffentlichung durch die Redaktion geprüft. Alle Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität. Der Text stellt keine Handelsempfehlung oder Anlageberatung dar.
La contribution Roland Busch: Der Siemens-Chef setzt auf KI in der Fabrik est apparu en premier ftd.de.