SAP-Hauptsitz in Walldorf (Foto: SAP SE 2026, Norbert Steinhauser)
Walldorf – Die SAP SE steht vor der Veröffentlichung ihrer Geschäftszahlen. Europas größter Softwarekonzern muss beweisen, dass die starke Dynamik bei Cloud-Buchungen und die Integration von künstlicher Intelligenz anhalten. Investoren blicken in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten genau auf das abgelaufene Jahresviertel. Können die Walldorfer die Erwartungen erneut erfüllen?
Nach dem letzten Quartalsbericht im Juli schoss der Aktienkurs hoch und zeigte sich robust – plus 50 Prozent in 3 Monaten. Das Papier notierte gestern Mittag auf Xetra bei rund 200 Euro. Das Allzeithoch von 283,50 Euro erreichte SAP im Februar 2025. Seit Jahresbeginn liegt der Titel über 3 Prozent im Minus.
Letzter Quartalsbericht: SAP-Zahlen und die Ziele für 2026
Zuletzt verzeichnete der Konzern ein solides Wachstum. Die gesamten Umsatzerlöse kletterten im 2. Quartal 2026 um 9 Prozent auf 9,88 Milliarden Euro. Der Gewinn nach Steuern pro Aktie stieg um 30 Prozent auf 1,89 Euro. Der Auftragsbestand im Cloudgeschäft wuchs um 27 Prozent auf 22,90 Milliarden Euro, was eine beschleunigte Nachfrage zeigte.
Für 2026 verfolgt der Vorstand ehrgeizige Ziele. SAP erwartet währungsbereinigt Clouderlöse zwischen 25,80 und 26,20 Milliarden Euro. Cloud- und Softwareerlöse sollen zwischen 36,30 und 36,80 Milliarden Euro liegen. Das Betriebsergebnis taxiert das Management nach einer Senkung im Juli wegen der Übernahmen von Dremio und Prior Labs auf 11,80 bis 12,20 Milliarden Euro (zuvor 11,90 bis 12,30 Milliarden Euro). Der Free Cashflow soll rund 10 Milliarden Euro erreichen.
KI-Strategie des SAP-Vorstands als Treiber für Wachstum
Künstliche Intelligenz spielt eine zentrale Rolle in der aktuellen Strategie. Der Vorstandsvorsitzende Christian Klein betonte dazu: „Kunden entscheiden sich für SAP, um genaue und gesetzeskonforme KI-Ergebnisse zu ermöglichen, die auf ihren zentralen Geschäftsprozessen und Daten basieren.“
Triebfeder des Modells bleibt die Migration der Kunden von lokalen Installationen in die Cloud. Zudem positioniert sich das Unternehmen als Wegbereiter für das autonome Unternehmen. Neue Angebote helfen, Prozesse effizienter zu steuern. KI und die SAP Business Data Cloud waren im 2. Quartal in über 90 Prozent der 50 größten Deals zentrale Bausteine.
Operative Disziplin – Risiko bleibt Geoplitik
Der Fokus liegt zudem auf der operativen Disziplin. Der Konzern treibt die Transformation voran und nutzt interne KI-Lösungen zur Steigerung der Effizienz. Ein Aktienrückkaufprogramm über 10 Milliarden Euro begleitet diesen Wandel, belegt das Vertrauen in die eigene Finanzstärke und soll den Wert für Anteilseigner erhöhen.
Für positive Impulse könnten starke Buchungen in der zweiten Jahreshälfte sorgen, zumal das Management von einer sehr guten Vertriebspipeline ausgeht. Auf der Risikoseite bleiben geopolitische Konflikte, die Investitionsentscheidungen verzögern. SAP erwartet für 2026 eine leichte Abschwächung beim Wachstum des Cloud-Auftragsbestands (2025: 25 Prozent); eine stärkere Verlangsamung könnte Anleger rasch verunsichern.
Analysten-Prognosen: Gewinn und Umsatz im 3. Quartal
Der Gewinn pro Aktie soll nach der mittleren Schätzung von 16 Analysten auf finance.net im 3. Quartal von Juli 2026 bis September 2026 bei rund 1,81 Euro liegen. Das ist ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorquartal, für das SAP rund 1,89 Euro meldete. Rund 1,72 Euro betrug der Gewinn pro Aktie im Vorjahresquartal von Juli bis September 2025.
Starkes Wachstum verheißen die Umsatzprognosen – rund 10,10 Milliarden Euro schätzen die Analysten im Mittel für das 3. Quartal. Das ist mehr als im Vorjahresquartal (rund 9,08 Milliarden Euro) und im 2. Quartal (rund 9,88 Milliarden Euro). Das Geschäftsjahr endet am 31. Dezember 2026. Ein ftd.de-Beitrag beschäftigt sich mit dem Aussichten für 2027.
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