TE Connectivity Aktie: Der heimliche Profiteur von KI und Elektromobilität

Steigende Nachfrage nach komplexen Steckverbindungen in der Elektromobilität sichert TE Connectivity eine starke Marktposition im Transportsektor. (Bild: Magnific AI)

TE Connectivity zählt zu den Unternehmen, die selten im Rampenlicht stehen und dennoch eine zentrale Rolle in modernen Industrie- und Technologiesystemen einnehmen. TE Connectivity entwickelt elektrische und elektronische Verbindungskomponenten, die in Fahrzeugen, Rechenzentren, Energieinfrastruktur und industriellen Anwendungen verbaut werden. Die Produkte sind klein, aber unverzichtbar. Die Kombination aus technischer Relevanz und breiter Einsatzfähigkeit macht TE zu einem stabilen und wachstumsstarken Unternehmen.

Ein Geschäftsmodell, das von mehreren Trends gleichzeitig profitiert

TE ist in 2 große Segmente gegliedert, die jeweils rund die Hälfte des Umsatzes ausmachen. Transportation Solutions umfasst Anwendungen für Automobil, Schienenverkehr und Sensoren. Die Sparte profitiert vom Wandel hin zur Elektromobilität. Industrial Solutions deckt Energie, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik sowie das wachsende Feld der Rechenzentren ab.

Obwohl der weltweite Fahrzeugmarkt stagniert, verzeichnet die Transportschiene robustes Wachstum. Der Grund dafür ist die zunehmende Digitalisierung in modernen Fahrzeugen. Autonomes Fahren und innovative Assistenzsysteme erhöhen die Anzahl der benötigten Datenkomponenten pro Fahrzeug. Elektroautos benötigen im Vergleich zu klassischen Verbrennern die zwei- bis fünffache Menge an Steckverbindungen. Zudem steigt der Bedarf an hochkomplexen Sensoren und Hochvolt-Modulen. TE hat sich in diesem Sektor durch fehlerfreie und sicherheitsrelevante Bauteile eine starke Marktposition erarbeitet und steht als Qualitätsführer bei Kunden auf der Vorzugsliste.

Im industriellen Sektor treiben die Automatisierung und der Ausbau der Stromnetze die Nachfrage an. Künstliche Intelligenz verlangt enorme Rechenkapazitäten. Moderne Rechenzentren haben extreme Anforderungen an Stromversorgung, Kühlung und die Verbindung von Hochgeschwindigkeitsdaten. Da die gelieferten Komponenten von TE nur einen minimalen Bruchteil der Gesamtkosten einer Anlage ausmachen, kann TE eine hohe Preissetzungsmacht durchsetzen. Kunden akzeptieren notwendige Preiserhöhungen, da sie in der Gesamtkostenrechnung kaum ins Gewicht fallen.

TE Connectivity ist führend in mehreren Schlüsselbereichen

Der Markt für Verbindungstechnik ist hart umkämpft. Der größte Mitbewerber Amphenol ist jedoch in anderen Bereichen aktiv und verfolgt eine sehr aggressive Übernahmestrategie. Amphenol fokussiert sich primär auf klassische Steckverbindungen, High-Speed-Optics sowie lukrative Nischen in der Unterhaltungselektronik und der Verteidigungsindustrie. TE Connectivity differenziert sich dagegen durch ein kombiniertes Angebot aus Strom-, Daten- und Sensoriklösungen.

TE ist Marktführer in der Automobil-Konnektivität. Das Management hat in den vergangenen Jahren die Abhängigkeit von diesem eher unpopulären Sektor gezielt reduziert. Betrug der Umsatzanteil der Automobilsparte früher noch rund die Hälfte, liegt er heute bei etwa 30 Prozent. Diese Diversifikation gelang trotz zweistelliger Wachstumsraten im Fahrzeugbereich, da die industriellen Segmente noch deutlicher zulegen konnten.

 


In der industriellen Verbindungstechnik zählt TE zu den 3 größten Akteuren weltweit. Die zukünftigen Wachstumstreiber liegen vor allem in der Netzmodernisierung und der Datenübertragung. Das Management verfolgt die technologische Entwicklung in den Rechenzentren genau. Da klassische Kupferverbindungen bei extrem hohen Datenraten und zwischen Server-Racks und Clustern an physikalische Grenzen stoßen, wurde im März 2026 der Spezialist RAM Photonics übernommen, denn bisher deckte TE nur Lösungen aus Kupfer ab.

Dieser strategische Schritt war notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden. Die optische Lösung ist energieeffizienter, erzielt eine höhere Bandbreite und Geschwindigkeit und stößt auf keine elektromagnetischen Störfelder anderer Systemkomponenten. Nun kann TE nicht nur Kupferkomponenten für die Energieversorgung, sondern auch optische Systeme für den Datenfluss der großen Rechenzentren bereitstellen. Das sichert langfristige Wachstumsoptionen in mehreren Märkten.

Starkes Quartal, steigende Prognosen und unterschätztes Potential

Im jüngsten Quartal stiegen die Umsätze um 15 Prozent auf über 4,7 Milliarden Dollar. Organisch lag das Wachstum bei 7 Prozent. Abseits von der kleinen Sparte Medical (3 Prozent Umsatzanteil) konnten alle Segmente einen Umsatzzuwachs verzeichnen. Der Auftragseingang erreichte mit 5,3 Milliarden US-Dollar einen neuen Höchstwert (Book-to-Bill 1,12). Der Gewinn je Aktie wurde um 24 Prozent von 2,73 US-Dollar auf 2,90 US-Dollar gesteigert. Die Bruttomarge konnte um 160 Basispunkte auf 36,8 Prozent verbessert werden. Die bereinigte operative Marge lag bei 21,7 Prozent.

Smartbroker Dashboard / Quelle: Smartbroker Presse

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Der freie Cashflow erreichte im ersten Halbjahr rund 1,3 Milliarden Dollar (27 Prozent FCF-Marge) und zeigt die hohe Cash-Generierungskraft mit 150 Prozent. Besonders bemerkenswert ist die erneute Anhebung der AI-Umsatzprognose. Für 2026 erwartet TE ein organisches Umsatzwachstum von 9 Prozent und der Gewinn je Aktie soll um 17 Prozent höher ausfallen als 2025. Diese Wachstumsdynamik deutet darauf hin, dass TE stärker vom Ausbau der AI-Infrastruktur profitiert, als es die bisherigen Markterwartungen widerspiegeln.

Auch das Energiegeschäft bleibt ein stabiler Wachstumstreiber, da rund 2 Drittel der Nachfrage aus Netzmodernisierung und Netzwerkverbesserung stammen. Trotz dieses Ausblicks wird TE aktuell nur mit einem Ratio cours-bénéfice von 18 bewertet. Das entspricht dem historischen Bewertungsniveau, obwohl TE heute zusätzlich von strukturellen Rückenwinden aus Netzmodernisierung und Datenzentren profitiert.

Disziplinierte Kapitalallokation schafft dauerhaften Aktionärswert

Das Management blickt optimistisch in die Zukunft. Für die nächsten Jahre wird ein jährliches organisches Umsatzwachstum von 6 bis 8 Prozent angestrebt. Die operative Marge soll zeitgleich um 50 bis 60 Basispunkte pro Jahr zulegen. Setzt TE diese Ziele um, führt das zu einem zweistelligen Gewinnwachstum. Die daraus resultierenden hohen Cashflows ermöglichen eine klare und aktionärsfreundliche Kapitalallokation. Ein Drittel der liquiden Mittel fließt stets in die Ausschüttung von Dividenden. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei rund 1,5 Prozent.

Die verbleibenden 2 Drittel des freien Cashflows werden für strategische Zukäufe und eigene Aktienrückkäufe aufgewendet. Bei Übernahmen gelten strenge Kriterien. Das Management fordert hier zweistellige Renditen innerhalb eines Zeitraums von 5 Jahren. Die aktuell günstige Bewertung lässt auf erhebliche Aktienrückkaufspakete hoffen. Allein in den letzten 5 Jahren wurden rund 20 Prozent der ausstehenden Aktien eingezogen.

Die aktionärsfreundliche Kapitalallokation, die attraktive Bewertung und die strukturelle Wachstumsdynamik machen TE zu einem interessanten Investment.

 

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