Trotz hoher Inflation und globaler Krisen ist die Zahl der offenen Stellen in den USA gestiegen. (Foto: Magnific.com, freepik)
Washington – Die US-Wirtschaft trotzt im Juni 2026 den globalen Stürmen. Trotz des eskalierenden Iran-Krieges und robuster Inflation zeigt sich der Arbeitsmarkt widerstandsfähig. 172.000 neue Arbeitsverhältnisse außerhalb der Landwirtschaft sind im Mai hinzugekommen, wie das US-Arbeitsministerium heute bekannt gab. Das sind deutlich mehr Stellen als von Experten prognostiziert. Die Arbeitslosenquote in den USA stagniert bei 4,3 Prozent.
Starke Zuwächse verzeichneten insbesondere das Gesundheitswesen, das Gastgewerbe und die Verwaltung. Die Zahlen der Vormonate haben die Statistiker deutlich korrigiert: Den April-Wert revidierten sie von 115.000 auf 179.000 neue Stellen, im März sind nun 214.000 statt bisher 185.000 Jobs hinzugekommen.
Das Wichtigste zu Arbeitsmarkt USA und Fed-Zinsen
- Stabiles Stellenwachstum: Im Mai 2026 sind in den USA 172.000 neuen Jobs entstanden.
- Arbeitslosenquote: auch im Mai stabil bei 4,3 Prozent
- Zinspause erwartet: Das CME FedWatch Tool taxiert die Wahrscheinlichkeit für unveränderte Zinsen auf über 98 Prozent.
Bericht des Lohndienstleisters ADP: US-Privatsektor wächst
Auch ein anderer Indikator lieferte diese Woche positive Arbeitsmarkt-Signale. Der ADP-Report des privaten Personaldienstleisters ADP verzeichnete für Mai ein Plus von 122.000 neuen Stellen im Privatsektor. Das ist der stärkste Zuwachs seit Januar 2025. Das Ergebnis übertrifft die Dow-Jones-Prognose von 110.000. Bemerkenswert ist die breite Verteilung der neuen Jobs über verschiedene Sektoren hinweg.
Die Dynamik am Arbeitsmarkt scheint sich vor dem Sommer weiter zu verfestigen. „Die Neueinstellungen waren im Mai auf breiterer Basis verteilt, als wir es in den vergangenen Jahren gesehen haben“, analysiert ADP-Chefökonomin Nela Richardson. Der Arbeitsmarkt zeige auch vor der sommerlichen Einstellungssaison eine anhaltende Dynamik.
Stellenangebote ziehen an – US-Notenbank bleibt im Wartemodus
Jüngste Daten des US-Bureau of Labor Statistics unterstreichen die hohe Nachfrage nach Arbeitskräften. Die Zahl der offenen Stellen kletterte im April laut Jolts-Report auf 7,6 Millionen. Das entspricht einem Anstieg von 731.000 gegenüber dem Vormonat. Gleichzeitig blieb die Kündigungsrate bei 3 Millionen beziehungsweise 1,9 Prozent stabil.
Die US-Notenbank Federal Reserve agiert unterdessen in einem komplexen Umfeld. Der Leitzins ruht seit Januar 2026 unangetastet in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Die Fed befindet sich im Wartemodus. Der Inflationsschock bleibt jedoch präsent. Im April kletterte die Teuerungsrate, angetrieben vom Iran-Konflikt, auf 3,8 Prozent. Unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh könnten die Währungshüter nun das duale Mandat aus Preisstabilität und Vollbeschäftigung neu austarieren. „Wir werden nicht an bisherigen Praktiken festhalten, wenn wir bessere Alternativen finden“, sagte Warsh zu Beginn seiner Amtszeit.
Geldpolitische Gratwanderung – Zins-Prognose des FedWatch Tools
Trotz des Preisdrucks mahnen erste Währungshüter zur Vorsicht bei geldpolitischen Straffungen. Auf die vorübergehend erhöhte Energiepreisinflation zu reagieren, würde eine ungerechtfertigte Intervention bedeuten, die die Wirtschaftstätigkeit und die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt unnötig belastet, warnte kürzlich Fed-Gouverneurin Michelle Bowman auf einer Konferenz in Island.
Was sagen die Märkte zu einer möglichen Zinssenkung? Laut dem FedWatch-Tool der Terminbörse CME Group (NASDAQ: CME) beträgt die Chance für eine Zinspause bei der nächsten Fed-Sitzung am 17. Juni 98,4 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit sinkt bei der Sitzung am 29. Juli auf 90,2 Prozent. (Stand: 5. Juni 2026, 14.50 Uhr MESZ)
Aktualisiert nach Bekanntgabe der Arbeitsmarktzahlen am 5. Juni 2026 um 14.55 Uhr (MESZ).
La contribution USA Arbeitsmarkt aktuell: Stellenzuwachs im Mai 2026 und Fed-Zins-Prognose est apparu en premier ftd.de.