Moderne Förderanlagen von US-Konzernen könnten die veraltete venezolanische Infrastruktur ersetzen. (Foto: Freepik, inkdrop)
Donald Trump macht kein Geheimnis aus seinem Ziel: Venezuelas Öl soll zurück in amerikanische Hände. Die politische Eskalation hat an den Börsen bereits Folgen – US-Ölkonzerne feiern ein Comeback, das sich gebündelt über einen US-Energie-ETF spielen lässt.
„Wir holen uns das Öl zurück“
Donald Trump pflegt bekanntlich keinen diplomatischen Tonfall. „We will take the oil back“, ließ er wissen – und meinte damit Venezuela. Mit der Festnahme von Nicolás Maduro und dessen Ehefrau ist die politische Dimension der US-Intervention offensichtlich. Doch der eigentliche Treiber liegt tiefer: unter der Erde.
Venezuela besitzt die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt. Rund 304 Milliarden Barrel, etwa 17 Prozent der globalen Reserven, lagern vor allem im Orinoco-Gürtel. Mehr als Saudi-Arabien, mehr als Iran, mehr als die Vereinigten Arabischen Emirate. Ein geopolitischer Schatz – bislang schlecht gehoben.
Große Reserven, kleine Förderung
Trotz dieses Überflusses fördert Venezuela heute weniger als eine Million Barrel pro Tag. Das ist kaum ein Prozent der weltweiten Produktion. Ursachen gibt es viele: jahrelange Misswirtschaft, fehlende Investitionen, technischer Verfall – und politische Eingriffe.
Spätestens mit der faktischen Enteignung ausländischer Ölkonzerne unter Hugo Chávez im Jahr 2007 zog sich westliches Kapital zurück. US-Sanktionen gegen den Staatskonzern PDVSA verschärften die Misere. Venezuela blieb zwar OPEC-Mitglied, verlor aber faktisch an Bedeutung.
Dass 2 Drittel der Reserven aus Schweröl bestehen, hilft ebenfalls nicht. Es ist zwar relativ leicht zu fördern, aber teuer zu raffinieren. Der Vorteil der USA: Entlang der Golfküste stehen Raffinerien, die genau darauf spezialisiert sind.
Trump setzt auf US-Konzerne
Trump denkt in klassischen Kategorien: politische Macht trifft wirtschaftliches Interesse. In seiner Lesart sollen amerikanische Konzerne Milliarden investieren, die marode Förderinfrastruktur modernisieren und die Produktion schrittweise hochfahren. Das würde das globale Ölangebot ausweiten – mit dem altbekannten Effekt: mehr Angebot, sinkende Preise. Genau dieses Szenario haben die Märkte bereits vorweggenommen. Der Ölpreis gab zu Wochenbeginn nach, noch bevor konkrete Investitionszusagen auf dem Tisch lagen.
Gleichzeitig setzte an der Börse eine Gegenbewegung ein. Ölaktien legten spürbar zu, allen voran Chevron, der einzige große US-Konzern, der in Venezuela noch operativ präsent ist. Ebenfalls gefragt waren die Ölfelddienstleister Halliburton und SLB (Schlumberger), die traditionell immer dann gewinnen, wenn neue Förderprojekte geplant und Bohrprogramme ausgeweitet werden. Der Markt spielt die Geschichte sofort – ganz in seiner Tradition: erst die Hoffnung, dann die Bewertung. Ob die Realität später Schritt hält, ist eine andere Frage.
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Der Haken: Zeit und Rechtssicherheit
Doch die Realität bremst den Optimismus. Ein signifikanter Produktionsanstieg in Venezuela ist kein Projekt für Monate, sondern für Anni. Förderanlagen sind veraltet, Infrastruktur marode, Fachkräfte abgewandert.
Vor allem aber fehlt eines: Rechtssicherheit. Ohne verlässliche Eigentumsrechte und klare Verträge werden selbst ölverwöhnte US-Konzerne zögern. Entsprechend halten sich viele Unternehmen bislang bedeckt.
Der jüngste Kursaufschwung wirkt daher eher wie ein geopolitischer Vorschuss als eine fundamental abgesicherte Entwicklung.
ETF-Idee: Auf den Profiteur setzen, nicht auf Venezuela
Wer das Thema spielen will, ohne auf die politisch wie wirtschaftlich hochriskanten Wiederaufbauversprechen Venezuelas zu setzen, fährt mit einem Umweg über die USA deutlich besser. Der SPDR S&P U.S. Energy Select Sector UCITS ETF (ISIN: IE00BWBXM492) bietet genau diesen Ansatz. Er bündelt die Schwergewichte des amerikanischen Energiesektors aus dem S&P-500-Index und setzt damit auf jene Unternehmen, die im Fall einer Öffnung Venezuelas am ehesten profitieren würden – ohne selbst den Risiken vor Ort ausgesetzt zu sein.
Im Portfolio dominieren die großen integrierten Ölkonzerne Exxon Mobil und Chevron, auf die zusammen fast die Hälfte des Fondsvermögens entfällt. Chevron ist dabei kein unbeschriebenes Blatt: Der Konzern ist als einziger US-Ölriese noch operativ in Venezuela aktiv und könnte bei einer politischen Neuordnung schnell eine Schlüsselrolle übernehmen. Ergänzt wird das Schwergewicht-Duo durch klassische Profiteure steigender Investitionen in Förderung und Infrastruktur, darunter die Ölfelddienstleister SLB (Schlumberger) und Halliburton, deren Geschäftsmodell unmittelbar von neuen Bohrprojekten lebt. Auch Midstream-Unternehmen wie Williams Companies, die Pipelines betreiben und damit an steigenden Fördermengen verdienen, sind enthalten.
Der ETF umfasst insgesamt 22 Titel, ist physisch replizierend, thesauriert seine Erträge und gehört mit einer Gesamtkostenquote von 0,15 Prozent zu den günstigsten Vehikeln seiner Art. Für Anleger ist das Produkt damit weniger eine Wette auf Venezuela selbst als vielmehr auf die strukturelle Stärke und politische Rückendeckung der US-Energieindustrie. Kurz gesagt: ein klassischer Trump-Trade – Amerika zuerst, auch beim Öl.
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Fazit: Börse jubelt, Realität bremst
Die USA haben Venezuelas Öl fest im Blick – und die Märkte ebenfalls. Dass US-Ölaktien steigen, ist logisch. Dass Venezuela kurzfristig zum Gamechanger wird, eher nicht.
Trump liefert die Schlagzeilen, die Börse die schnellen Gewinne. Ob daraus ein nachhaltiger Ölboom entsteht, entscheidet sich nicht im Weißen Haus, sondern auf den Förderfeldern – und in den Vertragswerken. Bis dahin gilt: Die Kurse laufen schneller als das Öl fließt.
Disclaimer:
Non consigli sugli investimenti. Nessuna chiamata per acquistare o vendere titoli.
Il contributo Geopolitik trifft Börse: Dieser Öl-ETF profitiert von Trumps Venezuela-Offensive è apparso per primo ftd.de.