Wird die Fed 2026 auf Zinssenkungskurs umschwenken? (Foto: Freepik, roman-)
Washington – Die Fed zeigt sich bislang immun gegen politische Weisungen. Auch heute haben die Notenbanker Trumps Wunsch nach Zinssenkungen nicht nachgegeben und den Leitzins bei einer Spanne von 350 bis 375 Basispunkten belassen – von Reuters befragte Volkswirte hatten die Zinspause erwartet.
“Die Unsicherheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten bleibt hoch“, heißt es im Statement der Federal Reserve zum heutigen Zinsentscheid. Man beobachte die Risiken für beide Seiten des doppelten Mandats der Fed – Vollbeschäftigung und Inflation – weiter aufmerksam und wäre bereit, die geldpolitische Ausrichtung gegebenenfalls anzupassen, falls Risiken auftreten.
Wieder war das Votum der Fed-Entscheider nicht einstimmig. Der Trump-Loyalist Stephen I. Miran befürwortete eine Zinssenkung um 25 Basispunkte, ebenso wie Christopher J. Waller, der als einer der Kandidaten für die Nachfolge von Jerome Powell als Fed-Präsident gehandelt wird.
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Uneinigkeit der Fed-Entscheider – Inflation und Arbeitsmarkt
Dreimal hatte die Fed seit Herbst die Zinsen um 25 Basispunkte gesenkt – über den Kurs gab es zuletzt immer wieder Dissens. So forderte Miran beim letzten Entscheid eine stärkere Zinssenkung als die Mehrheit. In der Sache geht es immer wieder darum, was wichtiger ist: die Inflation zu senken oder die Beschäftigung zu stärken.
Beides ist Aufgabe der Fed. Wobei die Notenbanker die US-Teuerung von zuletzt 2,7 Prozent bislang nicht auf den Zielwert 2 Prozent drücken konnten. Auch der Arbeitsmarkt präsentiert sich mit 50.000 neuen Jobs (Dezember), starken Abwärtsrevisionen und 4,6 Prozent Arbeitslosenquote schwach.
Favorit für die Powell-Nachfolge – Prognose des FedWatch Tools
Der Ansichten im Fed-Offenmarktausschuss werden immer zu Jahresbeginn neu gemischt, denn dann rotieren neue regionale Fed-Präsidenten in stimmberechtigte Positionen. Die neuen Vertreter Beth Hammack (Cleveland), Lorie Logan (Dallas) und Neel Kashkari (Minneapolis) wollen wohl die Zinsen stabil halten.
Mittlerweile rechnen viele Beobachter erst nach der Ablösung des aktuellen Fed-Präsidenten Jerome Powell mit Zinssenkungen. US-Präsident Trump, der Powell seit Monaten unter Druck setzt, könnte demnächst seinen Kandidaten präsentieren. Rick Rieder von BlackRock soll aktuell gute Karten haben.
Auch die Märkte erwarten derzeit nicht, dass vor Powells Weggang noch eine Zinsanpassung stattfindet. Das Strumento FedWatch der Fed beziffert die Chance für eine Senkung des Leitzinses um 25 Basispunkte bei der Sitzung am 18. März auf 13,9 Prozent. Dass auch nach dem Entscheid am 29. April die Zinsen unverändert bleiben, ist zu 71,8 Prozent wahrscheinlich (Stand: 28. Januar, 20.22 Uhr MEZ).
Aktualisiert nach Bekanntgabe der Zinsentscheidung am 28. Januar 2026 um 20.22 Uhr (MEZ)
Il contributo Fed Leitzins heute: erster Zinsentscheid 2026 in den USA vor Powell-Abschied è apparso per primo ftd.de.