Grüner Strom, neue Fantasie: Warum Clean-Energy-ETFs plötzlich wieder gefragt sind

Erneuerbare Energien beflügeln wieder die Fantasie der Anleger. (Foto: Magnific.com, hujur1100)

Lange galten Aktien aus dem Bereich der erneuerbaren Energien als Verlierer steigender Zinsen. Doch jetzt erlebt dieser Sektor ein bemerkenswertes Comeback. Der Boom im Bereich der künstlichen Intelligenz, der weltweit explodierende Strombedarf und milliardenschwere Investitionen in die Energiewende treiben die Kurse wieder an. Besonders ETFs auf Green Energy profitieren von der neuen Euphorie.

Die Rückkehr eines abgeschriebenen Sektors

Noch vor 2 Jahren schien die Euphorie rund um grüne Energie endgültig verflogen zu sein. Seit ihren Höchstständen verloren viele Solar-, Wind- und Wasserstoffaktien 50, 70 oder gar 90 Prozent an Wert. Was während der Niedrigzinsphase als Zukunftsboom gefeiert wurde, geriet unter dem Druck steigender Finanzierungskosten massiv ins Straucheln.

Denn die Branche ist extrem kapitalintensiv. Windparks, Solarparks, Stromnetze oder Wasserstoffanlagen verschlingen Milliarden. Als die Zinsen weltweit explodierten, brachen viele Geschäftsmodelle plötzlich unter der Last höherer Finanzierungskosten zusammen. Hinzu kamen Lieferkettenprobleme, schwache Margen und eine zeitweise nachlassende Nachfrage.

Smartbroker Dashboard / Quelle: Smartbroker Presse

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Doch die Stimmung hat sich gedreht. Seit gut einem Jahr erleben Aktien aus dem Bereich der erneuerbaren Energien ein bemerkenswertes Comeback. Der Grund dafür liegt vor allem im weltweit explodierenden Strombedarf. Die Digitalisierung der Wirtschaft, die Elektrifizierung des Verkehrs, Wärmepumpen, Batterietechnologie und vor allem der Boom rund um künstliche Intelligenz sorgen für einen gewaltigen Hunger nach Energie.

Besonders KI-Rechenzentren entwickeln sich zu regelrechten Stromfressern. Tech-Konzerne investieren Milliarden in neue Datencenter, die rund um die Uhr enorme Mengen an Elektrizität benötigen. Gleichzeitig wächst der politische Druck zur Dekarbonisierung. Die Folge: Der Ausbau erneuerbarer Energien gewinnt weltweit wieder massiv an Dynamik.

KI als neuer Kurstreiber für grüne Energie

Was viele Anleger unterschätzt haben: Ausgerechnet der KI-Boom entwickelt sich immer mehr zum Wachstumsbeschleuniger für den Clean-Energy-Sektor.

Die großen Technologieunternehmen benötigen nicht nur Rechenleistung, sondern vor allem eine verlässliche Stromversorgung. Genau hier kommen Unternehmen aus den Bereichen erneuerbare Energien und moderne Strominfrastruktur ins Spiel.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist Bloom Energy. Das kalifornische Unternehmen produziert stationäre Festoxid-Brennstoffzellen, die Strom direkt vor Ort erzeugen können, und das ganz ohne klassische Verbrennung.

Die Technologie gilt als hochinteressant für Rechenzentren, da sie unabhängig vom klassischen Stromnetz funktioniert und enorme Energiemengen liefern kann. Bloom Energy kooperiert inzwischen mit großen Technologiekonzernen, um KI-Rechenzentren autark mit Energie zu versorgen.

Entsprechend spektakulär entwickelte sich der Aktienkurs. So kletterten die Papiere auf Jahressicht um über 1.300 Prozent nach oben. Anleger sehen in dem Unternehmen einen potenziellen Profiteur des globalen KI-Infrastrukturbooms.

Fazit: Die große Chance – und die große Gefahr

Die Investmentstory hinter grüner Energie bleibt enorm attraktiv. Die Welt braucht mehr Strom. Sehr viel mehr Strom. Gleichzeitig soll dieser klimafreundlicher erzeugt werden. Der Ausbau von Rechenzentren, Elektromobilität, Wärmepumpen und industrieller Elektrifizierung dürfte die Nachfrage nach erneuerbaren Energien über Jahre massiv antreiben.

Doch Anleger sollten sich nichts vormachen: Der Sektor bleibt hochvolatil. Viele Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien sind stark von politischen Förderungen, Rohstoffpreisen und Zinssätzen abhängig. Gerade Wasserstoff- oder Solarwerte neigen zu extremen Kursschwankungen. Hinzu kommt die hohe Konkurrenz aus China, die westliche Anbieter zunehmend unter Druck setzt.

 

Disclaimer:
Non consigli sugli investimenti. Nessuna chiamata per acquistare o vendere titoli.

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