Abbott Laboratories Aktie: Investition in Krebsdiagnostik bietet Einstiegschance

Die strategische Übernahme von Exact Sciences erweitert die Diagnostiksparte von Abbott Laboratories um zukunftsweisende Technologien zur Krebsvorsorge. (Foto: Magnific.com, freepik)

Abbott Laboratories erleidet trotz solider Quartalszahlen weitere Kursrückschläge. Während der Gesundheitskonzern im 1. Quartal den Umsatz um 7,8 Prozent steigerte und nur das Nutrition-Segment mit einem Umsatzrückgang von 6 Prozent schwächelte, sorgt vor allem die teuer wirkende Übernahme von Exact Sciences für Skepsis am Markt.

Nach dem jüngsten Kursrückgang wird Abbott Laboratories nur noch mit einem Rapporto prezzo-utili von 15 bewertet. Gleichzeitig bietet die Aktie eine Dividendenrendite von rund 3 Prozent. Das ist eine attraktive Rendite für einen etablierten Dividendenaristokraten mit mehr als 50 Jahren kontinuierlicher Dividendenerhöhungen. Trotz der kostspieligen Übernahme ist auch die Ausschüttung bei einem EV/EBITDA von 2,2 nicht gefährdet. Damit könnte sich Abbott Laboratories aktuell als interessante Gelegenheit für Value- und Dividendenanleger erweisen.

Hervorragende Ergebnisse im Segment der etablierten Pharmazeutika

Bis 2013 waren Abbott und AbbVie unter einem Dach. 2013 entschied sich Abbott einen Teil der Pharmasparte unter AbbVie abzuspalten, um die Geschäftszyklizität und Risiken zu reduzieren. Übrig blieb das Segment der etablierten Pharmazeutika. Diese Pharmazeutika sind nicht mehr patentgeschützt und daher weder forschungsintensiv, risikoreich noch kostspielig.

Die Hauptmärkte mit diesen Pharmazeutika sind die Schwellenländer. Abbott profitiert gegenüber lokalen Anbietern von seinem guten Ruf als Qualitätsführer. Mit dem Ansatz der Volumensstrategie und geringere Margen, erzielt das Segment im ersten Quartal ein überdurchschnittlich hohes Wachstum von 13 Prozent. Die Nachfrage wird durch vorteilhafte langfristige Trends im Gesundheitswesen und demografische Entwicklungen gestützt.

Beeindruckende weltweite Marktmacht bei Glukosemessgeräten

Im Segment Medical Devices stellt weiterhin das wichtigste Produkt das Glukosemesssystem (CGM) FreeStyle Libre, mit einem Umsatzanteil von 13 Prozent, dar. Weltweit kontrolliert Abbott damit 57 Prozent des Marktes. Der entscheidende Vorteil gegenüber dem Hauptkonkurrenten Dexcom liegt in der Preissetzung. Abbott bietet die Sensoren deutlich günstiger an und ist dadurch in Europa und den Schwellenländern deutlicher Marktführer. In den USA kann sich Abbott nur bei Typ-2-Diabetikern behaupten. Dexcom nimmt hingegen bei Typ-1-Diabetikern die Vorreiterstellung in den USA ein. Prognosen gehen davon aus, dass der Markt für Glukosemessung bis 2035 jährlich um 13 bis 15 Prozent wachsen wird. Abbott ruht sich auf dem Erfolg nicht aus und investiert weiter in die Entwicklung neuer Produkte und Märkte.

Ein neues Wachstumsfeld ist das CMG-Produkt Lingo. Hierbei handelt es sich um ein Sensor für Menschen ohne Diabetes. Im Fokus stehen dabei vor allem der Wellness-Markt und Menschen, die Abnehmmedikamente nutzen. Mit Lingo soll das Wohlbefinden überwacht werden, denn ein niedriger Glukosewert führt zu Erschöpfung und Konzentrationsstörungen. Mit einem Preis von etwa 50 US-Dollar bei Walmart ist Lingo um die Hälfte günstiger als das Konkurrenzmodell von Dexcom.

Weiterer Ausbau der Herzsparte mit starken Innovationen

Das Segment Medical Devices umfasst mehr als nur Glukosemessgeräte und Sensoren. Im Bereich „Structural Heart“ ist Abbott mit dem MitraClip-System ebenfalls führend. Das MitraClip-System ermöglicht die Reparatur von Herzklappen ohne offene Operation. Mit einem Marktanteil von 45 Prozent konkurriert es mit dem Pascal-System von Edwards Lifesciences.

 


Ein weiteres wichtiges Feld ist die Elektrophysiologie. Also jener Bereich, der sich mit elektrischen Störungen des Herzens befasst. Mit dem neuen Volt-PFA-System wurde eine schnellerer und sichererer Methode zur Behandlung von Vorhofflimmern auf den Markt gebracht.

Ein weiteres starkes Feld ist das Herzrhythmusmanagement mit Herzschrittmachern und Defibrillatoren, das zuletzt ein Umsatzplus von 14 Prozent verzeichnete. Mit dem Ayeir-System wurde ein bleifreier Herzschrittmacher entwickelt, der direkt im Herzen sitzt. In diesem Bereich steht Abbott im direkten Wettbewerb mit Medtronic und Boston Scientific.

Exact Sciences als Erweiterung des Diagnostik-Bereichs

Nachdem nun Nutrition, Medical Devices und Pharmaceuticals thematisiert wurden, verbleibt noch die Diagnostiksparte. Die Übernahme von Exact Sciences soll genau dieses Segment langfristig absichern. Bekanntestes Produkt ist Cologuard, ein nicht-invasiver Stuhltest zur Darmkrebsvorsorge. Das eigentliche Zukunftspotenzial liegt jedoch in Cancerguard. Dieser Bluttest soll künftig mehrere Krebsarten gleichzeitig in einem frühen Stadium erkennen. Sollte dieses Produkt die Zulassung erhalten und von den Versicherungen erstattet werden, könnte es die Onkologie nachhaltig revolutionieren und der Aktie neuen Auftrieb geben.

Smartbroker Dashboard / Quelle: Smartbroker Presse

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Abbott bietet viel Qualität zum fairen Preis

Unter dem Strich bleibt Abbott Laboratories ein defensiv geprägter Qualitätswert mit solider Wachstumsbasis. Die Übernahme von Exact Sciences erhöht zwar zunächst die Unsicherheit, eröffnet langfristig aber auch zusätzliches Potenzial im Diagnostikgeschäft. Für Anleger, die auf stabile Cashflows, verlässliche Dividenden, stabile Wachstumsraten und moderate Bewertung setzen, dürfte die Aktie nach dem jüngsten Rücksetzer wieder interessant geworden sein. Abbott ist in Zukunftsmärkten tätig und hält in einigen Bereichen die Marktführerschaft.

 

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