Bauzinsen aktuell: Neuer Iran-Schock – steigende Kreditkosten? Trend und Prognose

Unsichere Aussichten – Experte rät zum detaillierten Anbietervergleich. (Foto: Magnific.com, lallastudio)

Berlin/Lübeck/München – Die Dynamik bei den Bauzinsen hat im Zuge des Iran-Kriegs deutlich zugenommen. Seit einem Höchststand im Mai beruhigte sich die Lage zwischenzeitlich, bis es zur erneuten Eskalation im Nahen Osten kam. Geldpolitik und Finanzmarkt-Zinsen könnten den Traum vom Eigenheim wieder verteuern.

Immobilienkredite im Juli 2026: Konditionen im Überblick

Die Zinssätze für ein 10-jähriges Darlehen bewegen sich aktuell weiter auf hohem Niveau. Einen Durchschnittszins von 4,01 Prozent meldet interhyp.de. Der Topzins auf drklein.de liegt bei 3,66 Prozent und der günstigste Zins bei check24.de beträgt 3,41 Prozent. (Stand: 10. Juli 2026)

Die hohen Finanzierungskosten drücken auf die Nachfrage. Das Neugeschäft für Wohnungsbaukredite stürzte im Mai 2026 nach Angaben von Barkow Consulting auf 17,2 Milliarden Euro ab, den niedrigsten Stand seit Dezember 2024. Gegenüber dem Vormonat schrumpfte es um 19 Prozent. Die Analysten sehen als Grund eine Umkehr der Vorzieheffekte, die im März noch einen Anstieg des Volumens mit sich brachten.

Anstieg notleidender Kredite – höhere Immobilienpreise

Die Quote notleidender Immobilienkredite hat sich seit 2022 auf fast 5 Prozent verdreifacht, wie eine Bankenbefragung von EY zeigt. Auf Immobilienbesitzer rollt zudem eine Fälligkeitswelle zu, die Hälfte der Banken meldet ein Refinanzierungsvolumen von über 40 Prozent.

Der Immobilienmarkt zeigt sich indes widerstandsfähig. Bundesweit verteuerten sich Häuser und Eigentumswohnungen laut immowelt.de im 2. Quartal 2026 um 1 Prozent. Die Hauspreise zogen in 14 der 15 größten Städte wieder an. In Leipzig etwa stiegen sie um 4 Prozent auf 3.195 Euro pro Quadratmeter, in Duisburg um 3,7 Prozent auf 2.822 Euro.

Zinsentwicklung: Experten rät zu detailliertem Anbietervergleich

Wie entwickeln sich die Bauzinsen? Das hängt vor allem von der Lage im Nahen Osten ab, und die ist volatil. Vor der jüngsten militärischen Eskalation rechneten alle Institute des Interhyp-Bankenpanels kurzfristig mit einer Seitwärtsbewegung. Langfristig gingen 60 Prozent von einem stabilen Niveau aus, 40 Prozent erwarteten einen Anstieg.

Nach dem Wiederaufflammen der Kampfhandlungen rät Interhyp-CEO Jörg Utecht den Immobilieninteressenten: „Ein detaillierter Vergleich der Anbieter ist nun lohnenswert, da die Kreditinstitute in unterschiedlicher Geschwindigkeit auf die neue Nachrichtenlage reagieren.“

Neben den Zinsen fordern die Immobilienwerte die Käufer heraus, die laut immobilienscout24.de deutlich gestiegen sind. Käufer, die 2016 eine Finanzierung mit niedriger Tilgungsrate abgeschlossen haben, müssen bei der Anschlussfinanzierung mit höheren Monatsraten rechnen. Die höheren Zinsen sind ein Stresstest für Haushalte.

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Geldpolitik im Dilemma zwischen Inflation und Konjunktur

Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank verheißt derzeit keine Entlastung. Angesichts der gestiegenen Inflation im Zuge der Energiepreisschock haben die Notenbanker beim letzten Zinsentscheid im Juni den für Kredite wichtigen Einlagezins auf 2,25 Prozent angehoben. Die nächste Zinssitzung steht am 23. Juli an, ecb-watch.eu gibt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinspause mit 87 Prozent an (Stand: 10. Juli, 10.10 Uhr MESZ).

Ein wichtiger Referenzwert für die Bauzinsen ist die Rendite 10-jähriger deutscher Bundesanleihen. Aktuell notiert sie bei rund 3,04 Prozent (Stand 10. Juli, 9.30 Uhr MESZ). Am 26. Juni vor der Eskalation im Iran-Konflikt lag der Wert noch bei rund 2,84 Prozent.

Staatliche Förderung: KfW passt Sanierungsbedingungen an

Eine Möglichkeit für Immobilienbesitzer, die Kosten zu senken, bieten die Förderungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Am 21. Juli treten angepasste Förderbedingungen für die energieeffiziente Sanierung von Wohngebäuden und für den Heizungswechsel in Kraft, die insgesamt weniger großzügig, aber stärker sozial ausgerichtet sind.

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