Adidas-Aktie: Wie lautet die Prognose für 2027?

Trotz steigender Umsätze muss Adidas bei Anlegern beweisen, dass die operative Marge im Jahr 2027 nachhaltig wachsen kann. (KI-Symbolbild: ftd-Redaktion, Codex-Bildmodell)

Die heftige Reaktion auf die jüngsten Quartalszahlen von Adidas mit starkem Kursrückgang wirkt nach, obwohl der Konzern seine Umsatzprognose angehoben hat. Operativ treffen 2 Perspektiven aufeinander. Im 2. Quartal wuchs der währungsbereinigte Umsatz um 14 Prozent. Performance-Produkte legten 39 Prozent zu, der Direktvertrieb 25 Prozent. Gleichzeitig blieb der operative Gewinn mit 574 Millionen Euro unter der von Reuters genannten Konsensschätzung von 623 Millionen Euro.

Für 2027 wird deshalb nicht allein das Wachstum entscheidend. Adidas muss höhere Marketingausgaben in nachhaltige Nachfrage übersetzen und den Weg zu einer zweistelligen operativen Marge bestätigen. Die folgenden Informationen sind redaktionelle Szenarien, keine Kursziele oder Anlageempfehlung.

Dieser Beitrag bezieht sich auf die auf Xetra gehandelte Namensaktie mit der ISIN DE000A1EWWW0. Das Adidas-Aktienprofil auf ftd.de bündelt ergänzende Daten.

 


Wie hoch ist die durchschnittliche Rendite von Adidas-Aktien?

Der Langfristchart zeigt keinen gleichmäßigen Vermögensaufbau: Er weist bis zum 12. August über 10 Jahre ein Kursplus von 2,85 Prozent aus, über 5 Jahre steht dagegen ein Minus von 48,31 Prozent.

Auch die jüngere Entwicklung bleibt schwach. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie 6,31 Prozent, über 12 Monate 3,81 Prozent. Das Allzeithoch bei 336,25 Euro liegt in weiter Ferne. Die Rendite hängt bei Adidas stark von Einstiegskurs, Markenzyklus und Bewertung ab.

Kursentwicklung der Adidas-Aktie bis 12. August 2026 (9.20 Uhr MESZ)

Zeitraum Kursveränderung Einordnung
Laufendes Jahr minus 6,31 Prozent Erholung nach dem Rückgang im Juli bleibt begrenzt
1 Jahr minus 3,81 Prozent Kurs trotz starkem Umsatzwachstum unter Vorjahr
5 Jahre minus 48,31 Prozent Rechnerisch rund minus 12,0 Prozent pro Jahr
10 anni plus 2,85 Prozent Rechnerisch rund plus 0,6 Prozent pro Jahr
Seit Allzeithoch minus 52,82 Prozent 336,25 Euro bis 158,50 Euro

Aktuelle Kursziele von der Adidas-Aktie

Der Analystenkonsens liegt über dem aktuellen Kurs. Eine von TradingView veröffentlichte FactSet-Auswertung nennt für 25 Schätzungen ein durchschnittliches 12-Monats-Ziel von 205,28 Euro. Die Spanne reicht von 173 bis 250 Euro. Gegenüber 163,20 Euro entspricht der Mittelwert einem Abstand von 25,78 Prozent.

Investing.com kommt mit einer anderen Stichprobe auf durchschnittlich 202,27 Euro und eine Spanne von 163 bis 255 Euro. Unter den jüngeren Einzelzielen liegen UBS mit 173 Euro, Piper Sandler mit 180 Euro und Citi mit 204 Euro. Diese Werte sind rollierende 12-Monats-Ziele und keine Prognosen für Ende 2027.

Veröffentlichte 12-Monats-Kursziele für Adidas

Quelle Stichprobe Durchschnitt Tief Hoch
TradingView mit FactSet 25 Schätzungen 205,28 Euro 173 Euro 250 Euro
Investing.com 29 Zielschätzungen 202,27 Euro 163 Euro 255 Euro

Prognose: Wo steht die Adidas-Aktie in 2027?

Unser Basiskorridor liegt bei 175 bis 205 Euro. Er setzt einen Gewinn je Aktie von etwa 11,20 bis 12,00 Euro und ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15,5 bis 17 voraus. Das passt zu einem Unternehmen, das 2027 weiter wächst und die operative Marge verbessert, ohne bereits das Margenziel für 2028 vollständig vorwegzunehmen.

Im Bull-Szenario sind 220 bis 250 Euro denkbar. Dafür müssten Performance, Direktvertrieb und Lifestyle-Produkte gemeinsam wachsen, während der Gewinn je Aktie über 12 Euro steigt. Der Bear-Korridor von 125 bis 150 Euro greift, falls höhere Marketing- und Lagerkosten die Gewinnentwicklung bremsen und der Markt nur ein niedrigeres Bewertungsmultiple akzeptiert.

Szenarien für die Adidas-Aktie 2027

Szenario Kurskorridor 2027 Voraussetzungen Risiken
Bull 220 bis 250 EUR Gewinn je Aktie steigt auf 12,20 bis 13,00 Euro; Performance, Direktvertrieb und Lifestyle wachsen gemeinsam; Operative Marge nähert sich dem Ziel für 2028 KGV von 18 bis 19,25 verlangt anhaltend hohe Wachstumsqualität
Basis 175 bis 205 EUR Gewinn je Aktie liegt bei 11,20 bis 12,00 Euro; Umsatz wächst weiter im hohen einstelligen Bereich; Marketingeffizienz und operative Marge verbessern sich Lifestyle-Schwäche begrenzt das Wachstum; Lager und Working Capital steigen weiter schneller als der Umsatz
Bear 125 bis 150 EUR Gewinn je Aktie bleibt bei 9,50 bis 10,50 Euro; KGV fällt auf 13 bis 14,5 Hohe Marketingausgaben liefern zu wenig Ergebnis; Rabatte und schwaches Lifestyle-Geschäft drücken die Marge

Performance und Direktvertrieb tragen das Wachstum

Im 2. Quartal legte der währungsbereinigte Umsatz um 14 Prozent zu. Besonders stark wuchs das Performance-Geschäft mit 39 Prozent, während der Direktvertrieb 25 Prozent zulegte. Dahinter stehen die Sportarten Fußball, Running und Training. Für 2027 ist das relevant, weil technische Produkte weniger von einzelnen Retro-Modellen abhängen.

Der Lifestyle-Bereich wuchs dagegen um 2 Prozent. Bei Schuhen lag das Plus bei 1 Prozent. Die Kategorie „Running“ könnte ein struktureller Wachstumstreiber sein. Die offene Frage bleibt, ob dieser Mix dauerhaft genug Nachfrage und Preissetzungskraft liefert.

Die Marge wird zum entscheidenden Prüfstein

Das Wachstum kostete Geld. Adidas erhöhte die Marketingausgaben im Quartal um 30 Prozent oder 212 Millionen Euro auf 924 Millionen Euro. Die Bruttomarge stieg zwar auf 52,5 Prozent, die operative Marge sank aber von 9,2 auf 8,5 Prozent. Der operative Gewinn von 574 Millionen Euro verfehlte die von Reuters genannte Konsensschätzung von 623 Millionen Euro.

Die Aktie brach nach dem Bericht zeitweise um 18,7 Prozent ein. Reuters verwies auf Sorgen über die Entwicklung nach der Fußball-Weltmeisterschaft, Rabatte in Europa und das Lifestyle-Schuhgeschäft. Für das Basisszenario reicht daher kein weiterer Umsatzrekord. Marketing muss einen messbaren Ergebnisbeitrag liefern.

Ausblick und Bewertung geben 2027 Spielraum

Adidas erwartet für 2026 nun 9 bis 10 Prozent währungsbereinigtes Umsatzwachstum und weiterhin rund 2,3 Milliarden Euro operativen Gewinn. Für 2026 bis 2028 plant der Konzern jährlich ein hohes einstelliges Umsatzwachstum, ein mittleres zweistelliges Plus beim operativen Gewinn und mehr als 10 Prozent operative Marge im Jahr 2028.

MarketScreener nennt im Konsens für 2027 rund 28,8 Milliarden Euro Umsatz, 10,06 Prozent operative Marge und 11,66 Euro Gewinn je Aktie. Bezogen auf 163,20 Euro ergibt das ein rechnerisches KGV von rund 14. Der Abschlag bietet Potenzial, falls Adidas die Margenroute hält. Er ist berechtigt, falls Lagerbestände und Working Capital schneller wachsen als das Ergebnis.

Lager und Kapitalbindung dürfen nicht aus dem Takt geraten

Zum Halbjahr lagen die Vorräte bei 5,969 Milliarden Euro und damit 13 Prozent über dem Vorjahr. Das operative Working Capital stieg um 18 Prozent auf 6,661 Milliarden Euro. Ein Teil davon finanziert das höhere Geschäftsvolumen, doch dauerhaft schnelleres Lagerwachstum würde die Qualität des Ergebnisses verschlechtern.

Für Aktionäre kommt ein möglicher zusätzlicher Hebel hinzu. Adidas stellt für 2027 und 2028 Aktienrückkäufe von jeweils bis zu 1 Milliarde Euro in Aussicht, abhängig von Cashflow und Bilanz. Diese Bedingung ist wichtig: Rückkäufe stützen das Szenario nur, wenn sie aus operativer Stärke und nicht auf Kosten nötiger Investitionen finanziert werden.

Fazit: Adidas 2027 braucht Wachstum mit besserer Marge

Adidas geht mit starkem Umsatzmomentum und einem glaubwürdigen mittelfristigen Plan in die Prognose. Performance-Produkte, Running und der Direktvertrieb liefern Wachstum. Der Konsens von rund 202 bis 205 Euro zeigt, dass Analysten eine weitere Erholung für möglich halten.

Der Basiskorridor von 175 bis 205 Euro verlangt dennoch einen Beleg. Entscheidend sind nicht neue Kampagnen, sondern operative Marge, Lagerentwicklung und Gewinn je Aktie. Der nächste Quartalsbericht ist für den 29. Oktober 2026 angekündigt. Dort muss Adidas zeigen, dass starkes Wachstum und disziplinierter Kapitaleinsatz zusammenfinden.

 

Disclaimer:
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt und vor Veröffentlichung durch die Redaktion geprüft. Alle Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität. Der Text stellt keine Handelsempfehlung oder Anlageberatung dar.

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