Ranking Mietanstieg: In diesen 10 Städten und Regionen sind die Preise besonders gestiegen 

Wohnungsbesichtigung: Hohe Nachfrage und stockender Neubau treiben die Angebotsmieten in deutschen Großstädten im Jahr 2026 weiter nach oben. (Bild: Magnific.com)

Potsdam vor Mönchengladbach: In beiden Städten stiegen die Angebotsmieten binnen eines Jahres um knapp 7 Prozent. Platz 1 steht für den stärksten jährlichen Anstieg der Angebotsmieten. Grundlage ist der GREIX-Mietpreisindex des Kiel Instituts für Weltwirtschaft für das 2. Quartal 2026, veröffentlicht am 22. Juli 2026. Verglichen wird mit dem 2. Quartal 2025. Der Index rechnet Unterschiede etwa bei Lage und Ausstattung statistisch heraus. Er erfasst inserierte Kaltmieten, keine pauschalen Erhöhungen bestehender Mietverträge. Die folgenden 10 Orte und Regionen liegen beim nominalen Anstieg vorn.

Rang Cognome Angebotsmietanstieg zum Vorjahresquartal
1 Potsdam 6,75 Prozent
2 Mönchengladbach 6,67 Prozent
3 Köln 6,03 Prozent
4 Erfurt 5,75 Prozent
5 Wiesbaden 5,54 Prozent
6 Kreis Mettmann 5,17 Prozent
7 Amburgo 5,14 Prozent
8 Augsburg 4,84 Prozent
9 Dresden 4,80 Prozent
10 Lübeck 4,75 Prozent

Angebotsmietanstieg im 2. Quartal 2026 zum Vorjahresquartal

Quelle: Kiel Institut für Weltwirtschaft auf Basis der VALUE Marktdatenbank

Platz 10: Lübeck – Mehrkosten zeigen sich bei der Wohnfläche

  • Angebotsmietanstieg zum Vorjahresquartal: 4,75 Prozent

Lübeck schließt die Liste mit 4,75 Prozent jährlichem Mietanstieg ab. Zum Vorquartal legt der Index um 1,5 Prozent zu. Die durchschnittliche Angebotsmiete beträgt 12,52 Euro je Quadratmeter.

Bei diesem Ansatz kosten 70 Quadratmeter rechnerisch 876,40 Euro Kaltmiete im Monat. Für 60 Quadratmeter wären es 751,20 Euro. Die Differenz beträgt 125,20 Euro. Betriebskosten kommen noch hinzu.

Diese Modellrechnung unterstellt denselben Quadratmeterpreis für beide Größen; sie beschreibt keine tatsächlich verfügbaren Wohnungen.

Platz 9: Dresden – Der Stadtteil verändert die Wohnungssuche

  • Angebotsmietanstieg zum Vorjahresquartal: 4,80 Prozent

Dresden weist 4,80 Prozent jährlichen Mietanstieg auf. Die durchschnittliche Angebotsmiete liegt bei 10,20 Euro je Quadratmeter. Für eine Wohnung mit 70 Quadratmetern ergäben sich bei genau diesem Quadratmeterpreis 714 Euro monatliche Kaltmiete. Das ist ein Rechenbeispiel zum Durchschnitt, kein konkretes Wohnungsangebot.

Innerhalb der Stadt können Lage und Ausstattung den Vergleich verändern. Ein ftd.de-Beitrag zu Mietpreisen in Dresdner Stadtteilen behandelt diese kleinräumige Perspektive. Er stammt aus Mai 2025.

Platz 8: Augsburg – Mietspiegel und Angebote messen Verschiedenes

  • Angebotsmietanstieg zum Vorjahresquartal: 4,84 Prozent

In Augsburg wächst der Mietindex binnen eines Jahres um 4,84 Prozent. Die durchschnittliche Angebotsmiete erreicht 14,81 Euro je Quadratmeter. Der städtische Mietspiegel nennt einen deutlich niedrigeren Vergleichswert. Die Stadt Augsburg nennt für die zugrunde liegende Befragung durchschnittlich 9,80 Euro Nettomiete je Quadratmeter.

Beide Werte beantworten unterschiedliche Fragen. Der GREIX betrachtet inserierte Wohnungen im 2. Quartal 2026. Die Mieterbefragung für den Mietspiegel erfasste Werte zum 1. Juli 2025. Rund 11.000 Mieter wurden angesprochen, 58 Prozent beteiligten sich. Die Befragung erfasst bestehende Mietverhältnisse und konkrete Wohnungsmerkmale. Die Onlineangebote bilden eine andere Auswahl.

Der Abstand darf deshalb nicht als einheitlicher Preisaufschlag bei jedem Umzug gelesen werden. Wohnungen, Erhebungszeitpunkt und Verfahren unterscheiden sich.

Für die Einordnung eines konkreten Angebots liefert der Mietspiegel Informationen zur ortsüblichen Vergleichsmiete und berücksichtigt Merkmale des Wohnraums. Das Ranking zeigt dagegen, wie sich das Preisniveau der Angebote nach statistischer Bereinigung verändert hat.

Platz 7: Hamburg – Hohe Mieten treffen auf stockenden Neubau

  • Angebotsmietanstieg zum Vorjahresquartal: 5,14 Prozent

16,47 Euro je Quadratmeter machen Hamburg zum teuersten Angebotsmarkt innerhalb dieser Top 10. Hinzu kommt ein jährlicher Indexanstieg von 5,14 Prozent. Gegenüber dem Vorquartal beträgt das Plus 2,0 Prozent.

Auf der Angebotsseite meldet die Hamburger Stadtentwicklungsbehörde für 2025 insgesamt 5.976 fertiggestellte Wohnungen. Sie führt das Ergebnis unter anderem auf die schwachen Genehmigungszahlen von 2023 sowie höhere Bau- und Finanzierungskosten zurück. Zwischen einer Genehmigung und dem Bezug einer Wohnung liegt Zeit; die heutige Bautätigkeit spiegelt frühere Entscheidungen wider.

Für Januar bis April 2026 nennt die Behörde 2.344 genehmigte Wohnungen, nach 1.252 im gleichen Vorjahreszeitraum. In diesen Monaten erhielten somit mehr Vorhaben eine Genehmigung.

Platz 6: Kreis Mettmann – Förderung schafft nicht sofort Wohnungen

  • Angebotsmietanstieg zum Vorjahresquartal: 5,17 Prozent

Der Kreis Mettmann kommt auf 5,17 Prozent Mietanstieg und durchschnittlich 10,86 Euro Angebotsmiete je Quadratmeter. Hier steht ein ganzer Kreis neben einzelnen Städten. Wer innerhalb des Kreises sucht, sollte den zusammengefassten Wert daher nicht als Preis für jede Gemeinde lesen.

Neue Unterstützung für das Angebot dokumentiert der Kreis Mettmann am 18. Juni 2026: Bis dahin waren 13,1 Millionen Euro Fördermittel für 59 Wohneinheiten bewilligt. In der Summe sind auch Förderungen für selbst genutztes Wohneigentum enthalten. Größere Mietwohnungsprojekte betreffen Hilden und Velbert mit jeweils 28 Wohnungen.

Platz 5: Wiesbaden – Geförderter Neubau als Teil der Antwort

  • Angebotsmietanstieg zum Vorjahresquartal: 5,54 Prozent

Wiesbaden liegt mit 5,54 Prozent jährlichem Anstieg im Mittelfeld dieser Top 10. Die durchschnittliche Angebotsmiete beträgt 14,10 Euro je Quadratmeter; gegenüber dem Vorquartal steigt der Index um 1,6 Prozent.

Wie sich geförderter und freier Neubau mischen, zeigt das Kärntner Viertel. Die Stadt Wiesbaden nannte beim Richtfest im März 2025 für 3 Bauabschnitte insgesamt 133 geplante Wohnungen, davon 47 gefördert. Diese historische Projektplanung ist kein Beleg für den heutigen Fertigstellungsstand. Sie zeigt aber, weshalb zusätzliche Wohnungen unterschiedliche Zielgruppen erreichen können.

Platz 4: Erfurt – Hohe Jahresrate trotz Rückgang im Quartal

  • Angebotsmietanstieg zum Vorjahresquartal: 5,75 Prozent

Auf Jahressicht steigen die Angebotsmieten in Erfurt um 5,75 Prozent. Gegenüber dem 1. Quartal 2026 fällt der Index dagegen um 0,8 Prozent. Erfurt ist damit die einzige Stadt dieser Top 10 mit einem Rückgang zum Vorquartal. Der hohe Jahresrang allein würde diese jüngste Bewegung verdecken.

Mit durchschnittlich 10,03 Euro je Quadratmeter liegt das Angebotsniveau unter dem vieler anderer Städte der Liste. Eine entspannte Versorgung folgt daraus nicht. Im Erfurter Ausschuss für Stadtentwicklung verwies die Stadtverwaltung am 30. April 2026 auf ungefähr 3.000 fehlende Wohnungen. Anlass war eine Beratung über die Zweckentfremdung von Wohnraum.

Platz 3: Köln – Neubau legt nach schwachem Vorjahr zu

  • Angebotsmietanstieg zum Vorjahresquartal: 6,03 Prozent

Köln erreicht einen jährlichen Mietanstieg von 6,03 Prozent. Bei durchschnittlich 15,99 Euro je Quadratmeter treffen Wohnungssuchende zugleich auf ein hohes Preisniveau. Der Jahresanstieg von gerundet 6,0 Prozent wird auch im GREIX-Bericht von Haufe wiedergegeben. Dessen Daten stammen ebenfalls aus der Kieler Erhebung.

Beim Wohnungsbau gab es zuletzt eine deutliche Gegenbewegung. Die Stadt Köln meldet für 2025 insgesamt 4.623 fertiggestellte Wohnungen, nach 1.819 im Jahr 2024. Der Zuwachs belegt, dass mehr Wohnungen fertig wurden. Er sagt für sich genommen wenig darüber aus, welche Größen, Lagen und Preissegmente neu auf den Markt kamen.

Platz 2: Mönchengladbach – Leerstand ist nicht sofort nutzbar

  • Angebotsmietanstieg zum Vorjahresquartal: 6,67 Prozent

Ein relativ niedriger Quadratmeterpreis schützt vor kräftigen Steigerungen nicht. In Mönchengladbach erhöht sich der Mietindex binnen eines Jahres um 6,67 Prozent, während die angebotenen Wohnungen durchschnittlich 10,12 Euro je Quadratmeter kosten. Damit liegt die Stadt beim Anstieg knapp hinter Potsdam.

Leerstand und steigende Mieten treten hier gleichzeitig auf. Die Stadt Mönchengladbach beziffert den für 2024 anhand von Stromzählern geschätzten Leerstand auf 5,1 Prozent. Erfahrungsgemäß steht ein Teil wegen Modernisierungen leer. Nach dessen Abzug verbleiben laut Stadt gut 3 Prozent struktureller Leerstand. Solche Wohnungen stehen nicht automatisch bezugsfertig zur Verfügung; die Verwaltung nennt Sanierungen als Weg, das Angebot wieder zu vergrößern.

Zugleich wuchs der Wohnungsbestand 2024 um 257 auf 141.008 Einheiten. Die Einwohnerzahl nahm um 1.557 auf 276.340 zu. In einer Wohnung können mehrere Menschen leben. Wohnungs- und Einwohnerzahlen lassen sich daher nicht unmittelbar gegeneinander aufrechnen. Sie beschreiben aber eine andere Marktlage als eine Stadt mit schrumpfender Bevölkerung.

Platz 1: Potsdam – Wohnungsbedarf reicht weit über heute hinaus

  • Angebotsmietanstieg zum Vorjahresquartal: 6,75 Prozent

6,75 Prozent mehr als im Vorjahresquartal: Potsdam verzeichnet den stärksten Anstieg der 37 untersuchten Städte und Regionen. Die durchschnittliche Angebotsmiete beträgt 14,85 Euro je Quadratmeter. Ein hoher Mietanstieg ist auch unterhalb des höchsten Preisniveaus möglich. Hamburg liegt innerhalb der Top 10 beim Quadratmeterpreis darüber.

Für den längerfristigen Bedarf liefert die Stadt Potsdam eine konkrete Projektion. In ihrer im Juni 2025 vorgestellten Analyse rechnet sie bis 2040 mit rund 206.500 Einwohnern und etwa 18 Prozent mehr Haushalten. Kleinere Haushalte spielen dabei eine wichtige Rolle: Mehr alleinlebende Menschen benötigen zusammen mehr Wohnungen, auch wenn die Einwohnerzahl weniger stark steigt.

Die damalige Flächenanalyse erfasste Potenzial für rund 15.000 Wohnungen. Selbst bei dessen Nutzung veranschlagte die Stadt unter ihren Annahmen einen zusätzlichen Bedarf von etwa 4.800 Wohnungen bis 2040.

 

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