Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Mercedes-Benz Group AG, bei der Hauptversammlung 2026 (Foto: Mercedes-Benz Group AG)
Stuttgart – Ola Källenius muss Mercedes-Benz wieder zu mehr Absatz führen. Der Autokonzern meldet am 7. Oktober für das 3. Quartal 407.200 verkaufte Pkw, 8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In China beträgt der Rückgang sogar 31 Prozent. Für den Vorstandschef trifft die Schwäche einen wichtigen Markt. Zugleich wächst der Absatz der Elektroautos kräftig. Beide Entwicklungen verlangen Källenius unterschiedliche Antworten ab.
Der Mercedes-Chef ist zudem Präsident des europäischen Herstellerverbands ACEA. Jüngst drängte er auf Fortschritte beim EU-Automobilpaket. Der Verband fordert flexiblere CO2-Regeln und mehr Zeit für Investitionen; Källenius verbindet den Umbau mit dem Schutz von Arbeitsplätzen. Er vertritt damit die Interessen einer Branche, die ihre Elektrifizierung unter schwierigen Marktbedingungen finanzieren muss.
Vom Controlling über den Motorsport an die Konzernspitze
Der 1969 im schwedischen Västervik geborene Manager kommt aus der Betriebswirtschaft. Laut offizieller Biografie studiert er in Stockholm und St. Gallen, bevor er 1993 als Trainee in den Konzern eintritt. Es folgen Controlling, Einkauf und Motorsport. 2009 übernimmt er das Werk im US-amerikanischen Tuscaloosa, 2010 die Führung von AMG. Über Vertrieb und Entwicklung führt sein Weg im Mai 2019 an die Konzernspitze. Seine Bestellung reicht bis Mai 2029.
Das der CEO auch im Motorsport tätig war, kommt manchmal noch durch. In seiner Rede auf der Hauptversammlung vom April 2026 zieht Källenius die neuen Regeln der Formel 1 heran: So wie dort änderten sich auch im Geschäft die politischen und wirtschaftlichen Spielregeln. Für China setzt auf mehr Forschung vor Ort sowie engere Zusammenarbeit mit lokalen Partnern. Innovationen aus China sollen künftig auch weltweit genutzt werden.
Hohe Margen prägen die Bilanz, doch das Luxusgeschäft verliert
Zu seiner bisherigen Bilanz gehören Jahre mit hohen Margen. Der Geschäftsbericht 2023 weist für das Pkw-Geschäft eine bereinigte Umsatzrendite von 12,6 Prozent aus; 2022 waren es 14,6 Prozent. Die Kennzahl setzt das bereinigte operative Ergebnis ins Verhältnis zum Umsatz. Im Februar 2026 erklärt Källenius laut Reuters profitables Wachstum zur neuen Leitlinie. Zuvor stand der Wert der verkauften Autos vor der Stückzahl.
Die jüngsten Absatzzahlen zeigen, wie schwierig diese Neujustierung ist. Auch bei den besonders teuren Fahrzeugen geht das Geschäft zurück. Im 3. Quartal sinken die Verkäufe dieses oberen Segments um 21 Prozent auf 53.900 Autos. Reuters nennt dafür den schwächeren chinesischen Markt und Modellwechsel. Außerhalb Chinas fällt das Bild günstiger aus: In Europa legt der Pkw-Absatz um 5 Prozent zu, in den USA um 6 Prozent.
Elektroautos liefern Wachstum – neues Einstiegsmodell angekündigt
Bei den rein elektrischen Pkw erreicht Mercedes-Benz im selben Quartal nach eigenen Angaben einen Rekord: 68.400 Fahrzeuge, 61 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Laut Vertriebsvorstand Mathias Geisen sind die elektrischen Modelle GLC, CLA, GLB und GLA in Europa für den Rest des Jahres ausverkauft. Bestellungen reichten bereits in das Jahr 2027. Hier bekommt Källenius Unterstützung aus dem Produktangebot, während das Gesamtgeschäft weiter schrumpft.
Sein Kurs lässt inzwischen auch am unteren Ende des Angebots wieder Raum für Wachstum. Im April kündigt er wegen der Nachfrage von Kunden und Händlern, besonders in Europa, ein zusätzliches Einstiegsmodell unterhalb des CLA an. Bei den Antrieben sollen die Käufer wählen können; die Elektromobilität bezeichnet er zugleich als wichtigste Technik auf dem Weg zur langfristigen CO2-Neutralität.
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Il contributo Ola Källenius: Der Mercedes-Chef sucht einen neuen Wachstumskurs è apparso per primo ftd.de.