Die integrierten Sonarsysteme des Segments Oceans sichern Norbit durch einen minimierten Kalibrierungsaufwand entscheidende Wettbewerbsvorteile auf dem maritimen Markt. (Foto: Magnific.com, wirestock)
Norbit ASA wurde vor 30 Jahren im norwegischen Trondheim von Steffen Kirknes als Unternehmen für kundenspezifische Elektronik und technologische Lösungen gegründet. Dank seines Standorts im Technologie-Hub Trondheim und der Nähe zur Technischen Universität NTNU entwickelte sich Norbit zu einem aufstrebenden Unternehmen mit 3 Geschäftssegmenten. Allein in den letzten 10 Jahren wurde der Umsatz jährlich um 26 Prozent gesteigert. Der Großteil des Wachstums war organischer Natur. Die Insiderbeteiligung bestätigt die Qualität und das Potenzial des Geschäfts. Der Gründer Kirknes hält 15,5 Prozent der Aktien, während der CEO Per Jørgen Weisethaunet, seit der Gründung dabei und seit 2011 CEO, ebenfalls mit 11 Prozent an Norbit beteiligt ist.
Oceans – das Kerngeschäft von Norbit
Oceans ist Norbits historisches Kerngeschäft und das einzige Segment mit nennenswerten Umsatzanteilen in Amerika (27 Prozent) und im Asien-Pazifik-Raum (26 Prozent). Im ersten Halbjahr wurden bereits 439,8 Millionen NOK (31 Prozent des Gesamtumsatzes) erzielt. Zu Oceans zählen kompakte Multibeam-Sonare und Sub-Bottom-Profiler. Das sind kompakte Sonarsysteme, die zur Vermessung des Meeresbodens und der Schichten unter dem Meeresboden dienen. Weitere Systeme überwachen Häfen und kritische Unterwasserinfrastruktur. Sie erkennen Bedrohungen wie Taucher, Unterwasserdrohnen und Umweltrisiken und schützen davor. Die Sonarsysteme von Norbit vereinen maßgeschneiderte, leistungsstarke Sensoren mit Mikrowellen-, Radar- und Positionierungstechnik.
Diese Zusammenführung auf einer einzigen Plattform hebt Norbit vom Wettbewerb (Teledyne Marine, Kongsberg Maritime) ab, da sie den Aufwand für die Kalibrierung vor Ort minimiert. Die Systeme lassen sich mühelos an kleinen Schiffen und unbemannten Unterwasserdrohnen montieren. Neue Wettbewerber stoßen wiederum auf langwierige Zertifizierungsprozesse und müssen erst das Vertrauen der Kunden erlangen.
Connectivity – zuletzt von Regulierung getragen
Im Segment Connectivity entwickelt Norbit maßgeschneiderte Funk- und Satellitentechnik zur Ermittlung der europäischen Lkw-Maut, nämlich DSRC- (Kurzstreckenfunk) und GNSS-Module (GPS) für Tachografen. Zusätzlich entwickelt Norbit eigene Mautboxen (OBUs). Norbit profitiert von wiederkehrenden neuen EU-Vorgaben wie zuletzt Smart Tachograph 2, EETS‑Standardisierung und der Umstellung vieler EU-Staaten auf eine satellitenbasierte Maut. Das Umsatzwachstum lag daher im ersten Halbjahr 2026 bei 46 Prozent bei einem Umsatz von 461,3 Millionen NOK.
Diese Umsätze sind jedoch sehr zyklisch und auch stets vom Wettbewerb bedroht. Während derzeit noch die Mautermittlung über kleine Mautboxen (OBUs) erfolgt, soll in den nächsten 5 Jahren schrittweise auf OBE-Modelle (Maut über Tachograf ohne Mautbox) umgestellt werden. Dann wäre der wichtigste Bereich für Norbit die GNSS/DSRC‑Technik, die die OBE-Tachografen benötigen.
PIR: Rüstungsausgaben treiben die Auftragsfertigung
Product Innovation & Realization, kurz PIR, ist das klare Wachstumssegment mit strukturellem Rückenwind. PIR verbindet Entwicklungsdienstleistungen mit hochautomatisierter Auftragsfertigung für anspruchsvolle Industriekunden. Der Bereich profitiert besonders von steigenden europäischen Verteidigungsausgaben. Im 2. Quartal entfielen 289,6 Millionen NOK und damit knapp 80 Prozent der PIR-Umsätze auf Verteidigung und Sicherheit. Insgesamt wuchs PIR um 55 Prozent auf 706,1 Millionen NOK. Für das 2. Halbjahr hat das Management bereits angekündigt, dass ein Auftrag eines Rüstungskonzerns im Wert von 225 Millionen NOK anlaufen werde. Die EBIT-Marge ist in diesem Segment am niedrigsten.
Zuletzt lag die EBIT-Marge bei 21 Prozent, während sie im Vorjahr noch bei 18 Prozent lag. Der Grund für die Verbesserung liegt in der besseren Auslastung der norwegischen Werke, die Skaleneffekte schafft.
Der Weg ist das Ziel: Umsatzverdoppelung bis 2030
Bis 2030 will Norbit den Umsatz auf organischer Ebene verdoppeln und somit 6,0 Milliarden NOK erreichen. Das entspricht einem jährlichen Umsatzwachstum von 19 Prozent. Die EBIT-Marge soll bei 20 bis 25 Prozent liegen (aktuell 26,6 Prozent). Die Kapitalrendite wird mit über 30 Prozent bei einer Verschuldungsspanne von 1 bis 2,5 definiert. Auf Segmentebene soll sich Oceans auf 2 Milliarden NOK mehr als verdoppeln (plus 115 Prozent), 1,5 Milliarden NOK sollen mit Connectivity (plus 98 Prozent) und 2,5 Milliarden NOK mit PIR (plus 87 Prozent) umgesetzt werden. Weiteres Wachstum soll aus kleinen Übernahmen kommen.
Diese Ziele sind äußerst ambitioniert, doch das Management hat in den letzten 10 Jahren seine hochgesteckten Ziele regelmäßig übertroffen. Oceans soll durch eine breitere Palette an Sensoren, gezielte Übernahmen und die Rolle als unabhängiger europäischer Anbieter wachsen. Bei Connectivity plant Norbit, die Umsätze bei europäischen Großkunden auszubauen, kleinere Akquisitionen zu tätigen und in angrenzende Funk-/Tracking-Märkte zu expandieren.
PIR soll zu einer großen, hochautomatisierten „Made in Europe“-Fertigungs- und R&D-Plattform skalieren, die nicht auf die USA oder Asien angewiesen ist, um die gesamte europäische Nachfrage in den Bereichen Defence, Automotive und Industrie abzudecken. Auch ein viertes Segment im Bereich der sicheren Kommunikation ist laut Management denkbar. Bei einer aktuellen Nettoverschuldung von 0,7 gibt es finanziell deutlichen Spielraum.
Insider kaufen bei KGV 22 und einer Dividendenrendite von 3 Prozent
Norbit setzt in allen Segmenten auf eine hohe vertikale Integration und Automatisierung. Das Working Capital bleibt dabei stets unter 20 Prozent des Umsatzes, während 4 bis 6 Prozent in Forschung und Entwicklung fließen. Auch die Investitionsausgaben hält Norbit diszipliniert bei 2 bis 3 Prozent des Umsatzes beziehungsweise 10 bis 12 Prozent des operativen Cashflows. Übernahmen erfolgen ausschließlich in kleinem, wertsteigerndem und ergänzendem Umfang.
Norbit wird derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 20 bewertet, obwohl das Management klare Wachstumsziele definiert und der Gewinn allein in den letzten 7 Jahren um 28 Prozent gesteigert werden konnte. Die Cashflow-Rendite beträgt 4,6 Prozent, die Dividendenrendite 3 Prozent. So attraktive Bewertungsniveaus gab es bei Norbit zuletzt 2020. Der Markt scheint derzeit mögliche Schwankungen bei Großprojekten, Chippreisen und Wechselkursen einzupreisen. Insider nutzten das Umfeld bereits für sich und erhöhten im September 2026 ihre Beteiligungen: Sowohl der Vorsitzende Ladsnes als auch der CEO über seine Beteiligungsgesellschaft Petors AS meldeten Aktienkäufe.
Disclaimer:
Non consigli sugli investimenti. Nessuna chiamata per acquistare o vendere titoli.
Il contributo Norbit ASA Aktie: Mit ambitionierten Zielen auf der Überholspur è apparso per primo ftd.de.
