USA Arbeitsmarkt aktuell: Stellenzuwachs im Oktober 2026 und Fed-Zins-Prognose

Neue Jobs im Oktober: Ein weiteres Argument für eine Zinsanhebung der Fed? (KI-Symbolbild: ftd.de-Redaktion mit Magnific AI)

Washington – Die Wahl ist vorbei, jetzt kommt die Bilanz. Nach den Midterms blickt die Wall Street auf den Arbeitsmarkt. Die Frühindikatoren sprechen für eine leichte Erholung nach dem schwachen September. Liefert der Stellenzuwachs einen weiteren Grund für die nächste Zinsanhebung der Fed ?

Die Messlatte liegt niedrig. Ökonomen erwarten laut FactSet für Oktober 65.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Im September kamen nur 29.000 Jobs hinzu. Ökonomen machen dafür einen Kalendereffekt verantwortlich. Die Arbeitslosenquote soll bei 4,2 Prozent bleiben.

Matthew Martin, Senior-US-Ökonom bei Oxford Economics, bleibt trotz der schwachen Septemberzahl gelassen. „Alle Zeichen deuten auf einen soliden Arbeitsmarkt hin“, sagt er. Arbeitslose hätten es allerdings weiter schwer, einen Job zu finden. Martin rechnet damit, dass die Fed die Zinsen schrittweise anhebt: im Dezember und erneut im März.

ADP-Bericht: Privatwirtschaft schafft 86.000 Stellen

Der Privatsektor hält das Tempo. Laut dem Dienstleister ADP schufen private Arbeitgeber im Oktober 86.000 Stellen. ADP korrigierte den September-Wert von 90.000 auf 86.000. Dienstleister stellten 82.000 Menschen ein, die Güterproduktion nur 4.000. Handel, Transport und Versorger legten um 39.000 Stellen zu. Unternehmensdienstleister bauten 27.000 Stellen ab.

„Arbeitgeber aller Größen haben im vergangenen Monat eingestellt“, sagt ADP-Chefökonomin Nela Richardson. Jobwechsler lockten Boni, Überstunden und mehr Arbeitsstunden, dazu ein höheres Grundgehalt. „Zusammengenommen erreichte das Lohnwachstum dieser Beschäftigten sein höchstes Tempo seit März 2024.“ Ihr Grundgehalt stieg um 4,8 Prozent. Wer im Job blieb, bekam 3 Prozent mehr.

Jolts-Daten: Mehr offene Stellen und mehr Kündigungen im September

Die Nachfrage nach Arbeitskräften zieht an. Im September stieg die Zahl der offenen Stellen (Jolts-Report) um 333.000 auf 7,52 Millionen. Ökonomen hatten 7,1 Millionen erwartet. Die Quote der offenen Stellen kletterte auf 4,5 Prozent. Auf jeden Arbeitslosen kommen jetzt 1,06 offene Stellen, im August waren es 1,02.

Die Beschäftigten werden mutiger. Die Zahl der Kündigungen stieg um 321.000 auf 3,37 Millionen, das ist der stärkste Anstieg seit Mai 2023. Die Kündigungsrate kletterte von 1,9 auf 2,1 Prozent. Entlassungen fielen dagegen auf 1,64 Millionen, den tiefsten Stand seit März 2025. Ben Ayers von Nationwide stellt fest, dass es erneut mehr offene Stellen als Arbeitslose gibt. Das treibe die Löhne.

Fed nach der Zinswende – PCE-Inflation bei 3,6 Prozent

Im Frühjahr hielt sie den Leitzins noch bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Der Iran-Krieg trieb den Ölpreis aber um mehr als 50 Prozent nach oben. Im September hob die Fed den Satz erstmals seit 2023 um 25 Basispunkte an. Am 28. Oktober beließ sie ihn bei 3,75 bis 4,00 Prozent. Lisa Cook und Beth Hammack stimmten für eine Anhebung um 25 Basispunkte.

Das doppelte Mandat der Fed wiegt ungleich. Der Arbeitsmarkt gibt keinen Anlass, die Zinsen zu senken. Bei den Preisen dagegen brennt es: Die PCE-Inflation lag im September bei 3,6 Prozent, die Kernrate bei 3,1 Prozent. Beides liegt weit über dem Ziel der Fed von 2 Prozent. Ein robuster Arbeitsmarkt nimmt den Währungshütern das letzte Argument, mit der nächsten Anhebung zu warten.

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Warsh räumt Inflation Priorität ein – Prognose des FedWatch Tools

Fed-Chef Kevin Warsh gibt sich entschlossen. „Es liegt in unserer Verantwortung, die Inflation zu senken“, sagte er nach dem Zinsentscheid. Einen Einfluss der Midterms auf die Entscheidung wies er zurück. Die Anleger überzeugte das nicht. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg nach der Pressekonferenz auf rund 5,04 Prozent.

Was sagen die Märkte? Laut FedWatch Tool der CME beträgt die Chance für eine Zinsanhebung um 25 Basispunkte bei der nächsten Fed-Sitzung am 9. Dezember 79,2 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Leitzins nach der darauffolgenden Sitzung am 27. Januar oberhalb des aktuellen Niveaus liegt, beträgt demnach 84,5 Prozent. (Stand: 5. November, 12.11 Uhr MEZ)

 

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