Altersvorsorge: Darum ist die Riester-Rente gescheitert

Hohe Gebühren und strenge Garantien haben die Riester-Rente für viele unrentabel gemacht. (KI-Bild: ftd.de-Redaktion mit Magnific.com)

Die Riester-Rente sollte die Lücken der gesetzlichen Rente schließen. Der Staat fördert die private Vorsorge, damit Arbeitnehmer im Alter mehr Geld haben. Doch das Modell gilt heute als gescheitert.

Die gesetzliche Rente reicht für viele Menschen nicht mehr aus, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten. Genau dieses Problem sollte die Riester-Rente lösen. Die Idee des Staates war simpel. Wenn Arbeitnehmer privat sparen, hilft der Staat mit Zulagen und steuerlichen Vorteilen.

So sollte neben der gesetzlichen Rente eine zusätzliche private Altersvorsorge entstehen. Das klingt nach einem vernünftigen Plan. In der Praxis erwies sich das Konzept jedoch als komplex.

Warum hohe Kosten und strenge Regeln die Riester-Rente bremsen

Die staatliche Hilfe ist nicht einfach zu verstehen. Man muss sich mit Mindesteigenbeiträgen, Zulagen und verschiedenen Vertragsarten beschäftigen. Dazu kommt die schwierige steuerliche Behandlung der Verträge.

Zudem belasten vergleichsweise hohe Kosten viele Verträge. Abschlusskosten und Gebühren fressen einen Teil der Rendite auf. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Garantie. Zum Rentenbeginn müssen mindestens die eingezahlten Beiträge und Zulagen bereitstehen.

Diese Sicherheit hat einen hohen Preis. Anbieter müssen sehr vorsichtig investieren. Dadurch bleibt weniger Spielraum für Aktien. Die Chancen auf eine hohe Rendite sinken. Gerade über lange Zeiträume von 20 bis 40 Jahren macht das einen großen Unterschied.

Für wen lohnt sich die private Altersvorsorge mit Riester?

Die Riester-Rente funktioniert nicht für alle Sparer gleich gut. Das Modell lohnt sich besonders für Familien mit Kindern. Für andere Menschen sieht die Rechnung deutlich weniger attraktiv aus. Dieses ungleiche Ergebnis erschwert die Auswahl eines passenden Vertrages stark.

Man kann das Produkt trotzdem nicht pauschal als gut oder schlecht bewerten. Es hängt von den Kosten und der persönlichen Situation ab. Das ist für ein Modell problematisch, das Millionen Menschen für die private Altersvorsorge wirklich begeistern soll.

Die Folgen sind deutlich sichtbar. Über die Jahre haben Sparer immer weniger neue Riester-Verträge abgeschlossen. Viele bestehende Verträge haben die Kunden beitragsfrei gestellt. Die Menschen haben das Vertrauen in dieses spezielle Modell offenbar verloren.

 

 

Kritik am Riester-Modell

  • Zu komplex: Die Vorgaben und steuerlichen Aspekte sind extrem schwer verständlich.
  • Hohe Kosten: Abschlusskosten und Gebühren reduzieren die Rendite der privaten Altersvorsorge.
  • Zu sicher: Harte Garantien verhindern lukrative Investitionen am Kapitalmarkt.
  • Nicht für jeden: Die staatliche Hilfe lohnt sich vor allem für Familien mit Kindern.
  • Wichtige Lehren für die Politik: Der Weg zum neuen Altersvorsorgedepot

Die Idee der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge ist dennoch richtig. Die Politik versucht nun, aus den alten Fehlern zu lernen. Das Sparen für das Alter soll künftig deutlich einfacher werden. Sparer sollen stärker am Kapitalmarkt investieren.

Aus dem Scheitern lassen sich 4 Lehren ziehen. Erstens muss das Sparen verständlich sein. Zweitens spielen die Kosten eine extreme Rolle. Drittens brauchen Sie für den langfristigen Aufbau von Vermögen einen Zugang zu echten Renditechancen.

Viertens muss der Staat seine Hilfen so gestalten, dass Bürgerinnen und Bürger diese leicht nutzen können. Genau hier setzt die beschlossene Reform an. Das neue Altersvorsorgedepot soll es ermöglichen, in Fonds und ETF zu investieren. Wie das funktioniert, schauen wir uns in Folge 3 unserer Reihe zum Altersvorsorgedepot auf ftd.de an.

 

Disclaimer:
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