Bauzinsen aktuell: hohe Kredit-Kosten, steigende Preise – Trend und Prognose 2026

Sinkende Immobilienzinsen sind derzeit nicht in Sicht. (Foto: Freepik, maksimkazakov1988)

Berlin/Lübeck/München – Vor einem Jahr standen die Zeichen auf Zins-Entspannung. Doch zuletzt kamen die 2023er-Rekordstände von über 4 Prozent wieder in Sichtweite. Zudem steigen die Preise. Welche Trends Experten 2026 sehen, und was etwas Hoffnung macht: die aktuelle Lage bei ftd.de.

Ein bisschen Linderung gab es letzte Woche. Der Durchschnittszins bei interhyp.de für 10-jährige Immobiliendarlehen fiel von 3,85 auf 3,76 Prozent. Heute meldet drklein.de einen Top-Zins von 3,48 Prozent, während der beste Kredittarif bei check24.de 3,40 Prozent beträgt. (Stand: 19. Januar).

Immobilienpreise im Aufwärtstrend – Prognose für 2026

Derweil klettern die Preise für Wohneigentum munter weiter. Laut Immoscout-Wohnbarometer lagen die Preise für Eigentumswohnungen im Bestand im 4. Quartal 3,7 Prozent höher als im 4. Quartal 2024. Einfamilienhäuser im Bestand verteuerten sich um 2,8 Prozent im Jahresvergleich.

So könnte es 2026 aussehen: Das Portal immowelt.de rechnet für dieses Jahr mit weiter steigenden Angebotspreisen für Wohneigentum. Dafür sprechen etwa eine wachsende Bevölkerung, zu wenig Mietwohnungen und zu wenig Neubau. Neue Höchststände am Immobilienmarkt seien 2026 möglich.

Summe der Baukredite gestiegen – Prognose Bauzinsen 2026

Auch die Kreditsumme für Immobiliendarlehen ist im Dezember weiter gestiegen, wie der Finanzierer drklein.de ermittelt hat. 282.829 Euro im Schnitt bedeuten den höchsten Wert seit Januar 2022. Der Anteil von günstigen Darlehen der staatlichen Förderbank KfW hat um 0,7 auf 8,4 Prozent zugelegt.

Werden die Bauzinsen 2026 weiter steigen? Die Experten des Interhyp-Bankenpanels sind sich uneinig: 60 Prozent rechnen im aktuellen Halbjahr mit stabilen Zinsen. Aber 40 Prozent erwarten mit Blick auf die deutsche Staatsverschuldung einen Anstieg auf rund 4 Prozent für 10-jährige Darlehen.

Zinsänderungen unwahrscheinlich – Rendite der Bundesanleihen

Für einen Seitwärtstrend der Zinsen spricht die unauffällige Euro-Inflation, die exakt auf dem Zielwert der Europäischen Zentralbank von 2 Prozent im Jahresvergleich liegt. Die EZB-Prognose für 2026 liegt bei 1,9 Prozent. Entsprechend rechnet kaum ein Experte in nächster Zeit mit Leitzinsänderungen.+

Wichtigste Referenz für die Bauzinsen sind allerdings die 10-jährigen Bundesanleihen. Ihre Rendite war im Dezember über 2,9 Prozent geklettert, aktuell steht sie bei rund 2,83 Prozent (11.15 Uhr MEZ). Angesichts der Weltpolitik und der Schulden für Infrastruktur und Militär ist ein Anstieg denkbar.

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Wohneigentum leistbarer als 2023 – aber höherer Eigenkapitalbedarf

Doch einen Lichtblick gibt es für Immobiliensuchende: Der Erschwinglichkeitsindex von interhyp.de und dem Institut der deutschen Wirtschaft zeigt, dass sich Haushalte Wohneigentum aktuell besser leisten können als noch 2023 – im Schnitt brauchen sie 29 Prozent ihres Nettoeinkommens zur Finanzierung.

Auf lange Sicht hat sich allerdings der Eigenkapitalbedarf erhöht. Das Kiel Institut hat berechnet, dass in den 1980er-Jahren noch das 3,6-Fache des jährlichen Haushaltseinkommens ausreichte, um eine Finanzierung für ein Einfamilienhaus zu erhalten. Heute seien mehr als 5 Jahreseinkommen nötig.

Wohnungsbau in der Flaute – Wohnungsgrößen rückläufig

Verstärkter Neubau könnte die Lage am Immobilienmarkt entspannen, doch Ende 2025 hat sich die Stimmung in der Branche verschlechtert. „Der Wohnungsbau kommt nicht so recht vom Fleck“, sagt Klaus Wohlrabe vom ifo Institut. Mehr Firmen klagten über Stornierungen und zu wenige Aufträge.

Übrigens: Seit 2005 schrumpft die Größe von Neubauwohnungen in Deutschland. Das wirkt sich bald auch auf Bestandswohnungen aus. Während die durchschnittliche Größe seit 1965 von 69 auf 94 Quadratmeter gewachsen ist, wird sie bis 2050 um 6 Quadratmeter zurückgehen, so eine DIW-Studie.

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