Christian Klein: Der SAP-Chef baut den Konzern für die KI um

Künstliche Intelligenz im Fokus: SAP-CEO Christian Klein will smarte KI-Agenten in bestehende Cloud- und Personalprozesse. (Foto: SAP SE, Bert Bostelmann/bildfolio)

Walldorf – SAP-Chef Christian Klein will die Personalplanung mit künstlicher Intelligenz (KI) verändern. Der Softwarekonzern hat am 6. Oktober die geplante Übernahme von TechWolf bekannt gegeben. Dessen Technik soll erkennen, welche Fähigkeiten Beschäftigte haben und für welche Aufgaben sie gebraucht werden. Für den SAP-Chef führt der nächste Zukauf damit mitten in eine Frage des KI-Umbaus: Wie verändert sich die Arbeit im Unternehmen?

A SAP Connect in Las Vegas wirbt Klein zugleich für Programme, die selbst Aufgaben erledigen. Sein Ansatz setzt auf die Geschäftsprozesse und Daten, die SAP bereits kennt. Finanzwesen, Einkauf und Personal sollen enger zusammenarbeiten. Der Manager bringt dafür einen ungewöhnlich langen Blick ins eigene Haus mit: Sein Weg führte vom Studenten über das Controlling bis an die Spitze des Konzerns.

Vom Studenten zum CEO: Klein kennt SAP auch aus dem Controlling

Klein, Jahrgang 1980, beginnt laut offizieller Biografie 1999 als Student bei SAP. Er erwirbt an der Berufsakademie Mannheim ein Diplom in Internationaler Betriebswirtschaftslehre, arbeitet später als Finanzchef der Personalsoftwaresparte SuccessFactors und leitet das Konzerncontrolling. 2016 übernimmt er als Chief Operating Officer das operative Geschäft, 2018 zieht er in den SAP-Vorstand ein. Nach wenigen Monaten in einer Doppelspitze mit Jennifer Morgan übernimmt er im April 2020 die alleinige Führung.

Als er aufrückt, beschreibt Reuters im Oktober 2019 seine Expertise in der Gestaltung betrieblicher Prozesse. Klein reist zu Entwicklern und hört sich deren Probleme an. Der Technologiekommentator Den Howlett berichtet damals von einem ungewöhnlich breit angelegten Gespräch mit ihm. Das Problem ist handfest: Die vielen Zukäufe unter Vorgänger Bill McDermott haben das Produktangebot komplex gemacht und Kunden verärgert. Klein übernimmt auch diese Baustelle.

Das Cloud-Geschäft wächst – Erwartungen der Anleger bleiben hoch

Heute kann er auf einen gewachsenen Cloud-Bereich verweisen, in dem Kunden Software über das Netz nutzen. Im 2. Quartal 2026 steigt dessen Umsatz laut SAP um 22 Prozent auf 6,281 Milliarden Euro. Gleichzeitig schrumpfen die Erlöse aus Softwarelizenzen um 32 Prozent. Die Verschiebung verändert das Geschäft des Konzerns sichtbar. Zu den Kunden, die sich in diesem Quartal für das Umstellungsangebot RISE with SAP entscheiden, gehören Airbus und die Stadt Osnabrück.

An der Börse hat Klein dennoch einen schweren Rückschlag erlebt. Am 29. Januar verliert die Aktie laut Reuters 15 Prozent. Der Cloud-Ausblick für 2026 bleibt hinter den Markterwartungen zurück. Finanzchef Dominik Asam erklärt die erwartete Wachstumsverlangsamung unter anderem mit größeren Kundenprojekten, die mehr Zeit bis zum Hochlauf brauchen. Hinzu kommt die stärkere Nachfrage nach souveränen Cloud-Angeboten, deren Verträge wegen Kündigungsklauseln häufig nicht in den Auftragsbestand eingehen. Damit stößt Kleins Umbau auf das Tempo, in dem Kunden ihre Systeme tatsächlich umstellen.


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Nächsten KI-Etappe: klare Regeln für autonome Programme

Auf der Oktoberkonferenz zeigt sich wieder der Prozessmanager. Klein beschreibt KI-Agenten als Software, die in festgelegten Abläufen arbeitet, dieselben Daten und Regeln nutzt und ihre Schritte nachvollziehbar hinterlässt. Kunden sollen je nach Risiko entscheiden, wann Menschen zustimmen müssen. Er beansprucht dabei eine besondere Stärke für SAP: das Wissen über betriebliche Zusammenhänge. Seine Darstellung im Unternehmensbericht verbindet den Anspruch auf mehr Automatisierung mit kontrollierten Zugriffsrechten und menschlicher Aufsicht.

Mit TechWolf soll dieser Ansatz nun die Personalentscheidungen genauer unterfüttern. Geplant ist, Daten zu Tätigkeiten, Qualifikationen und dem Arbeitsmarkt mit der Strategie eines Unternehmens abzugleichen. Das soll Einstellungen, Umschulungen und interne Wechsel erleichtern. Klein kehrt damit auch fachlich zu SuccessFactors zurück: TechWolf soll ein Kernbestandteil dieses Angebots werden. Der Abschluss ist für das 4. Quartal vorgesehen und hängt unter anderem von behördlichen Genehmigungen ab. Den Kaufpreis nennt SAP nicht.

 

Disclaimer:
Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI erstellt und vor Veröffentlichung durch die Redaktion geprüft. Alle Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität. Der Text stellt keine Handelsempfehlung oder Anlageberatung dar.

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