Epiroc Aktie: Rückgrat des globalen Rohstoff-Booms

Die fortschreitende Elektrifizierung und Automatisierung in der Bergbaubranche beschleunigt das Wachstum der Epiroc Aktie. (KI-Bild: Magnific.com, sekretserg)

Kupfer und Gold notieren derzeit nahe ihrer Rekordniveaus, der Energiehunger der KI-Revolution beschleunigt den Ausbau von Stromnetzen und Batterieproduktionen, während Minenbetreiber weltweit ihre Investitionsbudgets massiv erhöhen.

Kaum ein Unternehmen profitiert von diesem Zyklus so unmittelbar wie Epiroc. Der schwedische Ausrüster liefert die Bohrgeräte, Lader und Serviceleistungen, ohne die kein Tagebau und keine Untertagemine auskommt. Sind sie damit der strukturelle Nutznießer eines Marktes, in dem Angebot und Nachfrage zunehmend auseinanderdriften?

Das Wichtigste zu Epiroc Aktie

  • Profite aus dem Rohstoff-Boom: Epiroc rüstet weltweit Minenbetreiber aus, die wegen der hohen Nachfrage massiv in Kupfer- und Goldförderung investieren.
  • Stabile Margen durch Aftermarket: Über 60 Prozent der Umsätze generiert der schwedische Konzern durch Service und Ersatzteile, was die Zyklizität abfedert.
  • Sportliche Bewertung: Trotz guter Quartalszahlen im Jahr 2026 ist die Bewertung der Epiroc Aktie ambitioniert, was Rücksetzer abwarten lässt.

Nachfrage nach Rohstoffen treibt Bergbauinvestitionen

Weltweit wächst der Bedarf an Metallen schneller, als die dafür notwendigen Minen erschlossen werden können. Kupfer beispielsweise wird für Stromnetze, Elektrofahrzeuge, aber auch Rechenzentren gebraucht, Gold wiederum gilt Notenbanken in unsicheren Zeiten als bevorzugtes Anlagegut.

Beide Rohstoffe notieren auf historisch hohen Niveaus. Minenbetreiber reagieren darauf mit umfassenden Kapitalausgaben, reaktivieren stillgelegte Standorte und kurbeln Explorationsprojekte an. Epiroc ist mit Kunden in rund 150 Ländern global aufgestellt und damit an praktisch jedem relevanten Bergbaustandort präsent, von Australien über Nordamerika bis nach Sambia.

Einst Atlas-Copco-Ableger, heute Weltmarktführer

Epiroc wurde 2018 als Ausgründung des Industriekonzerns Atlas Copco an die Börse gebracht und hat sich seither zu einem eigenständigen Schwergewicht entwickelt. Mit Sitz in Nacka bei Stockholm beschäftigt das Unternehmen mehr als 19.000 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von etwa 62 Milliarden schwedischen Kronen, der aus den 2 Bereichen des Geschäfts stammt: So liefert Equipment & Service Bohrgeräte, Lade- und Transportmaschinen sowie das dazugehörige Servicegeschäft, während Tools & Attachments Bohrwerkzeuge, Abbruch- und Baggerzubehör für Bergbau, Infrastruktur und Recycling bereitstellt.

 


Margen im 2. Quartal gestiegen

Dass es bei Epiroc aktuell gut läuft, untermauern die jüngsten Zahlen. Im 2. Quartal 2026 kletterte etwa der Auftragseingang um 13 Prozent auf 17.305 Millionen Kronen, der Umsatz legte um 10 Prozent auf 16.702 Millionen Kronen zu. Auch der operative Gewinn verzeichnete ein sattes Plus von 17 Prozent auf 3.316 Millionen Kronen, die operative Marge verbesserte sich auf 19,9 Prozent.

Dabei standen die Bergbaukunden für 82 Prozent der Bestellungen – ein deutliches Zeichen dafür, wie stark der Zyklus derzeit von den Minenbetreibern getragen wird. Nach Quartalsende meldete Epiroc zudem einen Großauftrag aus Peru mit einem Volumen von 210 Millionen Kronen, nachdem bereits im 1. Quartal ein Auftrag aus Sambia über 180 Millionen Kronen eingegangen war.

Aftermarket als stabilisierende Basis

Interessant bei Epiroc ist der hohe Anteil wiederkehrender Erlöse. Rund 64 Prozent des Quartalsumsatzes stammten aus dem Aftermarket-Geschäft, also aus Service, Ersatzteilen und Verbrauchsmaterial – Erträge, die deutlich geringeren Schwankungen unterliegen als die Neumaschinenverkäufe.

Derweil verzeichnet der Konzern auch in Sachen Automatisierung und Elektrifizierung Fortschritte, so etwa beim diesel-elektrischen Minetruck MT66 S eDrive oder dem autonomen Transportsystem LinkOA. Eine erst im Juni geschlossene Partnerschaft mit dem chinesischen Baumaschinenhersteller SANY soll zusätzlich den Einfluss in der Volksrepublik ausweiten.

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Solide Bilanz, aber sportliche Bewertung

Finanziell steht Epiroc zwar auf einem stabilen Fundament. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Ebitda(Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) liegt bei moderaten 0,75, die Dividende für 2025 betrug 3,80 Kronen je Aktie, was einer Ausschüttungsquote von 53 Prozent gleichkommt.

Allerdings offenbart der Blick an die Börse auch, dass Epiroc mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 30 kaum noch als Schnäppchen aufgefasst werden kann. Verglichen mit klassischen Industrieunternehmen ist Epiroc ambitioniert bewertet. Der Markt preist demnach vermutlich einen längeren Wachstumszyklus ein, nicht nur die aktuell starken Quartalszahlen.

Zykliker mit Qualität und Preisaufschlag

Zum aktuellen Zeitpunkt kommen Epiroc gleich mehrere Dinge zugute: einerseits steigende Metallpreise und wachsende Bergbauinvestitionen, andererseits ein zunehmend margenstarkes Servicegeschäft, das die Zyklizität des Kerngeschäfts zumindest in Teilen abfedert. Für Bestandsanleger hat sich diese Kombination aus Wachstum und Bilanzqualität in letzter Zeit bereits bezahlt gemacht.

Wer hingegen über eine erste Position in Epiroc nachdenkt, sollte sich der sportlichen Bewertung bewusst sein und idealerweise auf Rücksetzer im Rohstoffzyklus warten, um einen günstigeren Einstiegspunkt zu finden. Immerhin dürfte der Rohstoffzyklus der zentrale Risikofaktor für die Kursentwicklung bleiben.

 

Disclaimer:
Non consigli sugli investimenti. Nessuna chiamata per acquistare o vendere titoli.

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