Die US-Notenbank muss im Wahljahr mit hoher Inflation umgehen. (Foto: Magnific.com, syda_productions)
Washington – Kurz vor den US-Wahlen blicken Investoren auf die Federal Reserve. Wie erwartet haben die Währungshüter heute eine Zinspause eingelegt. Trotz der hohen Teuerungsraten bleibt der Leitzins vorerst bei 375 bis 400 Basispunkten – wie von Experten im Vorfeld prognostiziert.
“Die Wirtschaftstätigkeit wächst kräftig. Obwohl die Unsicherheit – unter anderem aufgrund geopolitischer Entwicklungen – weiterhin hoch ist, hat sich der Binnenkonsum als robust erwiesen.“, schreiben die Mitglieder des Offenmarktausschusses der Fed zum Zinsentscheid, der mit 2 Gegenstimmen fiel. Die Inflation bleibe hoch, heißt es weiter. Weitere Informationen werden dem Ausschuss helfen, die geeignete Politik zu entwickeln, um zum 2-Prozent-Ziel zurückzukehren.
A der vergangenen Sitzung Mitte September hob der Offenmarktausschuss den Zielkorridor einstimmig um 0,25 Prozentpunkte auf das aktuelle Niveau von 3,75 bis 4,00 Prozent an. Es war die erste Erhöhung seit Juli 2023. Das Gremium begründete die Entscheidung mit dem anhaltenden Preisdruck in der Wirtschaft.
Die Teuerungsrate in den Vereinigten Staaten beschäftigt die Entscheidungsträger der Fed weiterhin. Im September lag die Inflation bei 3,7 Prozent im Jahresvergleich. Die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel betrug 2,6 Prozent. Das Ziel von 2,0 Prozent bleibt damit weiterhin auf Distanz.
Robuste US-Wirtschaft und politische Konflikte im Wahljahr
Das makroökonomische Umfeld präsentiert sich widerstandsfähig. Die US-Wirtschaft verzeichnet Wachstum, wenngleich globale Spannungen die Lieferketten belasten. Zudem sorgt der Wahlkampf für politische Unsicherheit. Die zentrale Herausforderung der Notenbank besteht darin, die Teuerung zu dämpfen, ohne die Konjunktur abzuwürgen.
John Williams, Präsident der Federal Reserve Bank in New York und stimmberechtigtes Mitglied im Ausschuss, stellte bereits Ende September klar, dass der Kampf gegen den Preisdruck anhält. Mit Blick auf eine weitere Straffung bis zum Jahresende sagte er, die Notenbank habe Zeit, zusätzliche Informationen zu sammeln.
Geldpolitische Unabhängigkeit – Prognose des FedWatch Tools
Neben den Wirtschaftsdaten steht die Arbeit der Notenbank auch politisch unter Druck. Präsident Donald Trumps versucht immer wieder, Einfluss auf den geldpolitischen Kurs zu nehmen. Im September nannte er die Fed nach der Zinserhöhung „sehr feindselig“ und „sehr politisch“, stellte sich aber hinter Fed-Chef Kevin Warsh und forderte einen Leitzins von höchstens 1 Prozent.
Was sagen die Märkte? Vieles deutet auf eine Zinsanhebung im Dezember hin. Laut FedWatch-Tool der CME liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsspanne nach der folgenden Sitzung am 9. Dezember weiterhin bei 375 bis 400 Basispunkten liegt, bei nur 13,6 Prozent. (Stand: 28. Oktober, 19.20 Uhr MEZ)
Aktualisiert nach Bekanntgabe der Zinsentscheidung am 28. Oktober 2026 um 19.17 Uhr (MEZ)
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Il contributo Fed Zinsentscheid aktuell: Leitzins-Entwicklung in den USA – Prognose 2026 è apparso per primo ftd.de.