HMS Networks Aktie: Fabrikautomation plus schwedische M&A-Strategie

Durch gezielte Firmenübernahmen in Nordamerika und Europa baut HMS Networks seine strategische Marktposition kontinuierlich aus. (Foto: hms-networks.com)

Die Industrieautomation hat gute Wachstumsaussichten. Damit es so kommt, muss die Verständigung zwischen Robotern, Sensoren und Steuerung funktionieren. HMS Networks (Hardware Meets Software) sorgt mit seiner Hardware und Software dafür, dass unterschiedliche Maschinen und Systeme reibungslos miteinander kommunizieren können.

Typisch schwedisch wirkt die integrierte Akquisitionsstrategie. Zukäufe sind bei HMS keine Ausnahme, sondern eher die Regel, um das Produktportfolio zu erweitern und neue Märkte zu erschließen. Firmengründer und Vorstandschef Staffan Dahlström hält selbst mehr als 12 Prozent der Aktien, Hauptaktionär ist die Investmentgesellschaft Latour (ebenfalls an der Börse) mit rund 26 Prozent. Damit ist HMS unter langfristig orientierter Eigentümerkontrolle.

HMS als Übersetzer für die vernetzte Fabrik

HMS Networks unterteilt seine Aktivitäten in 3 spezialisierte Geschäftsbereiche. Die größte Division mit rund 46 Prozent des Umsatzes ist Industrial Data Solutions. Zu ihr zählen Fernzugriffslösungen, lokale Visualisierungen an den Maschinen sowie industrielle Router. Zu den Marken gehören Ewon und Red Lion aus der jüngsten Übernahme.

Weitere rund 30 Prozent des Umsatzes werden mit der Ursprungssparte Industrial Network Technology erzielt. Dazu gehören Marken wie Anybus. Die Division liefert eigebettete Kommunikationsmodule direkt an Maschinen- und Robotikhersteller, damit die Geräte mit unterschiedlichen Industrienetzwerken kommunizieren können. Diese Division erzielt die höchste Marge mit rund 30 Prozent EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen).

Die kleinste Division stellt New Industries mit 24 Prozent Umsatzanteil und der geringsten EBITDA-Marge von 22,7 Prozent dar. Hier werden Lösungen für Gebäudeautomatisierung wie etwa Klimaanlagen und Diagnosesysteme für die Automobilbranche zusammengefasst.

Wachstumstreiber und Zukunftsfähigkeit

HMS profitiert indirekt vom Boom bei Rechenzentren und Halbleitern. Während die Serverinfrastruktur komplexe Kühl- und Energieautomatisierung benötigt, haben Maschinenbauer der Halbleiterbranche zunehmend Bedarf an Komponenten von HMS.

Um die Zyklik der Branche zu stabilisieren, strebt HMS durch neue Software-Abonnements an, den Anteil der wiederkehrenden Umsätze von aktuell 3 auf 10 Prozent bis 2030 auszubauen.

Um den Kunden wiederum eine KI-Technologie direkt auf dem Endgerät anstatt in der Cloud zu ermöglichen, hat sich HMS zuletzt auch am schwedischen KI-Entwickler Ekkono beteiligt. Das soll nicht nur Kunden zugute kommen – HMS will die Technologie selbst einsetzen, um die Effizienz zu erhöhen.

Smartbroker Dashboard / Quelle: Smartbroker Presse

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Abgerundet wird der Wachstumspfad weiterhin mit der M&A-Strategie. Bis 2030 soll die Hälfte des Wachstums über Zukäufe erfolgen. 2024 wurde das US-Unternehmen Red Lion Controls für industrielle Vernetzung übernommen. Aufgrund der eigenen Fertigung in den USA verschaffte sich HMS damit einen besseren Zugang zum US-Markt.

Mit der Anfang 2026 übernommenen Industriesparte von Molex deckt HMS dagegen Netzwerktechnik für Roboter und Maschinen ab. Das passt direkt zum bestehenden Anybus-Geschäft. Beide Zukäufe stärken damit gezielt Bereiche, in denen HMS bereits aktiv ist ohne neue Risiken einzugehen.

Starke Ergebnisse stärken die Zukunftsvision

Die jüngsten Ergebnisse für das 2. Quartal 2026 untermauern den positiven Nachfragetrend. Der Umsatz kletterte um 18 Prozent auf 991 Millionen Schwedische Kronen im Vergleich zum Vorjahresquartal. Das organische Wachstum ohne Zukäufe betrug dabei solide 12 Prozent. Der Auftragseingang konnte sogar um 20 Prozent (organisch um 15 Prozent) zulegen.

 


Der Gewinn legte besonders deutlich zu. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen stieg im Vorjahresvergleich um 59 Prozent auf 266 Millionen Kronen. Das ergibt eine operative Marge von rund 26,8 Prozent und liegt deutlich über dem Unternehmensziel von 25 Prozent. Der freie Cashflow besticht mit 22,8 Prozent und eignet sich, um den Schuldenstand weiter zu reduzieren. Die Nettoverschuldung zu EBITDA sank zuletzt auf 1,74. Das erwartete Rapporto prezzo-utili liegt bei 27, während Umsatz- und Gewinnwachstum jeweils im mittleren Zehnerbereich liegen soll.

Zyklizität bleibt ein Kernrisiko

Trotz der positiven Entwicklung existieren Risiken. Der starke Fokus auf Halbleiter und Rechenzentren birgt zyklische Gefahren, da diese Investitionswellen nicht dauerhaft sein müssen. Derzeit profitiert HMS von globalen Engpässen an Komponenten. In der 2. Jahreshälfte könnte sich auch für HMS ein leichter Margendruck ergeben, da die eigenen Vorräte geringer werden.
Währungseffekte stellen weitere bilanzielle Risiken dar. Bilanziert wird in Schwedischen Kronen, während sich die Umsätze zu 40 Prozent in US-Dollar und 45 Prozent in Euro zusammensetzen.

Anleger, die in einer Nische und abseits vom US-Markt nach Opportunitäten suchen, können sich tiefergehend mit HMS Networks als Spezialisten in der industriellen Kommunikation und Fabrikautomation befassen. HMS profitiert von Trends wie Rechenzentren, Halbleiterindustrie, Edge-KI und Fernwartung.

 

Non consigli sugli investimenti. Nessuna chiamata per acquistare o vendere titoli.

Il contributo HMS Networks Aktie: Fabrikautomation plus schwedische M&A-Strategie è apparso per primo ftd.de.