Container mit brasilianischer Flagge: Braslilien ist einer der Mercosur-Staaten neben Argentinien, Uruguay und Paraguay. (Foto: Freepik, MMollaretti)
München – Iran-Krieg, Reformstau, Trump-Zölle – die Wirtschaft in Deutschland und Europa ächzt unter multiplen Lasten. Zu den raren Lichtblicken gehören die neuen Handelsabkommen der Europäischen Union. Sie könnten die Industrieleistung um bis zu 1,1 Prozent steigern, hat das Forschungsnetzwerk EconPol Europe ermittelt, das vom Münchner ifo Institut koordiniert wird.
Unter die Lupe genommen haben die Forscher die Effekte durch den abgeschlossenen Handelsvertrag mit den Mercosur-Staaten in Südamerika, durch die ebenfalls verhandelten Vereinbarungen mit Australien, Indien und Indonesien sowie die Auswirkungen durch die geplanten Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Malaysia und Thailand.
Die Wissenschaftler vermuten hier ungenutztes Potenzial. Zwar entfallen auf diese Länder etwa 13 Prozent der globalen Warentransporte, aber der Anteil an den EU-Exporten stagniert seit langem.
Breit gestreuter Zuwachs der Wirtschaftsleistung
Das Ergebnis: Alle EU-Länder profitieren von den Partnerschaften mit den 7 Wirtschaftsräumen. Deutschlands Wirtschaftsleistung könnte dadurch mittelfristig um 0,47 Prozent steigen. Besonders starken Schub gibt es für Malta (1,91 Prozent), Belgien (1,14 Prozent) und Irland (1,13 Prozent).
Auch das Bruttoinlandsprodukt größerer EU-Länder legt zu, wenn auch nicht so stark wie in Deutschland. Für Italien beträgt der Zuwachs 0,33 Prozent, für Frankreich 0,29 Prozent.
„Ohne neue Handelsabkommen der EU würden die US-Strafzölle die europäische Wirtschaft mit 0,08 Prozent belasten”, betont ifo-Expertin Lisandra Flach. Die Industrie würde demnach besonders leiden, der Verlust an Wertschöpfung würde ohne Abkommen rund 1,32 Prozent betragen.
Il contributo Standort Deutschland: Etwas Rückenwind durch Freihandelsverträge der EU è apparso per primo ftd.de.