ETF per l'uranio: il mondo ha bisogno di energia nucleare – non la Germania

Während Deutschland den Atomausstieg vollzogen hat, setzen über 40 Länder auf den Ausbau von Reaktoren zur Sicherung ihrer Grundlast. (KI-Bild: ftd.de-Redaktion mit Magnific AI)

Während Deutschland seine letzten Reaktoren abgeschaltet hat, baut der Rest der Welt Kernenergie aus. Insbesondere KI-Rechenzentren verschärfen den Stromhunger. Davon profitieren Uranproduzenten. 3 ETFs spielen dieselbe große Wette – allerdings mit unterschiedlichem Fokus.

Manche Rohstoffe starten eine zweite Karriere. Uran ist so ein Fall. Nach Fukushima, dem Atomausstieg und Jahren im Preiskeller galt das Thema als erledigt. Jetzt ist es zurück – und diesmal treibt nicht die Klimapolitik, sondern vor allem der Serverraum die Entwicklung voran.

Der wahre Treiber heißt KI, nicht Klimaschutz

Im Jahr 2025 erreichte die globale Atomstromproduktion mit 2702 Terawattstunden einen Rekord, rund 9 Prozent des Weltstroms stammen inzwischen aus Kernkraft. Dutzende Reaktoren sind laut World Nuclear Association im Bau, die IEA spricht von einer neuen Ära der Kernenergie.

Der Grund liegt weniger in grüner Überzeugung als in nackter Notwendigkeit: Rechenzentren brauchen Strom – und zwar rund um die Uhr. Wind und Sonne liefern nicht auf Bestellung, Kernkraft schon. Die IEA zählt KI und Rechenzentren deshalb zu den wichtigsten Treibern des steigenden Strombedarfs. Mehr als 40 Länder setzen auf einen Ausbau der Kernenergie.

Nur Deutschland geht konsequent den umgekehrten Weg. Nach dem beschlossenen Atomausstieg wurde im April 2023 das letzte deutsche Kernkraftwerk abgeschaltet. Während andere Länder ihre Reaktorkapazitäten ausbauen oder neue Anlagen planen, setzt Deutschland auf einen Energiemix aus erneuerbaren Energien, Netzausbau und anderen Stromquellen.

Reaktoren lassen sich bauen – Uran nicht schnell fördern

Neue Kraftwerke sind das eine Problem. Der Brennstoff dafür das andere – und möglicherweise das größere. Eine neue Uranmine braucht Jahre für Exploration, Genehmigung und Bau, ein Rechenzentrum steht deutlich schneller. Zudem konzentriert sich die Förderung auf wenige Länder. Kasachstan ist mit großem Abstand der größte Produzent, Kanada folgt auf Platz 2. Das macht die Lieferketten strategisch relevant.

Auch die Preise zeigen, dass sich am Uranmarkt etwas verändert hat. Der langfristige Contract Price liegt inzwischen bei rund 96,50 Dollar je Pfund. Versorger sichern sich zunehmend über langfristige Verträge ab. Das spricht für eine wachsende Nachfrage nach künftiger Produktion. Wer darauf setzt, kauft freilich keinen Rohstoff, sondern Aktien von Minenbetreibern. Und die reagieren auf den Uranzyklus oft deutlich heftiger als der Uranpreis selbst.

Citi rechnet deshalb mit weiter steigenden Preisen und sieht innerhalb der kommenden 3 Monate die Marke von 100 Dollar je Pfund als möglich an. Als Treiber nennen die Analysten wachsende Investitionen in Kernenergie, unter anderem wegen des steigenden Strombedarfs von KI-Rechenzentren in den USA und China.

3 ETFs, 3 Wege in die Atomwette

Wer nicht einzelne Minen picken will, kann den Sektor per ETF spielen. Die 3 UCITS-Produkte tragen ähnliche Namen, sind aber unterschiedlich aufgestellt:

ETF ISIN TER Volumen (USD) Ansatz
Vaneck Uranium
& Nuclear Technologies
IE000M7V94E1 0,55 % ca. 2,3 Mrd. Uran + Nuklearkette
Global X Uranium IE000NDWFGA5 0,65 % ca. 733 Mio. Uranminen
+ Nuklearindustrie
Wisdomtree Uranium
& Nuclear Energy
IE0003BJ2JS4 0,45 % ca. 363 Mio. Uran
+ Nukleartechnik

Stand: September 2026

Vaneck: Die breite Nuklearwette

IL Vaneck Uranium & Nuclear Technologies ETF ist die größte und liquideste Variante. Der ETF hält mindestens 25 Titel, angeführt von Cameco mit rund 15 Prozent. Dazu kommen unter anderem Oklo, NexGen Energy und Sprott Physical Uranium. Die Top 10 machen rund 2 Drittel des Portfolios aus. Der entscheidende Punkt: VanEck setzt nicht nur auf Minen. Auch Nukleartechnik und Infrastruktur sind vertreten. Wer an eine breite Renaissance der Kernenergie glaubt und nicht ausschließlich auf den Uranpreis setzen will, bekommt hier das umfassendste Paket. Über 3 Jahre hat der ETF seinen Wert mehr als verdoppelt.

 


Global X: Näher an der Uranmine

IL Global X Uranium ETF dreht den Uranhebel weiter auf. Der Fonds hält rund 60 Titel und kostet 0,65 Prozent. Rund 61 Prozent des Portfolios entfallen auf Energieunternehmen, weitere 25 Prozent auf Industriewerte. Damit liegt der Fonds näher an Uranproduzenten und Explorern. Weniger Nuklear-Infrastruktur, mehr direkter Draht zum Uranzyklus – und damit auch ein höheres unternehmerisches Risiko. Die 3-Jahres-Performance liegt bei knapp 70 Prozent.

 


Wisdomtree: Der junge Herausforderer

IL Wisdomtree Uranium & Nuclear Energy ETF ist der Neuling. Er wurde erst im März 2025 aufgelegt, kostet mit 0,45 Prozent aber am wenigsten. Mit rund 363 Millionen Dollar Volumen ist er zudem deutlich kleiner als VanEck und Global X. Im Portfolio finden sich Cameco, NexGen Energy, Uranium Energy, Paladin Energy und Energy Fuels ebenso wie Nukleartechnik-Werte à la Curtiss-Wright, GE Vernova und Doosan Enerbility. Damit liegt WisdomTree zwischen Mine und Industrie. Die bisherige Wertentwicklung ist spektakulär: Seit Auflage liegt der ETF rund 80 Prozent im Plus. Die Kehrseite ist eine 1-Jahres-Volatilität von über 50 Prozent, wobei alle 3 ETFs keine defensiven Energiebausteine, sondern hochvolatile Themeninvestments sind.

 


3 Etiketten, ein Risiko

Vaneck deckt die gesamte nukleare Wertschöpfungskette ab, Global X ist stärker am Uranzyklus orientiert, Wisdomtree kombiniert beide Welten und ist dabei am günstigsten. Doch eines gilt für alle 3: Es sind keine Uranpreis-ETFs. Anleger kaufen Aktien von Unternehmen. Deren Kurse hängen deshalb nicht nur am Uranpreis, sondern auch an Bewertung, Finanzierung, Projektfortschritten und der allgemeinen Börsenstimmung.

Smartbroker Dashboard / Quelle: Smartbroker Presse

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Die Atomwette bleibt eine Wette

Die Story ist stark genug, um den Sektor zurück auf den Radar zu holen. Ein Megatrend ist aber noch kein Investment-Erfolg. Reaktoren können sich verzögern, Minen hinter den Zeitplänen zurückbleiben und Bewertungen der fundamentalen Entwicklung davoneilen. Ein schwerer Reaktorunfall könnte zudem die politische Akzeptanz der Kernenergie erneut verändern. Uran gehört deshalb eher in die Satelliten- als in die Fundament-Position eines Depots.

Der Unterschied zu früheren Uran-Zyklen: Der Impuls kommt diesmal nicht allein aus der Energiepolitik. Er kommt aus dem Stromhunger der KI. Während Deutschland über den Atomausstieg diskutiert, bauen andere Länder Rechenzentren – und brauchen dafür Strom, der niemals schläft. Uran ist zurück. Nicht als Relikt, sondern als möglicher Engpass der nächsten Stromrevolution.

 

Disclaimer:
Non consigli sugli investimenti. Nessuna chiamata per acquistare o vendere titoli.

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